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Bushloe, Berlin, Bannalec - moderne Architektur mit Sandwichbauelementen

Autor: Lothar Traub | Erstellt am: 02.12.2009 | Gelesen: 1143
Kategorie: Bau - Planung & Architektur | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Hochgedämmte Sandwichelemente mit EPS-Kern als Alternative zum Mauerwerksbau

Alltägliche Lösungen gibt es von der Stange – meist auch vor Ort. Besondere Umstände und Sachzwänge nötigen den Fachplaner vom Konventionellen abzurücken. Natürlich ist das mit Risiken verbunden, vor allem wenn man als Architekt oder Unternehmer noch keine Erfahrung mit dem neuen Produkt sammeln konnte.

Bushloe High School (UK)

Learning for Life – der Slogan der Bushloe High School. In Wigston (Leicestershire) UK residiert bereits seit 1959 die Bushloe High School. Wer seinen Kindern im vereinigten Königreich optimale Schulbildung in bester Umgebung ermöglichen will, bemüht sich um einen Studienplatz in Oxford, Cambridge oder Wigston. Wie vor 50 Jahren tragen die Schüler weiße Hemden – die Jungs noch eine Krawatte mit Jackett. Da das ursprüngliche Schulgebäude selbst den Konservativen zu „old fashioned" erschien, hat sich die Schulleitung intensiv mit einer kompletten Neuplanung des gesamten Komplexes für eine Bausumme von 12 Mio. £ befasst. Wegen des Schulbetriebs der durch die Bautätigkeiten nicht eingeschränkt oder beeinträchtigt sein sollte, war man auf der Suche nach Alternativen zum Massivbau. Niedrige Bau- und Heizkosten, die Nutzung von Regenwasser als Brauchwasser und recyclingfähiges Baumaterial stand im Pflichtenheft des Auftraggebers.  Neben der kurzen Bauzeit waren geringste Schadstoffemissionen während Bau- und Nutzungsphase gefordert. Das zum „UK Green Building Council" zugehörige Unternehmen Willmott Dixon, bekannt als Generalunternehmer für anspruchsvolle Bauobjekte, fand die Lösung im Holzbau, kombiniert mit IsoBouw C-SIPS  Wandelementen. Hier wurden individuell gefertigte Wandelemente  mit einer Wandstärke von 164 mm und einem U-Wert ca. 0,23 W/m²·K geliefert.

Insgesamt wurden bei IsoBouw in  Heilbronn 1.000 Quadratmeter Wandelemente für die Bushloe High School gefertigt. Als multifunktionelle Bauteile sind die IsoBouw C-SIPS-Elemente vor allem dort gefragt wo maximale Wärmedämmeigenschaften, aber auch ebenso effizienter Hitzeschutz gefordert und kurze Bauzeiten notwendig sind. Da beim Stellen dieser Teile nahezu kein Schmutz anfällt, war der Schulbetrieb unwesentlich eingeschränkt, da während der Semesterferien gebaut wurde. O-Ton des Bushloe Headteachers:  "The advantage of using C-SIPS is, that it allows constructions and infills that would not be possible if we used conventional blockwork. The increased speed of C-SIPS installation ensured that the project was watertight far quicker than if we had used more conventional methods".

Abrissbirne oder Revitalisierung – Berliner Gebäude aus der Gründerzeit wird nach 150 Jahren zum begehrten Wohnobjekt.

Historie

Der Berliner Ortsteil Steglitz erlebte mit dem Bau der ersten gepflasterten Landstrasse und der Errichtung der Wannseebahn  als  Eisenbahnlinie zwischen Berlin und Potsdam im Jahr 1838 einen wirtschaftlichen Aufschwung.  Ungefähr 20 Jahre danach wurde in der Birkbuschstraße ein Haus für Waisenkinder erbaut. Als Waisenhaus geplant und genutzt, wurde der  wilhelminische Klinkerbau später mehrfach umgenutzt. Als Finanzamt und Bildungsstätte, dann als Wohnobjekt mit langen Phasen des Leerstands – Einhundertfünfzig Jahre sind eben eine lange Zeit. Das Dach wurde während des 2. Weltkriegs völlig zerstört und durch ein Provisorium, welches erst vor kurzem weichen musste, ersetzt.

Moderne Lofts

Dennis Madden ,ein irischer Investor, war mutig genug das historische Gebäude aus der Gründerzeit zu kaufen, um mit Hilfe der Berliner Architekten Cruz & Kless, die Revitalisierung und Umwandlung in moderne Lofts zu planen. Seine Vorstellung war, die bisher 11 Wohnungen über eine Aufstockung von 2 weiteren Geschossen auf insgesamt 37 Wohneinheiten zu erweitern. Mehrere Fachplaner wurden beauftragt um in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde ein wirtschaftlich vertretbares Konzept zu erhalten. Für den anvisierten Massivaufbau wurde die Statik  komplett neu gerechnet. Das Ergebnis der statischen Planungen war kritisch. Die Aufstockung sollte mit Ausnahme der Dachdecke in massiver Ortbetonbauweise erfolgen, was bei dem hohem Wassereintrag mit Rücksicht auf die Holzbalkendecken im Bestand und die erforderliche Verstärkung des Backstein-Sichtmauerwerks eine fragliche Zumutbarkeit des Bestandes bedeutet hätte. Zudem hätte die bereits erfolgte Verstärkung der Fundamente um ca. 50 Prozent wegen der außer acht gelassenen Zusatzbelastung zur Ertüchtigung der Geschoßdecken in der Feuerwiderstandsklasse F90 nicht ausgereicht.

Problemlösung

Neben niedriger Kosten waren kurze Bauzeit, aber auch wie bereits erwähnt, geringster Wassereintrag in die darunter liegende Bausubstanz zwingende Voraussetzung.  Die Lösung hatte  Jan Keizers aus Berlin  anzubieten.

Sein Konzept sah die Aufstockung  in Fertigteil-Bauweise vor. Mit freitragenden Leichtbeton-Wohnungstrennwänden, Spannbeton-Hohldielendecken unter und über der ersten Aufstockungsebene. Die Dachdecke besteht ebenfalls aus vorgefertigten, großflächigen Leim-Holzelementen als Stegplatten. Die gesamten Außenwände in beiden Ebenen wurden aus ultraleichten IsoBouw  C-Sips Elementen realisiert. Zur Ertüchtigung der Holzbalkendecke, F90 plus Erhöhung der Tragfähigkeit, wurde das HBV-System eingesetzt. Die C-SIPS Außenwandelemente sind mit einer Wandstärke von 184 mm relativ dünn, trotzdem wird ein  U-Wert von. 0,22 W/m²·K versprochen. 

Modernes Verwaltungsgebäude in der Bretagne – gebaut mit IsoBouw C-SIPS Sandwichelementen

Bannalec, eine französische Kleinstadt mit knapp 5000 Einwohnern nahe der Atlantikküste im Südwesten der Bretagne. Wir denken an Urlaub, den frischen Fisch, die einzigartigen Backwaren und an das herbe Klima. Wo es viel fangfrischen Fisch gibt, werden auch lebensmittelechte und gesundheitlich unbedenkliche Verpackungen benötigt. Die werden von Isobox/Bannalec aus Styropor gefertigt und just in time an die Fischer geliefert. Natürlich produziert das Unternehmen auch Verpackungen für den non Food Bereich.

Im Werk Bannalec sind momentan 60 Mitarbeiter beschäftigt – davon 11 in der Verwaltung. Im vergangenen Jahr hat man sich entschieden das Verwaltungsgebäude abzureißen und komplett neu zu bauen. Die Vorgaben waren wegen nachvollziehbarer Sachzwänge in Form von fehlenden Büroarbeitsplätzen, eine rasche Bauzeit, beste Dämmwerte für niedrige Heizkosten bei ordentlichem Hitzeschutz für angenehmes Arbeiten während der Sommermonate. Nicht zu vergessen das knappe Budget welches den Spielraum für architektonische Glanzleistungen von vorneherein massiv eingeengt hat. Klare Formen in Bauhaus-Tradition helfen sparen. Fündig wurden die Franzosen bei IsoBouw.  Nicht nur die Wände sondern auch das Dach wurde mit C-SIPS Bauteilen gefertigt. Die Wärmedämmwerte unterschreiten die Vorgaben der gültigen Energieeinsparverordnung deutlich. Konkret wurden in Bannalec Bauteile mit einer Stärke von 264 mm und einem errechneten U-Wert von ca. 0,16 W/m²·K eingesetzt.

Resümee: Die Anforderungen welche von den jeweiligen Bauherren an den Hersteller gestellt wurden, konnten vollständig erfüllt werden. Die Betreiber waren mit der Abwicklung und dem Aufbau zufrieden. Natürlich war auch die Preiswürdigkeit für den Einsatz der IsoBouw C-SIPS-Bauteile entscheidend.

Wie funktioniert IsoBouw C-SIPS?

Die Abkürzung SIPS steht für„Structural Insulated Panel System". Es ist als selbst tragendes EPS Fertigbau-Verbundplattensystem konzipiert und besteht aus konstruktiven Sandwichelementen mit einem EPS-Dämmkern, sowie ober- und unterseitig montierten Deckschichten aus wasserfesten OSB-Platten. Der kraftschlüssige Verbund dieser Schichten erfolgt durch vollflächige Verklebung und in bestimmten Fällen durch zusätzliche  Verklammerung. Die Montage der C-SIPS Elemente erfolgt oberhalb der Bodenplatte. Die IsoBouw C-SIPS Elemente sind nahezu wärmebrückenfrei. Mittlerweile sind sogar U-Werte von unter 0,10 W/m²·K möglich.

KFW-40 und  Passivhaus - Die dort gestellten Anforderungen können problemlos erfüllt werden. Für den Passivhaus-Standard können die Elemente in Sonderausführungen mit bis zu 400 mm Kerndicke hergestellt werden.

EPS ist formstabil und durch die geschlossene Zellstruktur feuchtigkeitsunempfindlich. Die angegebenen U-Werte sind somit auch langfristig gewährleistet.

Schallschutz - Für die Mehrzahl der Gebäude sind die Anforderungen nach DIN 4109 umsetzbar. Es sind bewertete Schalldämm-Maße von R'w = 55 dB erreichbar, Messungen von renommierten Instituten belegen dies.

Tragverhalten und Stabilität - Aufgrund des Sandwicheffektes verfügen die Elemente über eine wesentliche höhere Tragfähigkeit als die Summe der einzelnen Schichten. Es können je nach Elementhöhe und -stärke Axiallasten von bis zu 12 Tonnen / lfm (entspricht 120 kN/lfm) aufgenommen werden. Gebäudehöhen von bis zu 3 Vollgeschossen sind realisierbar. Die Dauerfestigkeit von C-SIPS ist nachgewiesen und durch langjährigen Baustelleneinsatz in der Praxis bestätigt. IsoBouw kann auf mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Sandwich-Technologie zurückgreifen.

Luft- und Winddichtheit - Der konstruktive Aufbau in Kombination mit den praxisgerechten und unkomplizierten Detailanschlüssen stellen eine hohe Luft- und Winddichtheit sicher. IsoBouw C-SIPS Elemente sind dampfdiffusionsfähig.  Eine Dampfsperre ist nicht erforderlich.

Brandschutz / F-30 bis F90 B - Die C-SIPS Elemente sind nach der DIN 4102 der Baustoffklasse B2 zugeordnet. In Kombination mit Gipskartonfaserbeplankungen sind geprüfte Wandkonstruktionen der Feuerwiderstandsklassen F30 bis F90 B realisierbar. Gutachten des MFPA Leipzig liegen vor.

Ökologie - Baubiologisch aber auch ökologisch bieten die IsoBouw C-SIPS-Elemente eine Reihe von Vorteilen. EPS ist ein Dämmstoff welcher in Deutschland als Lebensmittelverpackung verwendet werden darf.  Das Aufschäumen des Rohstoffs während  der Produktion findet mit Wasserdampf statt. Des Weiteren bietet EPS keinen Nährboden für Mikroorganismen. Es fault und verrottet nicht, ist aber zu 100 Prozent recyclebar.  Der Aufbau geht ohne Bindemittel und den damit einhergehenden Trocknungszeiten vonstatten. Wartezeiten für nachfolgend geplante Tätigkeiten entfallen.  Auf Grund der individuellen, passgenauen Vorfertigung werden Aussparungen für Fenster und Türen  höchst präzise realisiert um auch hier maximal erzielbare Luftdichte beim Einbau zu ermöglichen.   Aufstockungen und Anbauten können innerhalb eines Tages, ganze Häuser in einem Zeitraum von 3 Arbeitstagen erstellt werden. Die in Deutschland, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sandwichtechnik in Mainz, dem FIW (Forschungsinstitut für Wärmeschutz) München, der TRADA UK (Timber Research & Development Association) entwickelten Produkte werden mittlerweile in Abstatt bei Heilbronn hergestellt.
 
Lothar Traub
www.isobouw.de
 
 
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