Immobilienaktien, Reits & Fonds - mit diversen Schlagworten befeuern Investmentberater ihre Kunden. Welche Risiken gehen Sie mit welcher Anlage ein?
Keine Frage, Wohneigentum ist die ideale Geldanlage und Altersvorsorge zugleich. Wer noch zur Miete wohnt lässt lieber die Finger von riskanten Anlagen. Wer ein eigenes Haus hat, investiert vielleicht gern in ein vermietetes Objekt und spart Steuern. Ganz Mutige werden auf dem Anlagemarkt aktiv – je nach Budget und Risikobereitschaft. Bevor sie loslegen, sollten sie recht genau wissen, was sie tun.
Offene Fonds: Diese investieren das Geld der Anleger in gewerbliche Immobilien wie Bürogebäude und Einkaufszentren. Als „offen" werden sie bezeichnet, weil weder die Zahl der Anleger und Objekte noch die Laufzeit begrenzt sind. Das Fondsvermögen ist in der Regel breit gestreut. Sie haben die Wahl zwischen inländischen und global agierenden Fonds (siehe Grafik). Der Anlageerfolg setzt sich zusammen aus Mieteinnahmen, Zinsen, Verkaufsgewinnen und Wertsteigerungen der Immobilien.
Sicher und flexibel: Offene Fonds eignen sich für Sicherheitsorientierte Anleger, die langfristig Vermögen aufbauen möchten. Die Fondsanteile können jederzeit gekauft oder verkauft werden. Um eine Liquiditätsreserve zu haben, wird das Geld auch in Zinspapiere oder andere kurzfristig verfügbare Anlagen investiert. Bereits mit einer Sparrate ab 50 Euro monatlich können Sie einsteigen. Auch wenn offene Fonds als sicher gelten, sollten Sie diese Ihrem Depot nur zu einem kleinen Teil beimischen. Eine breite Streuung Ihrer Geldanlage mindert Ihr Gesamtrisiko.
Geschlossene Fonds: Diese sammeln Kapital für ein bestimmtes Bauprojekt. Sind alle Anteile verkauft, wird der Fonds für weitere Anleger geschlossen. Als Anleger sind Sie an der Immobilie langfristig beteiligt, tragen das unternehmerische Risiko, falls die Rechnung nicht aufgeht. Wer in einen geschlossenen Fonds investieren will, muss oft 10000 Euro und mehr berappen. Die Ausschüttungen sind steuerfrei, soweit es sich um Rückzahlungen des Anlegergeldes handelt. Kommen später Gewinnanteile hinzu, müssen Sie diese versteuern.
Mit Risiko: Wegen der Risiken eignen sich geschlossene Fonds nicht zur Altersvorsorge. Rentiert sich die Immobilie nicht, weil Leerstand herrscht, können die Ausschüttungen sinken oder ausbleiben. Experten raten, Sie sollten nicht mehr als 5 Prozent Ihres Vermögens einsetzen. Wer das Geld nicht locker entbehren kann, der lässt die Finger von dem Geschäft. Kaufen Sie niemals Anteile auf Kredit. Prüfen Sie vor der Investition unbedingt die Lage der Immobilie, 0ualität, Vermietungsstand und Bonität der Mieter.
Immobilienaktien: In diesem Jahr soll in Deutschland eine neue Form der Immobilienaktien starten: Reits (Real Estate Investment Trusts). Dabei handelt es sich um börsennotierte Immobiliengesellschaften, die sich auf Vermietung, Verpachtung und Verwaltung von Immobilien konzentrieren. Der Anreiz für Reits: Mindestens 90 Prozent der Gewinne müssen als Dividenden an die Anleger weitergegeben werden.
Steuer & Kursschwankung: Die Erträge hat nicht das Unternehmen, sondern der Anleger zu versteuern. Anders als bei herkömmlichen Im Mobilienaktien, für deren Dividenden noch das Halbeinkünfte verfahren gilt (siehe Experten-Rat rechts), sind Reits-Ausschüttungen voll zu versteuern. Reits können Sie wie andere Aktien jederzeit an der Börse handeln. Im Vergleich zu Fonds sind die Rendite-Chancen höher. Dafür müssen Sie mit Kursschwankungen und höherem Risiko rechnen.
Immobilienfonds - so entwickeln sie sich
Die Entwicklung von 5 offenen Fonds mit Schwerpunkt auf Gewerbeimmobilien in besten Lagen. Gelb zeigt die jährliche Wertsteigerung, grün die in 3 Jahren, blau die für 5 Jahre.