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Cecilia Bartoli & La Scintilla - SACRIFICIUM ein Feuerwerk der Sinne

Autor: sergio | Erstellt am: 21.10.2009 | Gelesen: 2589
Kategorie: Musik - Kino & Entertainment | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Dieses Highlight des BRAUNSCHWEIG CLASSIX-Festival 2009 ist nicht mehr zu toppen! Mit SACRIFICIUM eine Vorstellung der Superlative.

Cecilia Bartoli + Ada Pesch (links i.Hintergrd.)/Carola Heider-Leporale
Cecilia Bartoli + Ada Pesch (links i.Hintergrd.)/Carola Heider-Leporale
Braunschweig, 20. Oktober 2009. Carola Heider-Leporale. Sie betritt die Bühne in der Kostümierung eines Mannes, als sei sie gerade einem französischen "Degenfilm" entsprungen, mit schwarz-rotem Flamboyant, roten Handschuhen, schwarzer Hose, Jacke, Weste, Überkniestiefel und weißem Rüschenhemd. Die langen schwarzen Haare nach hinten eng zu einem Zopf gebunden, erkennt man lediglich an der Füllung der Jacke, dass es sich wohl doch nicht um einen Mann handelt. Vom ersten Moment an ist sie präsent und führt das Publikum mit Witz, charmant und warmherzig durch diesen Abend. Sie erobert die Herzen der Zuschauer in der so gut wie ausverkauften Stadthalle in Braunschweig im Sturm. Begleitet wird sie von dem Ensemble"La Scintilla" (was übersetzt heißt: der Funke) unter der Leitung von Ada Pesch. Der Funke dieses wunderbaren Orchesters, bestehend aus Musikern des Züricher Opernhauses, zündet an diesem Abend ein Feuerwerk für Augen und Ohren. Cecilia Bartoli zeigt besonders in ihrer Kostümierung des zweiten Teils, dass die Kastraten ja weder Mann noch Frau waren und provozierte durch den unteren Teil eines Mannes und den oben aufgesetzten Teil einer Frau in Form einer goldbestickten Korsage und eines angedachten Kleidansatzes bestehend aus leuchtend rotem und gerafftem Stoff.

Und hier darf ich ein Zitat meiner heutigen Gast-Autorin einfügen - Virginia Apel, Sopranistin und Leiterin der HAUSMusik im Künstlerhaus Hannover 2008/2009:

"Der große Ruhm dieser Primadonna wurde heute Abend voll und ganz bestätigt. Die Bartoli besitzt eine makellose Sopran-Stimme mit großem Umfang. Ihre Kunst ist nicht mühelos, auch vom Sehen, aber ist tadellos im Effekt. Eine spezielle, italienische Stimmbildung gekoppelt mit schauspielerischer Nuance und passioniertem, künstlerischem Ehrgeiz, bringt Cecilia Bartoli dazu eine große Palette an Emotionen und Farben zu zeigen - vom bombastischen Feuerwerk, wie in "Cadro, ma qual si mira" von Francesco Araia, bis zu "pianissimos" vom Feinsten. Die Stimme wirkt evtl. zarter und weiblicher als die von einem echten Kastraten. Sie bleibt ein unverbrauchtes Instrument, noch mädchenhaft, aber absolut souverän und überall ausdrucksstark. Mit Mimik, Witz, Pathos und phänomenaler Geschwindigkeit holt die Bartoli alles aus dieser sonderbaren Musik heraus, und demonstriert in vollem Maße die große 'Kunst der Kastraten'."

Das Ensemble "La Scintilla" bezaubert, ob als Begleitung der Bartoli oder aber in reinen Orchester-Stücken durch den Einsatz von historischen Instrumenten jener Zeit (Hörnern, Oboen oder Blockflöten). Die Musik wird von den Ensemble-Mitgliedern charmant, sanft und warmherzig präsentiert und genau so klingt sie auch. Es sind warme und fröhliche Töne die das Herz berühren, vom ersten bis zum letzten Ton in absoluter Perfektion. Für diese einzigartige Vorführung an diesem Abend gibt es verdient und zurecht nicht enden wollende Standing Ovations für Cecilia Bartoli und das Ensemble "La Scintilla".

Die Lieder und Arien zum Album SACRIFICIUM, die seinerzeit im 18. Jahrhundert für die Kastraten-Sänger geschrieben wurden zeigen hier und heute, das es sich durchweg um fröhliche und warmherzige Stücke handelt. Selbst wenn das Thema vielleicht für den Einen oder Anderen einen bitteren Beigeschmack verursacht. Auch Cecilia Bartoli lässt dieses Thema nicht unberührt, wie sie mehrfach in Interviews zum Ausdruck brachte. Da aber jedes einzelne Lied einem Kastraten-Sänger mehr oder weniger "auf den Leib" geschrieben wurde zeigt es doch in dieser Kunst der Darbietung, wie einzigartig diese Sänger damals gewesen sein mussten. weitere Info: www.ceciliabartolionline.com

Reportage/Infos: Carola Heider-Leporale, Virginia Apel/BRAUNSCHWEIG CLASSIX-Festival/Cecilia Bartoli
www.zickenzone-photographie.de
mein MusikBlog (hier noch mehr Bilder von dieser Veranstaltung)
 
 
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