Mitsu tomoe: Sonne, Himmel, Erde, Mensch
Bekanntlich gibt es jede Menge lustiger Bücher über das Verhalten beider Geschlechter. Trotzdem fragte mich kürzlich eine 18-jährige Frau: „Wie ticken Jungs eigentlich? Ich versteh´s nicht!" Interessante Frage sagte ich und wollte spontan antworten – aber, so schoss es mir durch den Kopf, eigentlich muss ich es erst etwas genauer überlegen, sonst blamiere ich mich. Das war nicht die Frage einer Laiin. Die Frage beruhte evt. auf konkreten praktischen Erfahrungen. Mit 13 Monaten Auslandsaufenthalten kannte sie sich etwas aus. Sie konnte Kulturen vergleichen. Also musste ich das Thema etwas ernster angehen!
Ein publikumswirksames Thema:Typisch Frau – Typisch Mann ist eine seit 2005 von Günther Jauch moderierte und beim Fernsehsender RTL ausgestrahlte Spielshow, in der sich prominente Gäste und das Studiopublikum mit Spielen und Fragen zum Thema der Geschlechterrollen von Mann und Frau beschäftigen.
Betrachten wir die Menschen so wie sie weltweit funktionieren.
Das humane Vital-System regelt
- autonom (Instinkt) und
- halb-autonom (Intuition) menschliches Verhalten.
Alle sinnliche Wahr-Nehmung beeinflusst über das Limbische System das Stammhirn bzw. Rückenmark und das Zwischenhirn (emotional, animalisch) das Großhirn (Steuerung).
Das bedeutet:
- Alle Menschen werden von ihren vitalen An-Trieben, Lust oder Frust (Liebe Ängste, Nahrung, Paarung, Revier) über die Mangel-Überfluss-Motivation (Selbst-Bewusst-Sein, emotio) bewegt.
- Ergänzend kommen die halb-vitalen Be-Dürfnisse, Lob oder Tadel (Sicherheit, Dazugehören, Selbst-Wert-Gefühl > Selbst-Wirksamkeit) als Selbst- oder Fremd-Bestimmtheit hemmend oder fördernd hinzu.
- Über das Großhirn (ratio) können wir rekursiv mit einem positiven oder negativen Vernunft-Feedback die uns bewegenden Emotionen (und Transzendenz) beeinflussen. Es vergehen bis zu 7 Sek. von der emotionalen Entscheidung bis zur rationalen Begründung. Hier gelangen wir zur Selbst-Verwirklichung.
Erinnern wir uns:
- Das Gehirn denkt in Kontrasten.
- Das Gehirn denkt Synthetisch (analog, feminin).
- Das Gehirn will immer ein Happy End.
- Das Gehirn denkt Analytisch (digital, maskulin).
- Das Gehirn will Sicherheit.
- Das Gehirn will immer einen Grund (Ursache, Europa) oder einen Zweck (Ziel, Asien).
Bekanntlich denke ich als vitalistischer Systemiker, im Gegensatz zu den mechanistischen Kybernetikern.
- Deshalb sehe ich systemisch die Beziehung von menschlichen Individuen UND der Menschheit (Teil UND Ganzes).
- Ich differenziere die Menschen-Arten in Maskulin UND Feminin (statt nur Mann oder Frau).
- Die Frauen rechnet man mehr der analogen Gehirntätigkeit zu und die Männer mehr der digitalen.
- Frauen verfügen über bis zu 40 % Testosteron (männliches Hormon, je nach Eisprung) und Männer über bis zu 40 % Östrogen (weibliches Hormon).
- Die Biologischen Aufgaben von Mann UND Frau sehe ich in der Art-Erhaltung und der Selbst-Erhaltung.
In neuerer Zeit wird in soziologischen und psychologischen Kreisen zunehmend Sex und Geschlechtsrolle nicht mehr gleichgesetzt, um die kulturell und gesellschaftlich vorgegebenen Geschlechterrollen von den biologischen Gegebenheiten zu unterscheiden. Die bekannteste Norm für kulturelle Geschlechtsrollen dürfte die heteronormative oder patriarchalische sein, welche im Westen seit Beginn des vorigen Jahrhunderts zunehmend in Frage gestellt und modifiziert wird.
Der „traditionellen" Rollenzuschreibung wird vorgeworfen, sie impliziere die Behauptung, es gebe „natürliche" und strikt voneinander getrennte Geschlechtsrollen, die männliche und die weibliche, welche Männern und Frauen automatisch zugeschrieben werden. Diese Geschlechtsrollen seien im Wesentlichen:
Oberhaupt und Ernährer der Frau und Familie
Zuständig für Kontakte nach Außen
Stark, rational, kämpferisch, sexuell aktiv
Männer als auf Frauen bzw. „Versorgerinnen" kaum angewiesene „Jäger"
Abhängig von und unterworfen einem männlichen Beschützer (Vater, Ehemann etc.)
Zuständig für die sozialen Bindungen innerhalb der Partnerschaft und Familie
Schwach, emotional und irrational, ausgleichend, sexuell passiv oder desinteressiert
Frauen als auf „Jäger" angewiesene „Brutversorgerinnen"
Geschlechterordnung bezeichnet diejenige Dimension sozialer Ordnung, in der sich gesellschaftliche Zuordnung nach Geschlechtlichkeit vollzieht bzw. vollzogen wird. Soweit Geschlechtlichkeit über Rollenzuweisungen und Geschlechtskonstruktion gesellschaftlich geprägt ist, wirkt die Geschlechterordnung auch auf die Bedeutung der Geschlechtsbegriffe zurück, also darauf, was Geschlecht in bestimmter raum-zeitlicher Situation je bedeutet, bedeuten darf und allgemein nachvollziehbar bedeuten kann.
Zu unterscheiden ist:
- die explizite Geschlechterordnung, in der durch allgemein bekannte Regeln oder auch Gesetze den einzelnen Menschen zumeist nach bipolarer kategorialer Zugehörigkeit als „Mann"/„Frau" (Heteronormativität) der Zugang zu bestimmten gesellschaftlichen Räumen, Aufgaben und Rechten gewährt wird bzw. verwehrt ist.
- die implizite Geschlechterordnung, die soziale Partizipation und das Verhältnis der Geschlechter über internalisierte Geschlechtscharakteristika, verinnerlichte Erwartungshaltungen sowie besondere Kommunikationsweisen und Symbolisierungen regelt.
Der Begriff Geschlechterordnung bezeichnet oft den Ausdruck eines bestimmten sexuell kodierten, gesellschaftlich wirksamen Herrschaftsdiskurses. Ordnung wird in diesem Sinne als hierarchisches System bzw. als Rangordnung gedacht, innerhalb dessen ein Geschlecht über das andere gestellt wird, mithin ein Geschlecht durch das andere diskriminiert wird. Ist dieses höherrangige Geschlecht der Mann, spricht man von einer patriarchalischen Geschlechterordnung; ist es die Frau, vom Matriarchat. Im Allgemeinen setzt die Rangabstufung der Geschlechter die Geschlechtertrennung voraus.
Die menschliche Methode (Art und Weise) des Vorgehens ist in der Jugend noch sehr unsicher und individuell unentwickelt. Im Lebensverlauf entwickelt sie sich zum Charakter:
- aktiv oder passiv
- optimistisch oder pessimistisch
- introvertiert oder extravertiert
Charaktertypen bezeichnen seit der Antike in unterschiedlichen Definitionen Ausprägungen der Persönlichkeiten von Menschen. Sie versuchen, Eigenschaften von Einzelpersonen einem bestimmten Typus zuzuordnen und dabei vor allem angeborene Eigenschaften der körperlichen und seelischen Verfassung zu beschreiben.
- Bekanntlich neigen schon kleine Mädchen zu sozialem Verhalten in der Spielgruppe: Sie spielen (üben) miteinander z. B. Familie.
- Kleine Jungen kämpfen, sie treten ständig gegeneinander in einen Ver-Gleichs-Wettbewerb: Du ODER Ich! Wir ODER Die! Dabei kämpfen sie ständig gegen andere oder gegen sich – sie wollen morgen immer noch höher, noch schneller und noch kräftiger sein als gestern.
Fehlende Potenz und Anerkennung wird in beider Pubertäten (Adoleszenz) durch Extrovertiertheit (Lautstärke usw.) in den jeweiligen Peer-groups unterschiedlicher Art ausgeglichen.
- In der Folge tendieren Frauen, bei eher ganzheitlicher Betrachtungsweise, zu privatem und beruflichem (sozialen) Zusammenhalt (Subjektebene, Miteinander).
- Die Männer neigen zu Konkurrenz bzw. Wettbewerb. Dabei darf ruhig, wie bei ´Muttern´, eine pflegeleichte Familie im Hintergrund als Status-Symbol agieren.
Der Maßstab: Männer sollten ein Haus gebaut, einen Sohn gezeugt und einen Baum gepflanzt haben. Das sichtbare und damit vergleichbare Maß sind die männlichen Orientierungspunkte (Objektebene). Z. B. wieviel Frauen? Hat Mann erst in einem Wettbewerb gewonnen, verliert Mann das Interesse daran. Jede Frau hat schon mal das „Na, wie war ich? War ich besser als …?" gehört. Er muss es sich selbst und anderen immer wieder beweisen ICH bin, ICH habe, ICH kann, ...
In der Psychoanalyse bezeichnet der Begriff Charakter einen Typus im Erleben und Verhalten sowie ein individuelles Muster von vorherrschender Abwehrmechanismen [Zwang, Flucht, Aggression usw.] aus dem Ich-Anteil. Die Charaktere gehen fließend ineinander über, es gibt jedoch eine Häufung bestimmter Strukturelemente. [ES – Über-ICH = ICH]
- narzisstischer Charakter (frühe orale Phase)
vorherrschende Abwehrmechanismen: Spaltung, Entwertung / Idealisierung, Verleugnung, Projektive Identifikation
Erleben und Verhalten: Übersteigertes Machtbedürfnis und Selbstwertgefühl, Entwertung anderer Menschen
- schizoider Charakter (frühe orale Phase)
vorherrschende Abwehrmechanismen: Sublimierung, Rationalisierung, Intellektualisierung, Affektisolierung
Erleben und Verhalten: Distanzbedürfnis, Angst vor Nähe
- depressiver Charakter (orale Phase)
vorherrschende Abwehrmechanismen: Autoaggressionen, Reaktionsbildung, Introjektion
Erleben und Verhalten: Abhängigkeit von anderen Menschen, Minderwertigkeitsideen und -gefühle, Passivität
- zwanghafter Charakter (anale Phase)
vorherrschende Abwehrmechanismen: Reaktionsbildung, Rationalisierung, Affektisolierung
Erleben und Verhalten: Kontrollbedürfnis, Sparsamkeit, Eigensinn, Genauigkeit
- hysterischer Charakter (ödipale / elektrale Phase) [Schrieb S. Freud den Frauen zu.]
vorherrschende Abwehrmechanismen: Verdrängung, Verleugnung, Konversion [Führt zu Krankheiten.]
Erleben und Verhalten: Geltungsbedürfnis, sexualisiertes Verhalten, Angst vor Sexualität [Beten, Backen, Putzen usw. statt Bu...n]
Ein weiteres psychoanalytisches Charakterkonzept mit ausdrücklichem Bezug auf das Freudsche Phasenmodell hat Erich Fromm entwickelt. Er unterscheidet u.a. den autoritären (oder sadomasochistischen) Charakter, den Marketing-Charakter sowie weitere Charaktertypen (narzisstisch, oral-rezeptiv, hortend, ausbeuterisch, nekrophil). In seiner Charaktertheorie unterscheidet er den Modus der Sozialisation (Bezogenheit zu den Menschen) und den der Assimilierung (Bezogenheit zu den Dingen). Zentral für seinen psychoanalytisch-soziologischen Ansatz ist auch die Unterscheidung zwischen Sozialcharakter und Individualcharakter.
Das seit der Antike geläufige Konzept der Charakterstärke umfasst wichtige persönliche und soziale Tugenden, insbesondere entschiedenes Eintreten für Überzeugungen, Pflichtbewusstsein, Ausdauer, Mut (Zivilcourage) und moralische Konsequenz. Charakterstärke kennzeichnet die ausgereifte Persönlichkeit, d.h. die durch Entwicklungsstörungen weitgehend unbeeinträchtigte psychische Verfassung eines Individuums.
Von Ich-Stärke (Ich-Reife) wird in der Psychoanalyse dann gesprochen, wenn die Ich-Funktionen (u.a. Wahrnehmen, Denken, Handeln) zwischen den Triebimpulsen des Es und den Normen des Über-Ich so zu kontrollieren und auszugleichen vermögen, dass – allgemein gesagt – die Liebes- und Arbeitsfähigkeit des Menschen erhalten sind.
Der Gegenbegriff ist die Ich-Schwäche, die durch psychodynamische Entwicklungsstörungen und Anpassungsstörungen bedingt ist und aus Sicht der Psychoanalyse ein wichtiges Kennzeichen der Neurose bildet. Es wird angenommen, dass durch starre oder unter Belastung versagende Abwehrmechanismen die volle Breite des Erlebens eingeengt wird, insofern eine „Bewusstseinsminderung" eintritt, und allgemein die Bildung von neurotischen Symptome gefördert wird. Diese Minderung des Bewusstseins kann als konkrete Auswirkung der verschiedenen Abwehrmechanismen (s.o) angesehen werden. [Neurose > Psychose]
Quelle: wikipedia.de; [Anmerkung des Autors]
Wir haben also gesehen das Mädchen und Jungen, abgesehen von den unterschiedlichen natürlichen Körpern, in den Bereichen Seele (Psyche) und Geist sozialisiert und konditioniert werden (durch Traditionen, Religionen und Parteien). Hierfür sind Tradition, Religion und Politik verantwortlich! Sie ticken also unterschiedlich als Ausdruck situativ-hormoneller sowie verarbeiteter und integrierter Steuerungen.
Ein letztes Wort an die Frauen: Käme er nicht früher gäbe es keine Menschen mehr!
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