Jeder, der nach Berlin reist, muss sich unbedingt das Reichstagsgebäude ansehen. Die allermeisten kennen den Reichstag schließlich aus dem Fernsehen, wenn Debatten gesendet werden oder von der Wahlsendung. Das ist allerdings kein Vergleich hinzu, wenn man bei einer Führung durch den Reichstag dabei ist. Im Reichstag trifft sich der Deutsche Bundestag, unser Parlament. Dort wird über neue Gesetzentwürfe abgestimmt, diskutiert und hin und wieder ebenfalls polemisiert. Rund um das Reichstagsgebäude befindet sich das Bundeskanzleramt, mehrere Bundeseinrichtungen und Ministerien. Das sollte man schon gesehen haben. Das Reichstagsgebäude ist selbstverständlich des Weiteren ein Ort mit Vergangenheit.
Kurioserweise wurde der Grundstein von Kaiser Wilhelm 1882 gelegt. Somit begann die Errichtung des 1. deutschen Parlaments. Es gibt Fotografien von Scheidemann, wie er von dem Balkon des Reichstags vor einer Menschenmenge die Republik ausruft. . Im Februar 1933 zündete der holländische Sozialist Marinus van der Lubbe das Reichstagsgebäude an. Es wurde zu keiner Zeit geprüft, ob er der Schuldige war. Das Gebäude wurde außerordentlich beschädigt. Den Nationalsozialisten kam das gelegen und sie liessen das Gebäude ungenutzt und unsaniert stehen. Durch Bombardierungen noch mehr beschädigt, war lange Zeit nicht an eine Sanierung zu denken. Circa 1962 wurde der Reichstag gesamt wieder aufgebaut. Um West-Berlin zu stärken, wurden ab und an hier Sitzungen und Versammlungen abgehalten. 1995 baute der britische Architekt Foster das Reichstagsgebäude mit großem Kapitalaufwand um, nach dem der deutsche Bundestag die Übersiedlung nach Berlin beschlossen hatte. Modern war die Kuppel aus Glas, die es so zuvor nicht gab.
Der Reichstag ist einerseits der Standort des Bundestages, auf der anderen Seite eine erfolgreiche Touristenattraktion. Aufgrund der Kuppel aus Glas und der Option, eine Führung durch das Reichstagsgebäude zu machen, ist der Besuch unverzichtbar. Das Gebäude des Reichstags erreicht man entweder von Unter den Linden aus oder man nimmt die Strecke vom Potsdamer Platz aus. Da sich nach und nach permanent längere Besucherschlangen entwickelten, in denen man eine lange Zeit stand, ist seit ein paar Jahren alleinig ein Besuch im Rahmen einer angemeldeten Führung möglich. Dabei bezahlt man nur den Guide selbst, das Reichtagsgebäude kostet keinerlei Eintrittsgeld. Die Geführte Besichtigung geht über einige Gebäudeteile und schließt mit einem Aufstieg zur Glaskuppel. Von da kann man einen Eindruck des Plenarsaals bekommen, neben der Besuchertribüne ist das der einzige Ort, von wo aus man den Platz der Volksvertreter erblicken kann. Für das Cafe nahe der Glaskuppel ist man dankbar. So eine Führung ist doch anstrengend und da ist eine Erquickung genau das Richtige.
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