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Brillen und Ihre Geschichte

Autor: plopper | Erstellt am: 08.10.2010 | Gelesen: 1203
Kategorie: Lifestyle - Mode & Schmuck | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Erfahren Sie alles über die Geschichte der Brille

die Brille
die Brille

Die Geschichte der Brille


In der heutigen Zeit ist die Brille kaum noch aus unserer Gesellschaft wegzudenken. Egal ob Jung oder Alt, sie erleichtert den verschiedensten Menschen mit einer Sehschwäche den Alltag. Mittlerweile hat sie sich sogar als modisches Accessoire etabliert und ist kaum noch von den Nasen der Menschen wegzudenken. Doch bis sich die Brille durchsetzten konnte lag ein weiter Weg vor ihr, der bis auf das Jahr 965 zurück geht.

Erste Ansätze

Im Jahr 965-1039 entwickelte der arabische Gelehrte Ibn al-Haitam zum ersten mal die Idee geschliffene Gläser als Sehhilfe zu verwenden. Diese Idee schrieb er in seiner Abhandlung "Schatz der Optik" nieder und ebnete so der Brille, wie sie heute bekannt ist den Weg.

Der Lesestein

Im Jahr 1240 fertigten westeuropäische Mönche einen Lesestein, auf der Grundlage einer Übersetzung des Werkes von Ibn al-Haitam an. Die Kloster der Mönche verfügten über prachtvolle Bibliotheken und so hatten Seh/Lesefertigkeiten eine besondere Stellung. So fertigten die Mönche aus Bergkristall oder Quarz einen Lesestein an, der halbkugelförmig war und eine konvexe Linse bildete. Der Lesestein wurde auf ein Schriftstück gelegt und vergrößerte die Buchstaben. Der Nachteil dieser Erfindung war das der Stein über jedes einzelne Wort gelegt werden musste, allerdings brachte er trotzdem eine enorme Erleichterung bei einer Sehschwäche. Besonders bei alten Mönchen war der Lesestein beliebt.

Neben Bergkristall und Quarz wurde auch der Halbedelstein Beryll verwendet. Eine geschliffene Linse aus diesem Material wurde als "Brill" bezeichnet, daher leitet sich der heute geläufige Name "Brille" ab.

Roger Bacon untersuchte dieses Prinzip und versuchte dies im Zuge einer wissenschaftliche Untersuchung zu verbessern.

Die Nietbrille

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Nietbrille erfunden und löste so die umständlichen Lesesteine ab. Die Steine wurden flacher geschliffen und konnten so in einen Rahmen eingesetzt werden. Der Durchmesser der Gläser umfasste maximal 3 cm. Die Nietbrille gilt als Vorläufer der heutigen Brille, allerdings verfügte diese über keine Bügel, sondern wurde mit Hilfe eines Stils an das Auge gehalten. Ein großer Vorteil bei der Verwendung einer Nietbrille war die Vergrößerung aller Dinge. Von nun an mussten nicht mehr einzelne Wörter oder Zeilen Stück für Stück vergrößert werden.

Besonders Gelehrte erfreuten sich an dieser Erfindung um Schriften zu lesen und Sehschwächen in anderen Lebenslagen auszugleichen. In Murano wurden Brillengläser von besonders hoher Qualität geschliffen, da man es dort verstand weißes Glas herzustellen und diese anschließend fachmännisch zu schleifen.

Durch die kostspieligen Materialien und den aufwendigen Herstellungsprozess waren Nietbrillen nur Gelehrten und Reichen vorbehalten. Auf diese Zeit ist vermutlich das Klischee zurückzuführen, dass nur intelligente Menschen eine Brille tragen. Noch heute scheinen Brillenträger seriös oder gebildet zu wirken. Da bereits damals die Gleichsetzung zu hoch war wurden sogar Apostel in künstlerischen Darstellungen mit Nietbrillen gezeigt.

Die Bügelbrille

Im Jahr 1445 erfand Johann Gutenberg den Buchdruck, wodurch das mühsame handschriftliche Verfassen von Büchern entfiel. Eine schnellere und vor allem höhere Produktion von Druckwerken war möglich und so wuchs auch der Bedarf an Brillen. So ging mit dieser Erfindung die Bügelbrille einher, die eine Weiterentwicklung der Nietbrille darstellte. Im Gegensatz zur Nietbrille musste diese nicht mit den Händen gehalten werden, sondern hielt mit Hilfe eines Bügels auf der Nase. An dem Bügel der die beiden Gläser miteinander verband, war oft ein eingeschnittenes Lederstück angebracht, dass ein herunterrutschen von der Nase verhindern sollte. Außerdem wurden die Bügelbrillen mit Ketten für den Hals versehen, um eine Beschädigung bei einem Rutschen von der Nase zu verhindern. Eine Beschädigung war nicht nur kostspielig, sondern war auch mit langen Wartezeiten auf neue Gläser verbunden.

Das 15. Jahrhundert war die Geburtsstunde für konkave Linsen, die Kurzsichtigkeit korrigieren. Zuvor wurden nur konvex geschliffene Linsen gefertigt, die bei einer Weitsichtigkeit dienlich waren.

Die Mützenbrille

Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert war die so genannte Mützenbrille verbreitet, die mit Hilfe einer Konstruktion an einer Mütze befestigt wurde. Dies schützte vor einem Herunterfallen der Brille und die Hände waren frei. Besonders bei Frauen war diese Art der Brille beliebt, da Frauen oft auch im Haus Mützen auf hatten und diese nicht beim Grüßen abnehmen mussten. Bei Männern waren Mützenbrillen weniger beliebt, da diese keine Mützen im Haus trugen und sie im freien zum Grüßen stets abnehmen mussten. Nur bei Männern höherer Stände waren sie ebenfalls verbreitet, da diese den Hut zum Grüßen nicht abnehmen mussten.

Die Ohrenbrille

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstand die Brille, wie sie heute üblich ist. Zu damaliger Zeit wurde sie als "Schläfenbrille" bezeichnet und die Gläser wurden mit einfachen Metallbügeln versehen, die meist Kopfschmerzen verursachten. Die Ohrenbrille wurde oft verbessert und bietet in der heutigen Zeit neben einem hohen Tragekomfort auch weitere Vorteile, wie freie Hände. Die Weiterentwicklung der Brille scheint kein Ende zu finden. So gibt es immer weitere Neuerungen, wie Gleitsichtbrillen oder Kunststoffgläser.
 
 
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