Das BIOS
Nachdem wir nun kurz überflogen haben, was das BIOS (Basic Input Output System) macht, wollen wir uns die Funktion des „Herzstückes" noch einmal etwas genauer anschauen. Ab Windows 8 sollen die alten BIOS-Varianten nicht mehr unterstützt werden, sondern nur noch die neuen, erweiterten EFI-BIOS'. Auf diese werde ich hier jedoch nicht eingehen.
Bevor das Betriebssystem gestartet wird, muss der PC sich bzw. seine Hardware prüfen. Dies wird vom BIOS übernommen, welches dann seine Dienste dem Betriebssystem zur Verfügung stellt. Wobei neue Systeme oft das BIOS umgehen und eine eigene Schnittstelle zur Hardware verwenden.
Das BIOS sitzt in einem ROM, das seinen Inhalt nicht verliert, wenn der Strom weg ist. Oft ist es aber auch programmierbar, um Updates einzuspielen. "Damals" musste noch gelötet werden. Lediglich die BIOS-Einstellungen werden von einer kleinen Batterie auf der Hauptplatine gespeichert. Sollte hier mal etwas verloren gehen, ist das halb so wild und kann nach Austausch der Batterie wieder gespeichert werden.
Die Aufgaben des BIOS sind recht übersichtlich. Zum Einen wird direkt nach dem Einschalten der POST (Power On Self Test) durchgeführt. Hierbei wird, wie schon erwähnt, die Hardware einem Schnelltest unterzogen. Z.B. ein defekter Speicherriegel, eine fehlende / defekte Grafikkarte o.ä. Zumeist weist das BIOS auf diese Missstände mit einer definierten Piepton-Reihenfolge hin, deren Bedeutung im Internet nachgelesen werden kann. Je nach BIOS-Hersteller variiert diese Reihenfolge. Weiter werden die zur Verfügung stehenden Ressourcen verteilt, wie z.B. Interrupts für Soundkarten etc. sofern diese denn über Plug&Play-Fähigkeiten verfügen, was aber seit einigen Jahren zum Standard gehört. Das BIOS stellt außerdem die angeschlossenen Festplatten und Laufwerke zur Verfügung und kann die Temperatur der CPU kontrollieren.
Möchte man Einstellungen im BIOS vornehmen, so kann man nach dem POST das Setup starten, indem man z.B. die Taste "F2", "F8" oder "Entf" drückt. Je nach BIOS kann diese Taste aber auch eine andere sein. Im Setup lassen sich viele Interna des PCs einstellen, deren Beschreibung jedoch nicht allzu viel Sinn ergibt. Heutzutage erkennt ein BIOS die angeschlossenen Laufwerke von selbst, was z.B. vor Jahren oft noch manuell eingestellt werden musste. Relativ oft benötigt, auch heute noch, ist die Einstellung der Boot-Reihenfolge. Hier kann angegeben werden, von welchem Medium als erstes gebootet werden soll. Aktuelle Mainboards unterstützen auch das Booten von USB-Sticks.
Nachdem das BIOS alles geregelt hat, wird auf einem Datenträger das Betriebssystem gesucht und gestartet.
Im nächsten Artikel folgt eine allg. Einführung in die Thematik des Speichers.
Siehe auch:
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 1: Einführung
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 2: Die wirklichen Innovationen
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 3: Zahlensysteme
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 4: Zahlensysteme 2
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 5: Binärzahlen
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 6: Codierungsstandards
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 7: Der Personal Computer
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 8: Der Grundaufbau der CPU
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 9: Die Taktfrequenz
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 10: Der CPU-Cache
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 11: Der CPU-Cache 2
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 12: Das Mainboard
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 13: Das Mainboard 2
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 14: Das Mainboard 3
Der Autor Michael Sander schreibt in seiner Freizeit ebenfalls Artikel für Seiten, auf denen man z.B. Sofas günstig finden kann.