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Das Leben - ein göttliches Spiel? - Rainer Sauer/Deushomo

Autor: revhoros | Erstellt am: 17.08.2010 | Gelesen: 576
Kategorie: Astrologie & Esoterik | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Dem Leben Trauerschleier nehmen und es als Das erkennen was es wirklich ist:göttliches Geschenk/ein Spiel der Liebe

Auszug aus Deushomo, spirituelles Werk vom Karlsruher Autor Rainer Sauer

Dieses Gleichnis hat das Ziel, das Durchschauen und Enttarnen unserer oft engstirnigen und starren Betrachtungsweise zu ermöglichen, in welcher wir der irrigen Vorstellung anhaften, wir könnten das Leben und unsere Zukunft dadurch kontrollieren, indem wir gegenwärtige Zustände quasi versuchen einzufrieren, um sie somit der unvermeidbaren Wandlung und Veränderung zu entziehen. Das Gleichnis des göttlichen Pokerspiels ist darauf ausgerichtet, die Illusion des Statischen aufzulösen und das Gesetz des stetigen und ewigen Wandels zu erkennen, um es bei seiner direkt erlebbaren Auswirkung des Werdens und Vergehens angemessenen unterstützen zu lernen. Es ist eine der allgemein bekannten menschlichen Lieblings-Beschäftigungen festzuhalten, was man nicht festhalten kann. Wie sich dies in unserem alltäglichen Erleben bemerkbar macht, wie sich deren Dynamik und Auswirkung in schmerzlicher, aber auch in manch komischer Weise äußert, möchte ich nun anhand meines Gleichnisses des göttlichen Pokerspiels transparent machen:

Wir haben fast alle eine gewisse Lebens-Grundhaltung, welche wir als den Hang, alles kontrollieren zu wollen, bezeichnen können. Wir alle halten nämlich unsere Spielkarten fest in der Hand und wollen sie auf keinen Fall loslassen. Zum einen ist da der Typus Mensch mit den mutmaßlich „guten" Karten, der "natürlich" seinen scheinbaren Vorteil den anderen Mitspielern gegenüber nicht verlieren will, also die Angst hat, mit schlechten Karten spielen zu müssen, die er vielleicht dann bekommen könnte, würde er die jetzigen erst mal loslassen. Aus diesem Grund muß er verbissen für den Erhalt des jetzigen Zustands, des Status Quo kämpfen. Er kämpft für das, in dessen Besitz er sich scheinbar gerade befindet, für das, was ihm für den Moment als erlebte Sicherheit erscheint, und hält an der Scheinsicherheit fest, welche auf unserer falschen Vorstellung von einem fiktiven und potentiell erreichbaren statischen Zustand beruht, der uns immerwährendes Behütetsein vorgaukelt und diesen in etwaiger Aussicht stellt. Hier haben wir also eine Person, die sowohl der Ansicht ist, daß sie gute Karten hat, als auch annimmt, daß sie Kontrolle über dieselben besitzt und daß sie nur, wenn sie diese Kontrolle auch behält, weiterhin Eigentümer der selben „guten Karten" bleiben wird. Wohingegen derjenige mit „schlechten" Karten meist davon ausgeht, daß sich diese Tatsache nie ändern wird, daß das Leben halt so ist, sich also ihm gegenüber ungerecht verhält und ihm natürlich sowieso immer die schlechten Karten ausgibt.

Er also nur Spielball äußerer Kräfte und Autoritäten ist und selbst keinen Einfluß auf die Umstände seines Lebens hat, im Gegensatz zu dem vorher erwähnten Menschen, der glaubt, daß er isoliert von allem über den Spielverlauf regiert, um nicht zu sagen zwanghaft manipulieren „muß", was soviel bedeutet, daß er das Spiel und das Leben „betrügen" muß, um überleben zu können, was ihn allerdings auch ungestillt läßt. Der mit den mutmaßlich „schlechten" Karten hält also ebenso an ihnen fest, oder unternimmt zumindest in Resignation keinen relevanten Versuch, seine missliche Lage zu ändern, was quasi einer passiven Form von Festhalten gleichkommt. Er hält fest, weil er ja weiß, daß er sowieso immer die schlechten Karten erhält, das Festhalten ist praktisch ein sich Abfinden mit dem scheinbar Unabänderlichen. Dies ist ein Festhalten, wie man einen Gegenstand in gewohnter Weise festhält, um ihn vorm Hinunterfallen zu bewahren und entspricht nicht dem aggressiveren Festhalten des Kontroll-Typus, das ihn vor dem potentiellen Verlust bewahren soll.

Und zum anderen hält auch er am Status Quo fest, aus der Befürchtung heraus, daß die Karten ja tatsächlich potentiell noch schlechter werden könnten. Derjenige hält selbstverständlich seine „schlechten" Karten im Vergleich nicht ganz so fest wie jener mit den scheinbar guten Karten, was ja durchaus verständlich ist, da er sie eigentlich nicht wirklich will. Wer will denn auch schon die schlechten Karten haben, solange er nicht die Erkenntnis hat, daß es gar keine guten oder schlechten Karten gibt? Vielmehr gibt es gleichwertige Ausgangspunkte mit verschiedenst möglichen Parcours, welche alle letztendlich an dasselbe Ziel führen. Das bedeutet auch wiederum, daß solange ein tieferes Verständnis für die komplexeren Zusammenhänge fehlt, sich hier und da noch manch eine unangenehme Nebenwirkung bemerkbar macht. So bleibt z. B. gewiß auch noch ein irrationaler Teil an sogenannter „Hoffnung" übrig, die dem Kartenhalter unbewußt vorgaukelt, daß es vielleicht doch einmal besser werden könnte. Und ich meine hier selbstverständlich nicht das kreative sich Verwandeln, sondern die illusorische Hoffnung, daß plötzlich ohne ein Dazutun, ohne daß eine tatsächliche innere Veränderung stattfand, alles ganz anders wird. Der träumerische Teil des Ungereiften in uns, welcher wohl beinahe ewiglich den Traum des urplötzlichen Erlöst-Werdens träumt und somit ein klein wenig das Festhalten berechtigt, welches ohne diesen letzten kleinen Funken der Hoffnung seine Zweckmäßigkeit verlieren würde.

Hoffnung ist hier natürlich in einem Lichte der realistischen Betrachtung berechtigt, aber es ist nur mit gewissen Erschwernissen zu bewältigen, Veränderung stattfinden zu lassen. Wenn wir weiterhin aus der Angst heraus zu verlieren an den gegebenen Umständen festhalten und somit das Fließen und sich erändernkönnen definitiv unterbrechen, ist Hoffnung unangebracht. Auch können wir nicht viel Veränderung erwarten, wenn wir an der Überzeugung festhalten, daß das Leben halt so ist und man nichts daran ändern kann. Ein äußerst paradoxer Zustand entsteht erst recht, wenn wir gleichzeitig versuchen, Kontrolle über das, was ist, zu erhalten, obwohl dies natürlich nicht möglich ist. Hoffnung besteht darin, daß dieser starre Zustand der Unveränderbarkeit, des Verlorenseins glücklicherweise nur temporär und eigentlich auch nur sehr kurze Zeit als solches bestehen kann. Aufgrund des Gesetzes der Wandlung verändert sich alles stets, egal wie sehr wir bemüht sind, alle Gegebenheiten als sicheren Platz zwischen zwei potentiellen Gefahren einfrieren zu wollen, um scheinbare Kontrolle über die Situation zu behalten.

Die hoffnungsspendende Tatsache ist hierbei, daß wir die Wandlung, die Veränderung als solches ja gar nicht aufhalten können. Und der für uns relevante Unterschied besteht darin, daß wir uns einerseits gegen das Unvermeidbare wehren können und somit unter unserer Verweigerung leiden müssen, oder die Realität der stetigen Verwandlung als solches akzeptieren können, um uns somit dem Fluß des Lebens anzuvertrauen. Das göttliche Prinzip mischt die Karten eben in Zyklen und Rhythmen immer wieder neu, es gibt eben nun mal nichts Statisches, alles ist im Fluß und im Wandel, und somit werden wir immer wieder von unseren selbst angelegten Fesseln befreit. Das Leben ist ein Tanz, das nach seinen Regeln von Ordnung und Chaos geführt wird und von unvorhersehbaren Ereignissen immer wieder aufs neue belebt wird. Wenn wir uns nun von der vermeintlichen Sicherheit des Starren, des Statischen, dem Festhalten an Altem oder an dem gerade Bestehenden loslösen können und uns somit dem Fluß des Lebens anvertrauen; wenn wir also Vertrauen in den Prozeß des Lebens an sich gewinnen und uns nicht gegen den Wandel wehren, sondern uns anstatt dessen von ihm zum Tanz auffordern lassen, arbeiten wir diesem universellen Prinzip der stetigen Transformation entgegen.

Wir akzeptieren die ständige Wandlung, und sie bereitet uns nun kein Leiden mehr, ganz im Gegenteil nehmen wir nun ihr ständiges Urmütterliches Stillen und Nähren wahr und finden vielleicht die Sicherheit in der Wandlung, in dem Prozeß an sich. Dann können wir realisieren, daß die Karten, welche uns vom göttlichen Prinzip ausgeteilt werden, generell gute sind und daß unser Blatt sich zwar ständig verändert, aber nicht vom guten zu schlechten oder umgekehrt. Sondern daß es immer gleich gut ist, mit genau dem Potential, was wir gerade für unser Leben benötigen. Und das bedeutet unentwegt eben auch, daß die Karten sich wandelnd und sich stetig verändernd, immer wieder angemessen erneuern. Daß Wandlung, Transformation eben nur von einem zum anderen und nicht von gut zu schlecht, oder umgekehrt vonstatten geht. Und schon gar nicht irgendetwas Destruktives für die Ewigkeit existiert. Die Geschichte von der ewigen Hölle, der ewigen Verdammnis ist einfach ein unwahres Märchen und Ursprung für viele unserer leidbringenden Vorstellungen. Das einzige, was wirklich ewiglich besteht, ist Wandel, ist der Fluß des Lebens, ist das universelle JA der Schöpferkraft, endlos und beharrlich zu gebären. Das Ewige ist einzig und allein die Liebe, folglich das Göttliche an sich.

 
 
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