Eva und Horst Köhler überreichen den Verdienstorden am Bande an Rüdiger Barth (Quelle: Bundesregieru
Olpe/Berlin. Auf Einladung des Bundespräsidenten Horst Köhler nahm Rüdiger Barth, Leiter des Kinder- und Jugendhospizes Balthasar, am 5. Oktober das Bundesverdienstkreuz am Bande im Schloss Bellevue in Berlin entgegen. Die Auszeichnung würdigt nicht nur seine Verdienste um die Weiterentwicklung und Qualifizierung der Kinder- und Jugendhospizarbeit in Deutschland, sie ist vor allem eine Anerkennung seines fast 25-jährigen Engagements für schwerstkranke und dauerbeatmete Kinder.
Ausgehend von seiner langjährigen Tätigkeit als Stationsleitung der Kinderintensivstation in Siegen übernahm er die Pflegschaft für einen dauerbeatmeten, kleinen Intensivpatienten. Hieraus entwickelte sich sein beruflicher Schwerpunkt, nämlich die Versorgung und Pflege solcher schwerkranken „Intensivkinder" außerhalb einer Intensivstation. So initiierte er auch bundesweite Fachtagungen und Weiterbildungen zu diesem Thema und unterstützte Kliniken und Pflegedienste bei der Betreuung beatmeter Kinder. Weiter brachte Barth seine Erfahrungen bei der Planung der Siegener „Kinderinsel" mit ein, einer Wohneinrichtung für dauerbeatmete Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus initiierte der Fachkrankenpfleger für Anästhesie, Kinderintensivmedizin und Palliativversorgung den Verein „INTENSIVkinder zuhause e.V.", einer Selbsthilfegruppe, der er bis heute beratend zur Seite steht.
Seit inzwischen über sieben Jahren ist Barth Leiter des Kinderhospizes in Olpe. Anfang 2009 ging das erste deutsche Jugendhospiz in Betrieb, auch hier war Rüdiger Barth maßgeblich an der Initiierung und Umsetzung beteiligt. In Seminaren und Kongressen lässt er sein Wissen allen in der Hospizbetreuung aktiv Beteiligten zugute kommen. Außerdem gehört Rüdiger Barth zu den Gründern des Bundesverbandes Kinderhospiz e.V., der die Kinderhospizinitiativen vernetzt und den Erfahrungsaustausch untereinander fördert. Durch die Verleihung des Verdienstordens wird vor allem das über den beruflichen Alltag hinausgehende Engagement gewürdigt, denn die vielen Tätigkeiten waren nur durch den hohen persönlichen Einssatz möglich. In einem Gespräch im Anschluss an die Verleihung zeigte sich der Bundespräsident beeindruckt vom Engagement des 49-jährigen.