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Das Bedürfnis, wirklich verstanden zu werden

Autor: RalfJaeger | Erstellt am: 14.10.2010 | Gelesen: 598
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Eines unserer stärksten psychischen Bedürfnisse und wie wir es fördern können

Ralf Jäger
Ralf Jäger
Guten Tag!

In kurzen Zügen möchte ich darstellen, worin aus meiner Sicht und nach meiner Erfahrung mit meinen Mitmenschen eines der stärksten psychischen Bedürfnisse besteht und wie wir dieses mit unserer inneren Haltung und unserem Verhalten fördern können.

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit dem personzentrierten Ansatz (PZA) von Carl R. Rogers (1902-1987), des Begründers der Gesprächspsychotherapie.

Während meiner langjährigen Tätigkeit im sozialpsychologischen Bereich habe ich während zahlreicher intensiver Begegnungen mit Klienten immer wieder die Erfahrung gemacht, wie hilfreich und förderlich es für die Verbesserung seines psychischen Wohlbefindens ist, wenn sich ein Mensch in seinen emotionalisierten Einstellungen und Gedanken wirklich verstanden fühlt. 

Carl R. Rogers und seine Mitarbeiter haben nach vielen protokollierten Therapiegesprächen immer wieder festgestellt, dass es ganz bestimmte Haltungen des Therapeuten bzw. Beraters sind, die, wenn sie vom Klienten tatsächlich wahrgenommen wurden, dessen Reorganisation erheblich begünstigt haben. Es waren dies insbesondere ein einfühlendes Verstehen in Verbindung mit Wertschätzung sowie bedingungsfreie Akzeptanz seitens des Beraters.

Wenn der Klient dauerhaft die Erfahrung macht, dass seine Gefühle und Gedanken nicht bewertet bzw. abgewertet werden, so kann er selbst nach und nach all seine Gefühle, wie sie in der Situation entstehen, zulassen und akzeptieren. Er kann sich auch akzeptieren, wenn er z. B. Ärger, Wut, Neid, Eifersucht, Ohnmacht, Zwiegespaltenheit empfindet, weil er dies als Reaktion auf bestimmte ungünstige Umweltbedingungen einzuordnen weiß. Wir  kennen es ja selbst, dass wir manchmal dazu tendieren, „negative", sozial unerwünschte Gefühle zu verdrängen und nicht zuzulassen. Wenn wir auch diese Gefühle in uns akzeptieren lernen, so hat dies folgende Vorteile: Es wird keine Energie mehr gebunden, um die als unerwünscht bewerteten Gefühle zu kontrollieren. Außerdem machen wir die Erfahrung, dass die Intensität der Wahrnehmung mit der Zeit nachlässt, verblasst. So können wir auch die Zeit als sehr wichtigen Heilungsfaktor schätzen lernen. Wir müssen also nicht gegen eine Emotion ankämpfen, die als Reaktion auf eine reelle Begebenheit in uns entstanden ist.

In der Konsequenz können wir freier auf die gegenwärtigen Umweltanforderungen reagieren. Im Sinne einer, es klingt vielleicht etwas nüchtern, nach Rogers „fully functioning person".

Es ist das Schöne und Wertvolle, dass sich diese Beraterhaltungen auch sehr förderlich in unserem täglichen Kontakt mit unseren Mitmenschen auswirken können.

Wie wohltuend wird es doch wahrgenommen, wenn sich ein anderer Mensch die Zeit nimmt, uns zuzuhören und wenn wir spüren, dass er aufrichtig bemüht ist, uns in unseren Gedanken und Gefühlen zu verstehen!

Wenn Sie daran interessiert sind, mehr über den personzentrierten Ansatz zu erfahren oder Literaturempfehlungen erhalten möchten, dann besuchen Sie bitte meine Internetseite www.psyche-und-bewegung.de. Dort finden Sie auf der Seite „Psychotherapie HPG" in der Bottomzeile die entsprechenden PDF-Downloads.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit!

Herzliche Grüße
Ralf Jäger
 
 
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