Zimmerbonsai Mädchenkiefer (Pinus pentaphylla)
Das Wort
Bonsai stammt aus dem Japanischen und ist aus den beiden Wörtern Bon = Schale und sai = Pflanze zusammengesetzt. Seinen Ursprung hat die Kunst der Bonsai allerdings in China. Die Bezeichnung Bonsai leitet sich demnach aus den chinesischen Wörtern
pén = Schale und jĭng = Landschaft ab. Während heute insbesondere im westlichen Kulturkreis Bonsai auf ästhetische Aspekte reduziert wird, geht das ursprüngliche asiatische Verständnis sehr viel weiter und umfasst weltanschauliche und naturphilsosophische Elemente.
Ziel bei der Erstellung eines
Bonsai ist die verkleinerte Darstellung einer Harmonie zwischen der belebten Natur, den Naturelementen und dem Menschen. Dabei wird die belebte Natur meist von einem Baum oder einer Gruppe von Bäumen dargestellt wird, während die Naturkräfte häufig durch mineralische Elemente, wie ein Stein oder Kies repräsentiert werden. Die Schale, in der sich die Pflanzung befindet, steht in der Regel für den Menschen.
Die Zahl der verwendeten Baumarten ist sehr groß. Grundsätzlich unterscheidet man Bonsai, die ausschließlich im Freien von solchen, die auch ganzjährig in geschlossenen Räumen gehalten werden können. Dabei finden sowohl Nadelbäume, wie z.B. die
Mädchenkiefer, als auch Laubbäume, wie z.B. der Fächerahorn Verwendung.
Doch die Kunst des Bonsai ist mit Erziehung und Pflege des Baumes und Gestaltung der Pflanzschale noch lange nicht erschöpft. Ganz wesentlich ist auch das Aufstellen des Bonsai. So kann der Bonsai auf einem kleinen Tisch oder auf einer Baumscheibe platziert werden. Durch Rollbilder im Hintergrund mit Landschafts- oder Tierszenen wird eine weitere Dimension hinzugefügt. Ebenfalls ergänzenden oder die Aussage unterstützenden Charakter hat das Hinzufügen einer sogenannten Akzentpflanze. Weit verbreitet sind hier Gräser, kleine Stauden oder Bambus.
Beschäftigt man sich auf diese Weise mit der Welt der Bonsai, so wird man sich schon bald über die rein formalen Aspekte hinaus gelangen und zur überaus reizvollen weltanschaulichen Dimension gelangen.
Autor: Markus Boos