Singapur
Singapurs Casinos haben mehr als 3 Millionen Besucher angelockt, Tausende von Arbeitsstellen geschaffen und das Geldausgeben in Hotels, Restaurants und Einkaufszentren vorangetrieben. Doch sie halten auch die dortigen Gerichte in Atem. Seit der Eröffnung des Resorts Worlds Sentosa im Februar und des Marina Bay Sands im April gab es in dem Inselstaat Fälle von Betrug, Unterschlagung und Identitätsdiebstahl.
Einige Täter wurden ins Gefängnis geschickt oder mit einer Geldstrafe belegt. Drei Verdächtige aus Europa erschienen nicht zur Verhandlung, nachdem eine Kaution angesetzt worden WAR und zwei Afrikaner wurden wegen Casinobetrugs über 100.000 Dollar angeklagt. Singapur wurde in einer Umfrage von Mercer Consulting vergangenen Monat zur lebenswertesten Stadt in Asien gekürt.
Singapur schüttelte sein 45 Jahre andauerndes Casinoverbot ab, um die Einnahmen aus dem Tourismus bis 2015 zu verdoppeln. Zudem soll, wie es der Premierminister Lee Hsien Loong nannte, das „nicht spannende" Image abgelegt werden. Singapur ist laut OSAC eines der sichersten Länder der Welt und ist für einen möglichen Anstieg der Kredithaie, der Zuhälterei und Betrug bestens vorbereitet.
Casinos bedeuteten Geld, Geld wiederum bedeute Versuchung und Versuchung heiße, dass es zwangsläufig zu gewisser Kriminalität komme, so Song Seng-Wun, ein Wirtschaftswissenschaftler bei CIMB Research in Singapur. Ob es dies in Sachen des Einflusses oder seinen Beitrag zur Wirtschaft von Singapur wert sei? Definitiv, so der Wirtschaftswissenschaftler.
Das 5,5 Milliarden Euro teure Marina Bay Sands, welches der Las Vegas Sands Corporation des Milliardärs Sheldon Adelson gehört, feierte vor kurzem seine große Eröffnung seines Casinos, eines Einkaufszentrum, 963 von 2,560 Hotelzimmern und einigen normalen Gebäuden am 27 April. Nicht zu vergessen Singapurs 4,7 Milliarden Dollar schweres Resort World Casino auf Sentosa Island mit seinem Universal Studios Themenpark, der am 14. Februar seine Pforten öffnete.
Singapurs Kriminalitätsrate pro Kopf lag 2008 bei 684 von 100.000 Einwohnern. Somit betrug diese Rate ein Drittel der Rate von New York City, so der Justizminister Shanmugam. Die Handvoll von Fällen die mit Casinos in Zusammenhang standen, hat nicht viel zur Zuständigkeit des untergeordneten Gerichts von Singapur beigetragen, so das Gericht in einer E-Mail.
Das Auftreten dieser Fälle sei ein aktuelles Phänomen, daher bleiben die tatsächlichen Auswirkungen abzuwarten, so das Gericht. Herr Lee lehnte 2002 einen Vorschlag für Casinos ab, als er den Vorsitz eines Komitees führt, dass Wachstumsstrategien für Singapur ausfindig machen. Er sagte, dies unerwünschten Aktivitäten wie Geldwäsche, organisiertes Verbrechen und illegale Kreditvergabe zur Folge haben könnte. Drei Jahre später nutzte Herr Lee diese Entscheidung, um das Spielen zu gestatten.
Das Land habe keine andere Möglichkeit, als mit den Casinos, die die Touristen weiterhin anlocken sollten, weiterzumachen. Macaus Beliebtheit unterstützt diese Ansicht. Die Stadt im Süden Chinas überholte im Jahr 2006 Las Vegas als das weltgrößte Glücksspielzentrum. Die Einnahmen dort werden laut Karen Tang, einer Analystin bei der Deutschen Bank dieses Jahr um 50 Prozent ansteigen.
Etwa 3 bis 4 Millionen Menschen haben bislang Singapurs Casinos einen Besuch abgestattet, so Galaviz ein neutraler Stratege in der Glücksspielindustrie. Diese Orte werden etwa 0.8 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr beitragen, wenn alles gut läuft, so Song.
Lena Koch