Börsen entsprechen einem organisierten Markt, die gemäß Gesetzen des lokalen Wertpapierhandels unterliegen. In der mikroökonomischen Definition kommen Börsen einem vollkommenen Markt nahe. An Börsen werden unter anderem Waren (Rohstoffe, Güter), Wertpapiere (Anleihen, Aktien) oder abgeleitete Rechte beider Erstgenannten gehandelt.
Als Einheit der Handelsfeststellung wird der Kurs durch Angebot und Nachfrage durch definierte Makler zusammengeführt und bestimmt. Im sogenannten Parketthandel treffen sich die jeweiligen Makler und schließen durch Verhandlungen in persona oder für Klienten Geschäfte ab.
Bei der heute vielmehr verbreiteten Handelsplattformen via Computerbörse werden die Geschäfte durch Eingaben in das System automatisiert gehandelt. Die Makler selbst sind hierbei zur Eingabe und Kontrolle der Daten abgestellt. Den internationalen Regeln entsprechend, müssen mindestens drei lokale Tageszeitungen als überregionale Börsenpflichtblätter bestimmt werden.
Der Handel an sich wird über Kassageschäfte oder Termingeschäfte abgewickelt und richtet sich beim Parkett- sowie dem computerunterstützten Handel nach den jeweiligen Handelszeiten der jeweiligen Börse. Unter beaufsichtigter Preisbildung dient die Börse örtlich und zeitlich einer hohen Transparenz des Marktes, Schutz vor Manipulation, Effizienzsteigerung bei der Liquidität des Marktes sowie auch einer Verringerung der Kosten der Transaktion.
Zu den wichtigsten Börsenarten zählen also Wertpapierbörsen, Terminbörsen (Derviatehandel), Warenbörsen und Devisenbörsen (Handel von Fremdwährungen). In verschiedenen Spezialbörsen als Untergruppe der Warenbörsen sind vor allem die Gold- oder Kaffeebörse bekannt.
Wichtige Handelsplätze sind unter anderen New York, London, Tokyo, Frankfurt, Hong Kong oder Singapur. Geschichtlich verankert werden in Belgien die ersten Börsen erwähnt (Brügge und Antwerpen). Der London Stock Exchange wurde am 23. Jänner 1571 gegründet. Die Frankfurter Wertpapierbörse im Jahr 1585.
Zum Schutz der Anleger kann bei fehlendem Vertrauen in die Handelsabläufe oder Beruhigung des Marktes der Handel ausgesetzt werden. Dies geschah z.B. im September 2008, als die russische Börse mehrmals den Handel zur Beruhigung ausgesetzt hat.
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