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Burnout: erst Feuer und Flamme, dann ausgebrannt

Autor: Renatewirth | Erstellt am: 04.07.2007 | Gelesen: 3119
Kategorie: Sport - Fitness & Workouts | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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Laut aktuellen Umfragen leidet ein Viertel der deutschen Fach- und Führungskräfte an massiven Erschöpfungssymptomen durch dauerhaften Arbeitsstress.

Die steigende Arbeitsbelastung ohne eine ausgleichende Arbeits-Leben-Balance lässt das Risiko für eine Burnout-Erkrankung dramatisch steigen. Auch wenn sich die Krankheitshäufigkeit des Burnout-Syndroms weitläufig noch nicht exakt feststellen lässt, wird eine allgemeine Steigerung des Burnout-Risikos aufgrund veränderter Lebens- und Arbeitsbedingungen erwartet. Doch nicht nur Führungskräfte sind betroffen...

Ging man früher noch davon aus, dass hohe Arbeitsbelastungen insbesondere in „helfenden Berufen" zu massiven Erschöpfungssymptomen führen, weiß man heute, dass das Burnout nahezu alle Berufsgruppen betrifft. Die Liste der auslösenden Ursachen für ein Burnout ist lang. Die mangelnde Fähigkeit, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, das eigene Maß zu finden und sich selbst und Anderen Grenzen zu setzen führt zu beständiger Überlastung. Werden die Erschöpfungssymptome ignoriert, führt der Weg direkt in den Abgrund der Burnout-Erkrankung.

Der Beginn dieser Erkrankung erscheint den Betroffenen zunächst jedoch noch positiv; viele fühlen sich in dieser Zeit aktiv, dynamisch und äußerst engagiert. Nach und nach wird dieser Aktionismus aber durch eine sich ausbreitende Erschöpfung langsam ausgebremst. Verminderte Belastbarkeit und Stimmungsschwankungen folgen, begleitet von einer Erholungsunfähigkeit, die auch als Tagesmüdigkeit oder chronische Müdigkeit bezeichnet wird. Dadurch wird stetig das gesamte Leistungsvermögen abgebaut. Gleichgültigkeit und depressive Verstimmungen nehmen zu. Die Arbeitswelt liefert kein Erfolgsgefühl mehr, die persönliche Qualitätswahrnehmung führt zur inneren Kündigung sowie zum seelischen Einbruch. Der Teufelskreis schließt sich und plötzlich ist die komplette Existenz in Gefahr.

Ein wenig Burnout ist jedoch in uns allen. Gefährlich wird es dann, wenn sich das Alltagsleben in ein Leidensbild verwandelt, dabei zur täglich Qual wird und die Betroffenen leise und unerbittlich in eine selbstzerstörerische Krankheit hineinzieht.

An Burnout erkrankte Menschen sind nicht ausreichend fähig, gesunde Grenzen zu setzen. Hier geht es bei weitem nicht nur um Grenzen zum Arbeitspensum. Wir brauchen die Fähigkeit, sowohl körperlich als auch in unseren Gedanken und Gefühlen und unseren Beziehungen der Situation angemessen Grenzen setzen zu können.

Die seelischen und psychosozialen Aspekte des Burnouts werden häufig unterschätzt. Welche Ursachen liegen diesen mangelnden eigenen Grenzen zu Grunde, was hindert, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren? Warum kann der eine trotz hoher Arbeitsbelastung ein gesundes Maß finden, ein anderer jedoch nicht?

Burnout-Prophylaxe beinhaltet nicht nur die Durchführung eines adäquaten Zeitmanagements, sie geht weit darüber hinaus. Sie ist der Lernprozess, den vielfältigen Anforderungen und Ansprüche des Lebens, zumindest teilweise, gerecht zu werden. Wir sind alle in verschiedene Systeme eingebunden. Das Arbeitssystem unseres Berufslebens ist nur eines davon. Unsere familiären Bindungen haben einen großen Einfluss auf unsere Belastbarkeit und auf die Fähigkeit, angemessen und ohne Schuldgefühle Nein sagen zu können. Die familiären Bindungen und Prägungen bestimmen unsere Fähigkeit, Grenzen wahrzunehmen und zu setzen. Und wer nicht Nein sagen kann, wird krank.

Doch auch wer nicht wirklich Ja sagen kann, wird krank. Ja zur Liebe, zur inneren Erfahrung, zum puren Sein. Ohne etwas leisten zu müssen. Wenn die für die Liebe bestimmte Energie kein Ziel finden kann, richtet sie sich auf andere Ziele aus. Je nach persönlicher Geschichte beginnt diese Ausrichtung schon früh. Richtet sich diese Energie auf die Arbeit, machen Erfolg und Leistungswillen zeitweilig glücklich. Es ist ein zeitweiliges Glück, das keine Grenzen kennt.

Wer dem Burnout bereits in seinen Anfängen begegnen möchte muss lernen, Grenzen zu setzen und dennoch offen zu sein. Nur wer um seine Grenzen weiß, kann sie auch immer wieder erweitern. Er kann auf andere zugehen und ihnen wirklich begegnen. Und damit auch sich selbst und seinen eigenen Wünschen

Beratungen zur Klärung der Probleme und der Ursachen sind oftmals eine große Hilfe für Betroffene. Manchmal heilt die ausschließlich medizinische Behandlung nicht. Familienaufstellungen können zu einem tiefen Verständnis des Burnouts und seiner Symptome und zu heilsamen Lösungen führen. Sie zeigen persönliche oder familiäre Hintergründe des Leides auf. Sie sind eine Hilfe für alle, die die Ursache ihrer Konflikte erkennen und ändern wollen.

Mehr zu Familienaufstellungen und zu Seminaren zum Thema „Grenzen setzen" unter www.aufstellungstage.de
Dr. Renate Wirth
 
 
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