Weil die Margen bei dem Massenartikel „Handy" immer enger werden, setzen viele Hersteller zunehmend auf das Handyzubehör um überhaupt noch Gewinne für sich selber und für die beteiligten Vertriebspartner zu erzielen oder um den Absatz anzukurbeln. Bei der zweiten Strategie werden Zubehörartikel wie Headsets oder Datenkabel in besonderen Editionen zum normalen Lieferumfang dazuaddiert, um Angebote attraktiver zu machen. Bei der Strategie Nummer eins werden dagegen Zubehörartikel angeboten, um dem Nutzer des Mobiltelefons die Nutzung desselben zu vereinfachen oder einfach nur angenehmer zu machen. Ein weiterer Aspekt des Zubehörs ist die Individualisierung des Handys.
Da Handys zu absoluten Massenartikeln verkommen sind, streben viele Mobilfunkkunden selbst bei teureren Prestigemodellen danach, diese optisch vom normalen Standard abzusetzen. Dies kann mit Hilfe spezieller Oberschalen, Gehäusevarianten aber auch über besondere Handytaschen und Holster geschehen. In vielen manchen Fällen ist das Zubehör hochpreisiger als das
Handy selber. Bei
Handytaschen legen viele Kunden zunehmend wert auf hochwertige Materialien wie Leser oder im Falle von Cases auf innovative Metalle wie Titan. Dieser Trend hilft sowohl dem Einzelhandel als auch den Herstellern. Der Kunden wird auf der anderen Seite in die Lage versetzt, sich über sein Mobiltelefon auszudrücken. Damit kommt dem Handy eine zusätzliche non-verbale Kommunikationsfunktion zu frei nach dem Motto: „Zeige mir Dein Handy und ich sage Dir was Du bist". Oder auch „Handykleider machen Leute".
Die Tatsache, dass mit Digitalkameras und Minicomputern immer neue Funktionalitäten in die Handy „hineinkonstruiert" werden, macht weiteres Zubehör in Form von Datenkarten oder Datenkabeln notwendig. Auch dieser Trend spielt der Zubehörindustrie in die Karten.
Klaus-Martin Meyer