Bei der letzten Wahl wurde von einem Freund an den Kandidaten der Linkspartei Mehmet Yildiz eine Frage zum Völkermord gestellt: ob er den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich anerkennt. Mehmet Yildiz hat bis heute auf die Frage nicht geantwortet!
Auf jeden Fall wird Mehmet Yildiz sich wieder für die Linke kandidieren. Bei der letzten Wahl war er als unabhängiger, parteiloser Kandidaten aufgestellt worden, inzwischen ist er Parteimitglied.
Nun, die gleiche Frage wiederhole ich auch und erwarte in diesem Heiligen Tag von Herrn Mehmet Yildiz eine eindeutige und ehrliche Antwort:
Sehr geehrter Herr Mehmet Yildiz, Sie bestreben sich für die Verbesserung der Lage der MigrantenInnen: Dies finde ich gut und unterstütze ich Sie auch. Die Mirgrantionshintergründe sind aber in Ihrer Reden und Beiträge nicht erkennbar. Sie fordern hier zulande die Gleichstellung der MigrantenInnen, ohne diese Forderungen gleichzeitig an den Ländern zu stellen, aus denen die Migrationswelle stammt. Ein Beispiel hierfür ist die Türkei und deren Politik gegenüber ihrer Etnisch religiöse Minderheiten: Armenier, Assyrer/Aramäer, Kurden... Die Türkei leugnet den Völkermord an den Armeniern. religiöse und etnische Minderheiten sind nicht gleichgesttelt. Sie haben kein Zugang zur politischen Bühne. Erwähnung des Völkmordes ist in der Türkei strafbar und wird als Beleidigung des Türkentums betrachtet und hart bestraft. Rede und Pressefreiheit, freie Meinungsäußerungen, also die pressefreiheit sind streng beschränkt, und all diese veranlassen die Auswanderung und Flucht aus der Türkei. Beispiele dafür: Ermordung des armenischen Journalist Hrant Dink, Festnahme Dogan Akahnli und viele anderen, die aus politischenGründen ihre Heimat verlassen müssten.
Ich möchte hier aber nicht um detaillierten Probleme in der Türkei eingehen, die schon für alle bekannt sind, ich möchte nur erwähnen, dass Sie in Ihrer Migrationspolitik hier zulande, sich auch für deren Rechte in ihrer Heimatländer einsetzen sollten, oder mindestens dies zu erwähnen, warum die Migranten, also die Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen!?
Meine Frage ist, ob sie Die Türkeipolitik genauso krietisieren würden, ob Sie die Gleichberechtigung für die Nichttürkisch-Nichtsunnitisch-Stämmigen Völker in der Türkei genauso wünschen würden, wie hier zulande für MigrantInnen wünschen, ob Sie den Völkermord an den Armenern, Assyrer und anderen christlichen Minderheiten anerekennen und dies verurteilen, ob Sie die türkische Regierung fordern würden, dies anzuerkennen?
Solange Sie schweigen diese Fragen zu beantworten, wird Ihrer Fordeungen hier zu lande nicht ernsthafte Forderung, sondern als Populismus betrachtet.
Mit freundlichen Grüßen,
Yervand Khosrovian