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Borreliose - Wie ein Zeckenbiss tödlich enden kann

Autor: Stichfest | Erstellt am: 20.01.2012 | Gelesen: 742
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Der Kalender sagt uns, dass tiefster Winter herrscht, aber das Wetter ist anderer Meinung. Steigende Temperaturen und wenig Feuchtigkeit steigern das Risiko auf einen zeckenreichen Sommer.

Zecken sind keine Insekten, sondern gehören zu den Spinnentieren.
Zecken sind keine Insekten, sondern gehören zu den Spinnentieren.
Jedes Jahr im Frühling beginnt die Jagdsaison auf ein neues. Zwar greifen Zecken nicht zu Jägershut und Schießgewehr, aber auch sie begeben sich auf die Pirsch. Als Nahrungsquelle suchen die Parasiten sich einen Wirt, den sie an einer Stelle mit möglichst dünner Haut beißen und dann bei ihm Blut saugen können. Für den Wirt ist das unangenehm, aber eigentlich nicht gefährlich. Ist die Zecke jedoch Überträger des Borreliose-Bakteriums, kann aus dem harmlosen Stich eine tödliche Erkrankung werden.

Nur ein kleiner Stich

Zecken sind in den meisten Fällen Ansitzjäger. Sie lauern auf auf Gras oder Blättern bis zu einer Höhe von etwa eineinhalb Metern. Kommt ein Säugetier an ihnen vorbei, lassen sie sich fallen und suchen sich eine ungeschützte Hautstelle, an der sie trinken können. Ihre scharfen Beißwerkzeuge dringen dabei fast unbemerkt ein. Auch den Vorgang des Trinkens bemerkt das Opfer nicht.

Die Zecke trinkt soviel Blut, wie sie kann. Das Blut wird verdaut, bis alle verwendbaren Bestandteile herausgesogen sind. Da die Zecke aber kein Ausscheidungsorgan besitzt, würgt sie die unbrauchbaren Bestandteile des Blutes wieder hervor. Ist die Zecke von Borreliose-Bakterien befallen, ist dieser auch in dem wieder hervorgewürgten Blut zu finden und infiziert den Wirt.

Borreliosen – der rote Fleck an der Einstichstelle

Borreliose ist die Sammelbezeichnung für Krankheiten, die durch Borrelien hervorgerufen werden. Fast alle Bakterien dieser Gruppe können Erkrankungen hervorrufen, die jedoch in ihrem Verlauf sehr unterschiedlich sind. Im Anfangsstadium verläuft die Krankheit oft asymptomatisch. Zeigt sie Symptome, ähnelt die Borreliose oft einem grippalen Infekt, da sie mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und allgemeiner Mattigkeit einhergeht. Dieser Krankheitsverlauf ähnelt auch der zweiten großen europäischen Zeckenkrankheit, der FSME.

Gut diagnostizierbar ist aber der sehr häufig auftretende „rote Kreis", der um die Einstichstelle herum entsteht. Die Hautrötung weitet sich oftmals aus oder wandert von der Einstichstelle fort.

Da es sich um ein Bakterium handelt, kann nicht gegen Borreliose geimpft werden. Behandlungen mit Antibiotika haben eine hohe Heilungschance. Unbehandelt können die Bakterien Hirnhautentzündungen, Lähmungen, Gelenkentzündungen und Herzbeschwerden hervorrufen. Für Borreliosen sind Menschen und Haustiere gleichermaßen anfällig.

Zecken so schnell wie möglich entfernen

Um eine Ansteckung zu verhindern, sollte der Zecke keine Chance gelassen werden, den Erreger wieder in die Blutbahn des Wirts zurückzugeben. Lange Kleidung bei Wanderungen in Feld und Flur helfen, Zecken gar nicht erst an die menschliche Haut heranzulassen. Nach der Wanderung sollte eine gründliche Untersuchung aller Hautpartieren stattfinden. Gerade versteckte Stellen mit dünner Haut wie die Innenseite von Knien, Achseln und Schambereich sowie dem Bauchnabel sollte dabei viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Wird eine Zecke gefunden, darf diese auf keinen Fall mit Kleber oder Wachs beträufelt werden, um sie zu entfernen. Im Todeskampf würde die Zecke erst recht zum Auswürgen ihres Mageninhalts gezwungen werden. Stattdessen wird sie mit Fingernägeln oder eine Zeckenzange so gepackt, dass ihr ganzer Körper mit einer Drehung aus dem Körper herausgezogen werden kann. Kontrollieren Sie in jedem Fall, dass auch die Beißwerkzeuge aus der Bissstelle entfernt wurden. Abgerissene Beißwerkzeuge können unangenehme Entzündungen hervorrufen.

Tom Wessner
 
 
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