Ende Juni wurde Christina Stuntz zur Direktkandidatin ihrer Gruppierung für die am Sonntag, 28. September, stattfindende Landtagswahl für den Stimmkreis Würzburg-Land nominiert. Und seit ihrer Nominierung sind Christina Stuntz´ Arbeitstage noch länger als ohnehin. Sechzehn Stunden und mehr sind keine Seltenheit. In ihrem Beruf als Anwältin mit dem Fachbereich Arbeitsrecht hat sie es oft mit Mandanten aus dem Gesundheitswesen zu tun.
Dies ist auch einer ihrer politischen Schwerpunkte im Wahlkampf - Christina Stuntz setzt sich für die Stärkung des Gesundheitswesens und den Erhalt wohnortnaher Standorten von Hausärzten ein, gerade im ländlichen Bereich ein wichtiger Gesichtspunkt. Ihre Fachkenntnisse und ihr Engagement möchte sie jetzt nicht nur für ihre Mandanten, sondern für alle einsetzen. „Das wichtigste ist doch, dass im Landtag Leute sitzen, die wissen, was die Menschen bewegt und wie man ihnen helfen kann," sagt die Kandidatin.
Christina Stuntz findet auch, dass es ein unschätzbarer Vorteil ist, dass sie "fast schon von Null auf Hundert" in die Politik kann: "Ich gehe an viele Dinge unbelasteter und motivierter heran als viele Berufspolitiker." Das Rüstzeug für die Politik bringe sie schon berufsbedingt mit.
Die private Christina Stuntz hat es daheim gerne ruhiger. Bücher von Agatha Christie und Musik von Nelly Furtado - allesamt ausgewiesen starke Frauen - helfen ihr beim Entspannen. Zwar macht ihr der Wahlkampfstress Spaß, es darf aber auch gelassener zugehen. Lebensgefährte Torsten ist Mediendesigner und unterstützt seine Christina nach Kräften. So hat er ihre Website (
www.christina-stuntz.de) mit zahlreichen Infos rund um ihre Kandidatur gestaltet. Das Medium Internet nutzt die Anwältin nach Kräften, um für ihre Wahl zu werben.
Auf die zahlreichend noch anstehenden Termine freut sie sich, sagt die Kandidatin. "Vor allem auch auf die Menschen, die ich dort kennen lernen werde."
Positionen für den Landtag: Christina Stuntz
Bundes- und Landesregierung planen die Westumgehung zwischen Würzburg-West und Werneck? In der Region ist das Projekt sehr umstritten. Wie ist Ihre Haltung?Die Westumgehung ist nicht umsonst umstritten. Sie bedeutet Vorteile, aber ebenso auch Nachteile. Man sollte dabei nicht ausschließlich den eigenen Nutzen oder die Schädlichkeit im eigenen Ort bewerten, sondern ortsübergreifend die Vor- und Nachteile bewerten.
Fakt ist folgendes: Sinn und Zweck der geplanten Westumgehung ist einerseits die Entlastung der A3, andererseits eine bessere Anbindung der Region. Das erscheint zunächst einmal auf den ersten Blick begrüßenswert.
Wenn man diese Ziele aber einmal kritisch beleuchtet, sind sie durchaus fragwürdig: Die A3 wird bereits ausgebaut und durch die Westumgehung würde sich der Weg aus Kassel und Schweinfurt bis zum künftigen Autobahndreieck Helmstadt um nur 7 Kilometer verkürzen.
Ob dafür zwingend hunderte Millionen Euro ausgegeben werden müssen, ist fraglich. Für den Fernverkehr ist die Westumgehung daher nicht zwingend notwendig.
Eine bessere Anbindung der Westregion wäre zwar durch die Westumgehung gewährleistet. Allerdings ist diese Region durch die A3 und A7 ebenfalls schon angebunden.
Für die Gemeinden im nördlichen Landkreis scheint zwar die Westumgehung auf den ersten Blick begrüßenswert, um das Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Ich denke aber nicht, dass dieser Effekt durch die Westumgehung merkbar eintritt. Für viele Gemeinden wäre die Westumgehung zwar ein Segen, für den Großteil der Gemeinden aber ein Fluch, erst recht für den Geldbeutel der Steuerzahler.
Die Universität will auf dem früheren US-Gelände "Leighton Barracks" erweitern. Die Stadt entwickelt dort ein neues Stadtviertel - mit Straßenbahnanschluss. Zudem bewirbt man sich um die Landesgartenschau. Wo kann die Landespolitik unterstützen?
Die Landespolitik kann als erstes dadurch unterstützen, dass sie der Stadt Würzburg den Zuschlag für die Landesgartenschau erteilt. Das wäre für die Stadt und für die ganze Region ein großer Gewinn in jeder Hinsicht. Sie verhilft zu größerer und auch zu bleibender Attraktivität.
Für die Erweiterung der Universität kann der Freistaat Gelder zur Verfügung stellen.
Die Flächen der Leighton Barracks fielen mit dem Abzug der Amerikaner in das allgemeine in den Zuständigkeitsbereich der Bundesanstalt für Immobilien und die Planungshoheit über die Flächen fällt an die Stadt. Über die städteplanerische Entwicklung und den Ausbau in Form eines neuen Stadtviertels hat die Landespolitik also keine unmittelbaren Handlungsmöglichkeit.