Jutta Schütz
Jutta Schütz wurde in Lebach im Saarland geboren und wohnt heute mit ihrer Familie in Bruchsal bei Karlsruhe. Im Jahr 2008 veröffentlicht der Verlag tredition ihr Selbsthilfebuch „Plötzlich Diabetes", letztes Jahr hat sie das Buch in die 2. Auflage gegeben. In dem Selbsthilfebuch "Plötzlich Diabetes" schildert die Autorin auf lockere Art und Weise, in einem Tagebuchstil, über ihre eigene Krankheit Diabetes und rechnet mit falschen Ernährungslehren ab. Sie beschreibt ihren Weg aus der Stoffwechselkrankheit ohne Medikamente und nur mit Hilfe einer kompletten Ernährungsumstellung.
Ihr Buch unterscheidet sich stark von den Diabetikerbüchern, die aus der Sicht von Ärzten und Wissenschaftlern geschrieben sind. Als Selbstbetroffene möchte sie allen Diabetikern mit dem Typ 2 Mut machen. Carmen Hardock sprach für die BRUCHSALER WOCHE mit Jutta Schütz über das Buch und die Krankheit Diabetes.
Hardock (H): „Frau Schütz, was hat Sie veranlasst, dieses Buch zu schreiben?"
Schütz (Sch): „Wenn ich Ihnen alle Gründe hier aufzähle, sprengt es unser Interview, aber allein die Tatsache, dass der Welt-Diabetes-Tag den Diabetes als globale Epidemie bezeichnet, ist schon Grund genug. Derzeit gibt es rund 283,3 Millionen Diabetiker weltweit und jeden Tag kommen 17.280 neue Patienten hinzu. Ich wollte keine Medikamente schlucken und informierte mich vom Tag der Diagnose an fast pausenlos über diese Krankheit. Mein Mann sagte mir, dass es sehr wichtig sei, meine gesammelten Informationen in einem Buch wiederzugeben.
H: „Jetzt kennen wir Ihre Motivation zu schreiben. Aber warum ist es für Sie als Selbstbetroffene wichtig, die Menschen zu informieren? Wir sind immerhin das Land mit den meisten Ärzten ..."
Sch: „Weil ich leider immer wieder feststellen muss, dass Diabetiker überhaupt nicht informiert sind, was sie selbst unternehmen können, den Diabetes zu bekämpfen."
H: „Aber Diabetiker werden doch ausreichend geschult. Und werden Diabetiker-Schulungen nicht auch von den Krankenkassen übernommen?"
Sch: „Dies stimmt. Alleine die deutschen Krankenkassen bezahlen für die Krankheit Diabetes jährlich über eine Milliarde Euro. Frau Hardock, jetzt wäre es doch sicher angebracht zu fragen, ob eine Heilung von Diabetikern mit dem Typ 2 vielleicht unerwünscht ist?"
H: „Sie denken also, dass Diabetes heilbar ist?"
Sch: „Es gibt überhaupt keine Studien, die beweisen, dass diese Krankheit nicht heilbar wäre. Dafür gibt es aber weltweite Studien, die beweisen, dass Medikamente voreilig verschrieben werden. Diabetes ist nur eine Krankheit von vielen und ein Milliardengeschäft für die Ärzte und die Pharmaindustrie. Viele dieser Diabetes-Medikamente haben gravierende Nebenwirkungen. Diabetiker werden nur leider sehr selten darüber informiert, dass eine Langzeit-Insulintherapie z.B. das Darmkrebsrisiko erhöhen kann, oder zu Herzkreislauferkrankungen führt. Da stellt sich dann auch die Frage, ob die Ärzte keine Zeit mehr haben oder einfach nur zu bequem sind, ihre Patienten mehr zu informieren.
Zum Beispiel hat Prof. Dr. med. Peter Sawicki (Arzneimittelprüfer) zwei Diabetes-Medikamente gestoppt, was der Pharmaindustrie nicht gefallen hat. Er musste seinen Platz räumen. Ärzte legen auch großen Wert auf eine starke Senkung des Blutzuckerspiegels. Faramarz-Ismail-Beigi von der Universität Cleveland zeigt an einer Studie mit 10.000 Diabetikern, dass durch eine intensivierte Therapie Spätfolgen der Zuckerkrankheit wie Gefäßschäden nicht verzögert werden. Unabhängige Mediziner fordern schon lange, vom „glukozentrischen Weltbild" Abschied zu nehmen. Aber so etwas bekommt ein Diabetiker auch nicht zu hören.
H: „Sie haben mit der Ernährungsweise Low Carb gegen den Diabetes gekämpft. Können Sie mir mehr darüber erzählen?"
Sch: „Low Carb steht für eine Ernährungsweise, die den Blutzuckerspiegel konstant niedrig hält und gleichzeitig die Fettverbrennung ankurbelt. Diese Ernährungsform ist ein großer Schritt in Richtung eines wesentlich gesünderen Lebens und ein Weg aus dem größten Ernährungsdilemma unserer Zeit. Außerdem unterstützt sie den Stoffwechsel, statt gegen ihn zu arbeiten. Zu viele Kohlenhydrate begünstigen Zivilisationskrankheiten und machen hungrig.
Viele internationale Studien beweisen, dass der Verzicht auf übermäßige Kohlenhydratzufuhr den Blutzuckerspiegel und die Insulinausschüttung senkt und Stoffwechselentgleisungen wirkungsvoll vorbeugt.
Insulin ist ein Masthormon - Essen wir also zu viele Kohlenhydrate, verbrennt unser Körper weniger Fett. Dadurch sinkt unser gutes HDL-Cholesterin und die Triglyzerid-Werte erhöhen sich. Das schlechte LDL-Cholesterin wird aggressiv.
Das ganze Interview nachzulesen auf der Webseite:
www.lokalmatador.de/article/..
Sabine Beuke