Das Mainboard
Das Mainboard ist genau so eine Platine, wie die Grafik- oder Soundkarte. Nur eben, dass sie das Herzstück ist, das alle Komponenten quasi verbindet. Die Hauptplatine besteht aus mehreren Ebenen, die man höchstens erahnen kann, wenn man seitlich auf die Kante schaut. Es gibt wesentlich mehr dieser zumeist grünen Leiterbahnen, als wir von außen sehen. Heute werden viele Ebenen aufeinander"geklebt". Und da auf unserer Leiterplatte nun auch elektronische Bauteile verlötet sind, nennt sie sich „Platine".
Während Mainboards zu Beginn der PC-Ära noch recht groß wirkten und Ausmaße von 20*30 cm hatten, gibt es heute im Zusammenhang mit Notebooks, Netbooks, Barebones und z.B. dem Shuttle-PC vergleichsweise winzige Hauptplatinen. Die verschiedenen Größen definieren den sogenannten Formfaktor, welcher auch festlegt, wo sich z.B. Befestigungspunkte zu befinden haben.
Ohne Weiteres funktionierten damalige Mainboards noch nicht. So benötigte man wenigstens RAM und eine Erweiterungskarte für die Ausgabe am Monitor, nämlich eine Grafikkarte. Heute sind Soundkarte und Grafikkarte häufig schon auf dem Mainboard selbst. Diese Komponenten können dann durch eine eingesteckte Erweiterungskarte mit der gleichen Funktion deaktiviert werden.
Diese Karten steckt man in „Slots". Auch die haben sich mit der Zeit weiterentwickelt. Zu den langsamsten ihrer Art gehören die ISA-Steckplätze (Industry Standard Architecture), schnell folgten PCI Slots (Peripheral Component Interconnect). Hier konnte man sämtliche Erweiterungskarten benutzen. So z.B. Sound-, Grafik-, Modem-, Netzwerk- oder ISDN-Karten. Später folgten die AGP-Slots (Accelerated Graphics Port) für Grafikkarten. Die neuste Entwicklung sind PCI-Express Slots für noch mehr Geschwindigkeit, welche auch hauptsächlich von Grafikkarten genutzt wird.
Wie schon erwähnt gibt es weiterhin Steckplätze für den Arbeitsspeicher auf dem Mainboard. Auch hier gibt es unterschiedliche Varianten, auf die jedoch hier nicht eingegangen werden soll.
Das letzte, den gemeinen Benutzer interessierende, Bauteil ist der Steckplatz für die CPU. Hier gibt es unzählige verschiedene Sockel für den Prozessor. Die Hersteller denken sich bei fast jeder neuen Generation von CPUs einen neuen Sockel aus, damit man immer schön nachrüsten darf. In aller Regel handelt es sich dabei um quadratische Plastikhalterungen, in die die vielen Pins der CPU passen. Zwischenzeitig gab es von Intel auch Slots, in die die CPUs wie Steckkarten gesteckt wurden, aber diese Art ist wieder in der Versenkung verschwunden.
Die war auch schon der für Bastler interessante Teil der Hauptplatine. Der nächste Artikel behandelt einige andere feste Komponenten des Mainboards.
Siehe auch:
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 1: Einführung
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 2: Die wirklichen Innovationen
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 3: Zahlensysteme
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 4: Zahlensysteme 2
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 5: Binärzahlen
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 6: Codierungsstandards
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 7: Der Personal Computer
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 8: Der Grundaufbau der CPU
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 9: Die Taktfrequenz
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 10: Der CPU-Cache
Computerhardware - Verständlich vermittelt - Teil 11: Der CPU-Cache 2
Der Autor Michael Sander schreibt in seiner Freizeit ebenfalls Artikel für Seiten, auf denen man z.B. Sofas günstig finden kann.