Frankfurt am Main, 19.6.2011: Die in den Anträgen zum Burschentag sowie im Gutachten des Rechtsausschusses der Deutschen Burschenschaft offenbarte Haltung gegenüber „nicht volksdeutschen" Menschen hat einen tiefen Riss innerhalb der DB sowie eine einstimmige Distanzierung anderer Akademikerverbände gegenüber der DB gebracht. Das Zurückziehen der Anträge aufgrund formaler Fehler und die Änderung des Rechtsgutachtens bedeuten für den CDA keine Rückkehr zur Tagesordnung. Die dem CDA angehörigen Akademikerverbände sehen eine weitere Kooperation mit der Deutschen Burschenschaft nur noch schwer fortführbar.
Im CDA sind der Akademische Turnbund (ATB), der BDIC - Korporationsverband an Deutschen Hochschulen, der Coburger Convent der akademischen Landsmannschaften und Turnerschaften (CC), die Deutsche Gildenschaft (DG), die Deutsche Sängerschaft (DS), der Miltenberger Ring (MR), die Neue Deutsche Burschenschaft (NeueDB), der Schwarzburgbund (SB), der Verband der Vereine Deutscher Studenten (VVDSt), der Wingolfsbund (WB), der Wernigeroder Jagdkorporationen-Senioren-Convent (WJSC) sowie die Deutsche Burschenschaft (DB) vereinigt. Der CDA hat kein Recht auf Satzungen und Regelwerke der einzelnen Verbände durchzugreifen. Auch sind die einzelnen Verbände unabhängig voneinander.
Das Gutachten des Rechtsausschusses der Deutschen Burschenschaft (veröffentlicht 2011) definierte die Aufnahmekriterien seiner Mitgliedsbünde nach völkischen Merkmalen und wiedersprach damit sowohl dem aktuellen Staatsbürgerprinzip der Bundesrepublik Deutschland als auch den Gepflogenheiten der anderen Verbände. Aufgrund medialem und interkorporativem Druck lenkte die DB ein und änderte das Rechtsgutachten.
„Die weiteren Mitgliedsverbände des CDA distanzieren sich deutlich von einem völkischen Auslese-verfahren ihrer Mitglieder und bewerten dies als anachronistisch. Die Deutsche Burschenschaft hat durch ihr Gutachten das Ansehen des CDA gröblich verletzt", so Gerhard Serges, 1. Stellv. Vorsitzender des CDA. „Sollte die Deutsche Burschenschaft ihre Ablehnung dieser völkischen Prinzipien ernst meinen, dann erwarten die weiteren Korporationsverbände mehr als Lippenbekenntnisse in den kommenden Wochen. Ohne eindeutige Taten wird eine weitere Kooperation mit der DB nicht umsetzbar sein."
Der Antrag der Bonner Burschenschaft der Raczeks zum Ausschluss der Mannheimer Burschen-schaft Hansea aus dem Dachverband aufgrund deren Aufnahme eines Deutsch-Chinesen wurde für den Burschentag in Eisenach am 18. Juni 2011 gestellt. Der Antrag wurde aus formalen Fehlern noch vor dem Burschentag von der Tagesordnung gestrichen. „Es geht den weiteren Mitgliedsverbänden nicht um Formalitäten, sondern um Überzeugungen. Völkisch motivierte Ausschlussverfahren sind unter dem Dach des CDA nicht tolerierbar", bekräftigte Serges.
Nicht die Abstammung ist die Eintrittskarte in eine Studentenverbindung, sondern die Aufnahme eines Studiums sowie die Bereitschaft sich für diese Gemeinschaft einzusetzen. Junge Menschen treten in Verbindungen ein, weil sie Freundschaft, Lebensbund und Unterstützung in einer Verbindung finden. „Entgegen aktueller Behauptungen wird dies auch vom Großteil der Burschenschaften gelebt", erläuterte Serges. „Gerade die zahlenmäßig überwiegenden liberalen Burschenschaften legen Wert auf eine Differenzierung und bitten um eine sachliche und objektive Berichterstattung."
Auch der Convent Deutscher Korporationsverbände (CDK) meldet sich durch seinen Vorsitzenden Sven-Patrick Schwarz zu Wort: „Studentenverbindungen sind ein Abbild der Gesellschaft. So sind in vielen Verbindungen mittlerweile Frauen und Männer aktiv, die entweder selbst aus dem Ausland kommen oder deren Kinder sind. Ausgrenzung und gerade Rassismus in all seinen Formen wird definitiv von uns abgelehnt, da sie gegen die Ziele des CDK gerichtet sind."
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Profil:
Convent Deutscher Akademikerverbände e.V. (CDA), Frankfurt am Main ist eine Arbeitsgemeinschaft der Altherrenschaften studentischer Korporationsverbände an Deutschen Hochschulen. Die Aufgaben des CDA liegen darin, die Interessen seiner Mitgliedsverbände nach außen - gegenüber Staat, Hochschule und Öffentlichkeit - zu vertreten und zwischen den Mitgliedsverbänden zu vermitteln. Der CDA vertritt die Interessen von 12 Verbänden mit 500 Altherrenschaften und rund 40.000 Mitgliedern.