(Online-Artikel.de) - Bei der Geldanlage existieren mehrere Zielkonflikte, die oftmals in ihrer Gesamtheit als das magische Dreieck bezeichnet werden.
Dieses theoretische Konstrukt besteht aus den drei Elementen Sicherheit, Liquidität und Rendite. Diese drei Attribute eines Investments stehen zueinander in Konflikt. Eine höhere Rendite zwingt den Anleger zur Inkaufnahme eines höheren Risikos und damit einem geringeren Sicherheitslevel.
Ähnlich verhält es sich mit der Liquidität. Der Anleger hält in seinem Portfolio die spiegelbildliche Duration eines anderen Marktteilnehmers, dessen Planungssicherheit sich mit einem steigenden Liquiditätsgrad des Investors verringert. Eine wesentliche Aussage der klassischen Portfoliotheorie besteht in der Annahme, dass alle Vermögenswerte im freien Spiel der Kräfte korrekt bewertet sind und ein höherer Gewinn nur durch eine höhere Volatilität im Portfolio erreicht werden kann. Im Sinne der Arbitragebedingung ist es unmöglich, einen „Free lunch" zu erzielen. Ein kostenloser Zusatzgewinn existiert demnach nicht.
Bekanntermaßen stützt sich die Portfoliotheorie auf eine ganze Reihe von Annahmen. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Sollzins dem Habenzins gleicht und dass keine Transaktionskosten existieren. Diese Annahmen weichen jedoch von der Realität eines Kleinanlegers erheblich ab. An einem Beispiel soll gezeigt werden, dass mit relativ kleinen Anlagesummen, die nicht weit in den sechsstelligen Bereich langen, die Arbitragebedingung umgangen werden kann.
Viele Banken bieten ein
Tagesgeldkonto an, dessen Verzinsung deutlich über dem vergleichbaren Zinssatz am Kapitalmarkt liegt. Der Referenzzins ist in diesem Fall der EONIA, weil die Einlagen auf einem Tagesgeldkonto ebenfalls täglich fällig sind. Es ist dem Anleger ohne weiteres möglich
Tagesgeld Zinsen zu erhalten, die ein bis zwei Prozentpunkte über dem EONIA liegt. Durch das System der Einlagenversicherung besteht aber ein identisches Ausfallrisiko. Diese Abweichung von der theoretischen Basis erklärt sich durch eine asymmetrische Informationsverteilung. Der Bankkunde weiß von vornherein, dass er ausschließlich das Tagesgeldkonto nutzen wird und so einen ökonomischen Gewinn erzielen kann.