Das neue Hochschulsystem – Mogelpackung oder gut?
Fast noch nie kam es unter den Studierenden zu derartigen Protesten, wie nach der Einführung des neuen Bildungssystems. Diese waren allerdings natürlich nicht ganz unberechtigt, denn wenn man sich das neueste System nur etwas genauer ansieht, stellt man auch als Laie fest, dass es für die Studierenden kaum wirkliche Vorteile bietet.
Zwar ist der erste Abschluss in der Regel bereits nach sechs oder sieben Jahren gemacht, allerdings ist auch hier fraglich, ob er tatsächlich überall so schnell erreicht wird, denn der Stoff wurde an fast keiner Hochschule merklich reduziert. Nun, mit dem gleichen Wissen ausgestattet, wie auch ein Student aus einem Diplomstudiengang, hat man allerdings nur einen Bachelor in der Hand, welcher nur für die besten zu einem Master ausgebaut werden kann.
Vermutlich kann man also die Sorge verstehen, dass man hierdurch bei Gehaltsverhandlungen als Absolvent einen Nachteil vermutet. Vielleicht ist diese Trennung der Absolventen in zwei Klassen sogar politisch gewollt, um der Wirtschaft billigere Arbeitskräfte zukommen zu lassen.
Wer diese Gefahr umgehen will, kommt um einen fortführenden Masterstudiengang wohl kaum herum. Dieser dauert, je nach Art des erworbenen Bachelors weitere eineinhalb bis zwei Jahre. Wer einen solchen Master will, studiert also definitiv ein Jahr länger, als es noch im Diplom der Fall war und kann sich die selben Chancen ausrechnen.
Die Gefahren für die Studenten liegen somit offen. Das Studium wird länger, es wird wesentlich teurer, denn etwa gleichzeitig wurden Studiengebühren eingeführt, und einen Vorteil kann man bisher nicht wirklich klar erkennen.
Der Autor Hans Meyer schreibt neben seiner Tätigkeit als Journalist auch über Bücherregale und findet, dass ein Bücherregal weissam besten aussieht.