Welches sind die geeigneten Produkte und wie sichere ich die Qualitäten beim Global Sourcing. Dies sind die Ausgangsfragen, bei der Entscheidung, welche Produkte für ein Global Sourcing geeignet sind, so berichtet Hans-Christian Seidel, Inhaber und Geschäftsführer der auf Einkaufstraining spezialisierten Einkaufsberatung CSEI-Consulting aus Darmstadt, in seinen Einkaufsberatungen und Inhouse-Seminaren.
Das internationale Beschaffungsmarketing beim Global Sourcing
Das internationale Beschaffungsmarketing ist die komplette Kombination aller Maßnahmen, um auf dem globalen Beschaffungsmarkt nach erfolgter Primärmarktforschung in Bezug auf die 3 Faktoren Beschaffungsprodukt, Preis und Transport einzuwirken. In einem ersten Schritt ist zu klären, welche Beschaffungsprodukte sind überhaupt für einen internationalen Bezug geeignet und wie werden die Qualitäten gesichert?
Die Analysemethoden über die geeigneten Produkte
Zwecks Feststellung, welche Produkte sich unter Berücksichtigung der verschiedenen Faktoren für einen globalen Beug lohnen, stehen die folgenden Analysemethoden zur Verfügung:
Faktor: Produktwert
Die bekannte ABC-Analyse liefert Ihnen eine wertmäßige Entscheidungshilfe, für welche Produkte sich der globale Bezug lohnen kann.
Für Produkte mit einem Jahresbeschaffungsvolumen von 5.000 € lohnt sich der erhöhte Aufwand, steigender Frachtanteil, Zoll, Einmalgebühren und die sonstigen Risiken des Global Sourcing in der Regel nicht. Bei einem A- oder B-Produkt können Sie andererseits berechnen, ob der preiswerte Aufbau eines internationalen Neu- oder Zweitlieferanten zur Senkung der Durchschnittskosten lohnend ist. Bei Problemen mit einem internationalen Zweitlieferanten können Sie jederzeit auf Ihren bisherigen Lieferanten zurückgreifen.
Faktor: Produktplanung
Die bekannte XYZ-Analyse informiert Sie über die Vorhersagegenauigkeit der Bedarfe.
Da bei den Z-Produkten überhaupt keine Vorhersagegenauigkeit existiert, eignen sich diese Produkte aufgrund der eventuellen langen und unsicheren Lieferzeit in der Regel nicht für ein Global Sourcing. Bei einem X- oder Y Produkt kann sich durch einen leicht höheren Lageraufbau bei Ihnen und/oder einen ausgehandelten Lageraufbau beim Lieferanten der internationale Bezug versorgungstechnisch lohnen.
Faktor: Produktvolumen
Die weniger bekannte LMN-Analyse zeigt auf, welches Volumen ein Produkt von den Abmessungen her aufweist.
Die LMN-Analyse gliedert sich, wie folgt auf:L-Produkte = hochvolumige Produkte,
M-Produkte = mittelvolumige Produkte und
N-Produkte = niedrigvolumige Produkte
So wäre zum Beispiel der Bezug von Wellpappkartons mit asiatischer Provenienz mit hohem Wert (A-Artikel) und konstant regelmäßigem Bedarf (X-Produkt) auf den ersten Blick geeignet. Da es sich aber aufgrund des hohen Volumens um ein L-Produkt handelt, würden die unweigerlich überhöhten Frachtkosten jeden Preisvorteil zunichtemachen.
Faktor: Produktkomplexität
Die Wertanalyse unterteilt ein Produkt in seine Einzelteile auf und kann so den Wert und eine eventuelle Komplexität bei Einzelteilen feststellen.
Bei einer Analyse der Komplexität von Produkten wird festgestellt, wie komplex oder einfach diese Produkte oder deren Einzelteile herzustellen sind. Wenn nun in einem Land oder bei einem Lieferanten eher einfache Massengüter hergestellt werden, stellt ein Bezug eines komplexen Produktes ein signifikantes Risiko dar.
Bei einem wertmäßig interessanten und unkomplizierten Produkten (Commodities), stellt der internationale Bezug kein qualitätsmäßiges und versorgungstechnisches Risiko dar, da Sie relativ schnell und ohne Probleme wieder zu Ihrem bisherigen Lieferanten wechseln könnten.
Faktor: Produktgesamtkosten
Oft werden bei einer Kostenbetrachtung nur der Preis und eventuell die Fracht betrachtet. Um die tatsächlichen gesamten Kosten für ein Produkt mit internationaler Provenienz herauszufinden, empfiehlt sich die Erstellung einer TOCO-Analyse (= Total cost of ownership).
Beispiel: Beim internationalen Bezug von Geräten sollte man eine detaillierte Gesamtkostenbetrachtung im Vergleich zum Inlandsbezug durchführen. In diesem Zusammenhang sollten auch die Reisekosten für den Einkäufer und auch die Reisekosten des Lieferanten bei späteren Reparaturen in die Betrachtung mit einfließen.
Faktor: Qualitätssicherung
Zur Feststellung und Sicherung der Qualitäten Sie die folgenden Schritte notwendig:
Einholung einer Lieferantenselbstauskunft, Durchführung von Lieferantenbesuchen und Lieferantenevaluierungen und Lieferantenaudits, Prüfung von Produktspezifikationen oder Analysenzertifikaten, Anforderung von Ursprungszeugnissen und Zeichnungen.
„Ohne ein entsprechendes Einkaufstraining, Einkaufsberatung oder maßgeschneiderte Inhouse Seminare für die unerfahrene Einkäufer oder Firmen in Bezug auf Global Sourcing können bei dem Aufbau der internationalen Beschaffung viele schwerwiegende und teure Fehler begangen werden, insbesondere bei der Wahl der geeigneten Produkte und Sicherung der Qualitäten" so weiterhin Hans-Christian Seidel von CSEI-Consulting, die eventuelle Einsparungen sofort wieder aufheben.
Weitere Informationen über Einkaufstrainings für Inhouse Einkaufs-Seminare von CSEI-Consulting finden sich direkt unter
www.csei-consulting.de.