Sich auf die Kunst Christoph Bouets und seine ganz eigene Sicht auf gemalte Natur einzulassen, ist ein völlig legitimer Wunsch. Denn das Neuartige in seiner Malerei ist sein individueller Blick auf das Motiv von Innen nach Außen.
Seine Werke sind visuelle Farbschlachten im besten Sinne - dem der Sinnlichkeit. Sie sind ein Fest für Augen und innere Befindlichkeiten, gefüllt mit Farbe. Deckend, lasziv, sinnlich den Bildträger erobernd, zelebriert der Künstler doch beim Mal-Akt das Haptische, das Eintauchen, das Genießen, das Vergessen von Verhaltensregeln vor der Leinwand.
Er verwendet die reinen Farben direkt aus der Tube. Farben, die in ihrer Verklumpung und gleichzeitigen Auflösung Gegenstände verkörpern, wobei die Natur nur Vor- und nie Abbild ist. Dort steht kein roter Baum, sondern eine Bouet'sche Kreation, die uns einen Baum assoziieren lässt. Das Ergebnis, das uns als Bild vorliegt ist in seinen beginnenden Auswüchsen in die Drei-Dimensionalität im Rausch der Farbe immer Zeugnis der Befindlichkeit des Künstlers.
Bouet nimmt uns mit, wenn wir bereit sind dafür, seine Sicht der Welt zu betreten Er schürt in uns die Glut für Bilder, die wahrhaftig sind: Wild und voller Gefühl. Roh, faserig, grell und im gleichen Atemzug sensibel wie eine zarte Melodie. Sie sind ganz und gar Bouet.
Michael M. Marks