Das Internet feiert einen 20. Geburtstag
Am 6. August diesen Jahres feierte das Word Wide Web wie wir es – mehr oder weniger - kennen seinen 20. Geburtstag. An diesem Tag im Jahr 1991 stellte der Brite Tim Berners-Lee seine Idee vor: „Ein einfaches, aber machtvolles Informationssystem" wollte er schaffen und lud einige Wissenschaftler ein an seinem Projekt teilzuhaben. Aber dennoch fehlt in der Überschrift kein Buchstabe, denn an diesem Tag feierte das Internet tatsächlich nur „einen" 20. Geburtstag. Das Internet hat nämlich viele Geburtstage, wenn man die einzelnen Meilensteine in dessen Entwicklung betrachtete.
Denn schon vor 1991 existierte das Internet als Netz zwischen Computern, die hunderte von Kilometern entfernt waren. Als Projekt des Militärs entstanden, sah aber Kommunikations-Pionier Tim Berners-Lee mehr darin. Er wollte es zum World Wide Web machen, zu dem nicht nur Computerexperten Zugriff haben. Dafür entwickelte er ein Programm, das wir heute als Browser kennen. Dieses wandelte die Daten aus dem Internet in die Sprache Hypertext Transfer Protocol um. Dieses sollte jedem Internetnutzer aus zahlreichen Adressen als das kürze „http" bekannt sein.
Darüber hinaus führte der Brite den so genannten Hypertext-Link ein. Dieser ermöglichte es, Inhalte im Internet direkt miteinander zu verbinden. Das klingt wie eine Kleinigkeit, sorgte aber dafür, dass man sich mit wenigen Klicks durch zahlreiche Seiten voll Inhalten navigieren konnte. Man stelle sich vor, für jedes Facebook-Profil eines Freundes die gesamte Adresse neu eingeben zu müssen, statt einfach auf sein Bild klicken zu können. Dies ermöglichte erstmals das „surfen" im Internet, wie es heute Millionen um Millionen von Menschen täglich tun.
Allein in Deutschland gehen inzwischen täglich mehr als 50 Millionen Menschen ins World Wide Web. Sie checken ihre Mails, surfen in sozialen Netzwerken, bestellen ihre Einkäufe, zocken eine Runde im Online Casino oder verbringen etwas Zeit am virtuellen Pokertisch. Tim Berners-Lee mag das Internet am 6. August 1991 nicht erfunden haben, aber er hat ganz wesentlich geprägt, was es heute ist.
Franziska Steiner