Atomausstieg-Erneuerbare-Energien-Demo-25-Apr-2011-kl
WEISSENBURG, April 2011 - Neugierig googelte einer der lokalen Weissenburger-Bündnispartner für Atomausstieg im Internet nach „Protestmärsche gegen Atomkraft" und wurde bei BR-Online fündig. Dort konnte er dann schwarz auf weiß nachlesen, dass in Weißenburg gerade mal 300 Menschen an der Demo teilgenommen haben (vgl. BR-Online-Artikel „ Protestmärsche... ").
Polizei bestätigte 1.150 Teilnehmer
Eine Nachfrage der von der BR-Meldung überraschten Organisatoren der Demo ergab, auch bei der Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken liegt dieselbe Zahl vor, die auch die Veranstalter ermittelt haben: 1.150 Teilnehmer in Weissenburg.
BR-Redaktion beharrt auf 300 Teilnehmer
Warum BR-Online auf 300 Teilnehmer kam, wurde den Veranstaltern von der Münchner Redaktion wie folgt erklärt: man habe die Informationen von einem Korrespondenten und dessen Angaben können nicht in Zweifel gezogen werden. Der BR-Redakteur wurde dann mit der Tatsache konfrontiert, dass die Polizei 1.150 Teilnehmer gemeldet hat. Daraufhin wurde lediglich zugestanden, dass beide Zahlen in den Artikel genannt werden (vgl. geänderter BR-Artikel).
Dieses Ereignis hat dann doch die Glaubwürdigkeit des BR bei einigen der Bündnispartner ins Wanken gebracht. „Was nicht sein darf, über das werde auch nicht berichtet" war zu vernehmen. Aber man wolle sich hier nicht mit Verschwörungstheorien abgeben. Wahrscheinlich war es nur eine Verkettung unglücklicher Umstände, dass die Zahl 300 zustande kam und die BR-Redaktion sei halt etwas unflexibel solche Falschmeldungen zu berichtigen.
Der ländliche Raum hat neben Protestpotential noch mehr zu bieten
Fakt ist, dass in einer Kleinstadt eines ländlich geprägten Landkreises mit rund 90.000 Einwohnern 1.150 Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung und unterschiedlichen Alters auf die Straße gegangen sind! Ein Ziel hat sie geeint: Ausstieg aus der Atomkraft und Einstieg in den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien.
Welche Möglichkeiten haben die Bürger um Veränderungen, z.B. bei der Energiepolitik, herbeizuführen?
Es dürften folgende sein:
- Wahlen (jüngstes Beispiel „Baden Württenberg)
- Proteste, Demonstrationen oder Volksentscheide (damit können Politiker aufgeschreckt werden!)
- Verhaltensänderungen (z.B. Wechseln auf Ökostrom, Energiesparen, Akzeptieren von Windkraftanlagen in der Nachbarschaft, …)
Das haben auch alle Redner und die Reaktionen der Zuhörer bei der Kundgebung bestätigt.
Wie es ausschaut, wird der Protest gegen die Atomenergie so schnell nicht wieder abebben. Welche Konsequenzen sich daraus nach dem Ablauf des Memorandums im Juni ergeben, wird sich zeigen.
Eines ist jedoch klar, gerade der ländliche Raum bietet das Potenzial für den Ausbau von Erneuerbaren Energien. Seien es Windräder, Wasserkraft-, Biomasseanlagen oder Photovoltaik!
Anmerkung:
Die größten Demo nach Ende des zweiten Weltkrieges in Weissenburg wurde organisiert vom lokalen Bündnis für den Atomausstieg: der Evang.-Methodistischen Kirchengemeinde, der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Weißenburg St. Andreas, der Katholischen Pfarrgemeinde St. Willibald, dem Freundeskreis Jugendzentrum e.V., dem Bund Naturschutz, dem LBV, der Linksjugend Solid und den Parteien Grüne, LINKE, ÖDP und SPD. Weitere Artikel zum Thema: Hier