Screenshot der BQScan-Software
Die Idee für das Verfahren entstand aus Erfahrungen mit der Astrofotografie, wo bei Langzeitbelichtungen immer wieder Bildstörungen auftreten. Diverse Experimente und ausführliche Recherchen führten letztendlich zu dem Ergebnis, dass die natürliche Radioaktivität eine Ursache für diese unerwünschten Effekte sein könnte. Mittels radioaktiver Proben zur Kalibrierung von Messgeräten wurden die Eigenschaften des Kamerachips genauer untersucht und damit die Grundlagen für das Messverfahren geschaffen.
Zur Messung wird die Kamera ohne Objektiv verwendet. Die vom Kamerahersteller gelieferte Schutzkappe dient zur Abdunklung und zum Schutz des Bildsensors. Für die Aufnahme wird die Kamera auf sehr hohe Empfindlichkeit und eine Belichtungszeit von 30 s eingestellt.
Mittels der neu entwickelten Software BQScan werden die aufgenommenen Bilder analysiert und die Spuren der Radioaktivität vom normalen Rauschen des Chips unterschieden. Bereits niedrige Radioaktivität, wie z.B. im Flugzeug bei 10.000 m Flughöhe, kann festgestellt werden. Die Messung erreicht zwar nicht die Genauigkeit professioneller Geiger-Zähler, genügt aber, um relevante Beta- oder Gamma-Strahlung festzustellen.
Die BQScan-Software ist intuitiv zu bedienen und innerhalb weniger Sekunden steht das Messergebnis zur Verfügung. Die jetzt verfügbare Version der Software läuft unter Windows und unterstützt diverse digitale Spiegelreflex-Kameras der Marke Canon. Kameramodelle anderer Hersteller werden derzeit geprüft und in zukünftigen Programmversionen unterstützt.