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Bogiebänder - effektiv und den Boden schonend

Autor: autocom | Erstellt am: 04.08.2008 | Gelesen: 2979
Kategorie: Wissenschaft - Forschung & Technik | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Bogiebänder werden zunehmend bei der maschinellen Holzernte eingesetzt. Die unterschiedlichen Typen, ihre Hersteller und wie die Bogiebänder eingesetzt werden, beschreibt dieser Beitrag.

Die Holzernte im Forst wird, wo immer möglich, mit hoch leistungsfähigen Maschinen betrieben. Das steigert die Produktivität und erhöht gleichzeitig die Sicherheit im Vergleich zu manuellem Abstocken erheblich. Der Preis dafür sind dank der immer schwereren Maschinen aber zerstörte Wurzeln, eine den Boden schädigende punktuelle Belastung des Waldbodens bis hin zu tief ausgefahrenen Fahrspuren. Auf feuchten und nassen Böden kommt dies besonders zum Tragen, auch in steilem Gelände oder im Schnee. Dort drehen die Räder schnell durch und verursachen irreparable Schäden am Waldboden. Verursacher sind eher die Rückezüge als die Vollernter, da Letztere sich die Wege mit Reisig verfüllen und ihre Strecke nur ein Mal langsam fahren. Rückezüge hingegen fahren beim Abtransport die Wege mehrmals und auch erheblich schneller. Zudem sind sie voll beladen mit teilweise über 20 Tonnen deutlich schwerer als Vollernter. Abhilfe schaffen so genannte Bogiebänder, die über die Reifen gespannt werden und dadurch eine viel breitere und längere Auflagefläche erzeugen. Dies schont den Boden, erhöht die Traktion und verbessert spürbar die Geländegängigkeit und die Fahrzeugstabilität.

Der Begriff „Bogiebänder" ist eigentlich irreführend: Denn es handelt sich ja nicht um Bänder im wörtlichen Sinn, sondern um schwere Metallglieder, auch Quereisen genannt, ähnlich einer Raupenkette für Bagger. Vergleichbar den Schneeketten für Straßenfahrzeuge, werden sie über die je zwei Reifen einer Bogieachse von Vollerntern und Rückezügen aufgezogen und wiegen pro Einheit rund eine Tonne, manche auch mehr. Seit einigen Jahren sind auch Bogiebänder für Einzelräder im Angebot. Sie sind seit rund 30 Jahren auf dem Markt und bieten Vorteile für die Umwelt und die Produktivität. All dies hat in Deutschland zu einer zunehmenden Akzeptanz bei den Maschinenführern geführt, so dass sie trotz des nicht eben geringen Preises immer öfter Bogiebändern einsetzen. Im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern, wo sie längst gängige Praxis sind und vielfach das ganze Jahr über aufgezogen bleiben, kommen sie hier nur in Abhängigkeit von der Geländebeschaffenheit zum Einsatz.

Den Markt für Bogiebänder teilen sich einige wenige Hersteller, deren Produkte aber teilweise in Deutschland gar nicht erhältlich sind. Markt führend sind der schwedische Hersteller Olofsfors sowie der zur schwedischen Gunnebo Group gehörende schottische Hersteller Clark. Beide haben Handelsvertretungen in Deutschland eingerichtet. Seit Anfang April sind hier über ein österreichisches Handelshaus auch die Bänder des kanadischen Herstellers Pedno zu haben, die bisher nur in Frankreich und Schweden Verkaufsniederlassungen betrieben. Weitere Hersteller sind die Martiini Metal Technics sowie Koneosapalvelu, beide aus Finnland, aber ohne Händler in Deutschland. Eine Sonderstellung nimmt Felasto PUR ein: Dieses Unternehmen bietet Bogiebänder, deren Platten nicht aus Stahl, sondern aus Polyurethan (PUR) hergestellt sind, also Kunststoff. Sie werden nur auftragsbezogen gefertigt und haben dadurch eine Lieferzeit von vier bis sechs Wochen. Die Breiten können mit 600, 700 oder 800 Millimetern bestellt werden, und das Gewicht pro Band ist mit 450 bis 650 Kilogramm deutlich geringer als bei herkömmlichen Bogiebändern.

Ihr Prinzip ist bei allen Herstellern gleich: Sie bestehen aus der Reifenrundung angepasste, gewölbte Bodenplatten aus einer hochwertigen, borhaltigen Stahllegierung in unterschiedlichen Formen und Breiten bis zu 120 Millimetern, die untereinander mit Kettengliedern verbunden sind. Die Formen variieren von schmalen, geraden Platten bis zu solchen in U- oder V-Form, bestückt mit einem oder zwei Stegen für besseren Grip. Auf Ihnen sind je nach Anwendungszweck jeweils bis zu vier Stahlspikes aufgeschweißt. Sie sind mit Gelenken verbunden, die seitlich Führungsstützen aufweisen, die teilweise die Reifenflanke hinabreichen. Sie geben den seitlichen Halt und verhindern das Abgleiten der Bogiebänder, sollen aber möglichst nicht die Reifenflanken berühren, um Abrieb oder Beschädigung zu verhindern. Je nachdem, in welchem Gelände und welcher Bodenbeschaffenheit die Bogiebänder eingesetzt werden, sind auch die Platten und ihre Abstände zueinander ausgelegt. Generell gilt: Breite Platten mit vergleichsweise geringem Abstand und wenigen Spikes oder Kanten für weiche Böden, schmale Platten mit größerem Abstand zueinander, mehr Kanten und mehreren Spikes für harte Böden, geneigtem Gelände oder Schnee. Je größer die Abstände zwischen den Platten sind, desto weniger können sich die Bogiebänder mit Matsch, Lehm oder Schnee zusetzen und dadurch die Spannung erhöhen, aber gleichzeitig die Traktion verringern.

Bogiebänder werden heutzutage meist zusammen mit den Reifen gekauft. Schätzungsweise 30 Prozent aller Vollernter und 50 Prozent aller Rückezüge fahren heute in Deutschland zumindest teilweise mit Bogiebändern. Der durch den erhöhten Rollwiderstand vor allem bei breiten Platten verursachte höhere Dieselverbrauch ist nach Ansicht von Fachhändlern ausgeglichen: Denn beim Fahren ohne Bogiebänder auf weichem Boden sinken die Räder tief in den Untergrund ein und benötigen daher erheblich mehr Leistung zum Fahren. Es soll Berechnungen geben, die belegen, dass das Fahren mit Bogiebändern hinsichtlich des Dieselverbrauches sogar günstiger sei als ohne. Die Hersteller, deren Produkte auch in Deutschland erhältlich sind, bieten bis zu acht verschiedene Typen von Bogiebändern an. Da sie und die Reifenbreite sowie deren Profil genau aufeinander abgestimmt sein müssen, ist die Produktvielfalt ernorm und erreicht jeweils eine dreistellige Zahl. Allein das „Eco-Track" vom Marktführer Olofsfors ist in 45 verschiedenen Ausführungen erhältlich. Hinzu kommt, dass auch der Abstand zwischen Fahrzeugrahmen und Reifen beachtet werden muss: Ist das Band zu breit gewählt, wird es am Rahmen hängen bleiben und kann nicht verwendet werden. Es ist daher sehr wichtig, die Bestellverfahren der einzelnen Hersteller genau einzuhalten, um nicht versehentlich das falsche Band zu kaufen. Man muss sich auch genau überlegen, in welchem Gelände das Band eingesetzt werden soll. Denn bei einem Gestehungspreis zwischen 4.000 und 9.000 Euro schaffen sich laut Händlerauskunft nicht viele Forstwirte zwei Paar Bogiebänder an. Ihre Haltbarkeit hängt sehr von der Bodenbeschaffenheit ab: Je abrasiver sie ist, beispielsweise bei sandigen Böden, desto höher ist der Verschleiß. Als Faustregel gelten etwa 6.000 Arbeitsstunden, dann sind sie verschlissen. Bogiebänder können ein Mal aufgearbeitet werden, was rund 2.500 Euro kostet.
 
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