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Börse: CFDs für Absicherungsgeschäfte und zur Spekulation

Autor: Ziermann | Erstellt am: 10.03.2010 | Gelesen: 2912
Kategorie: Geld - Versicherung & Vorsorge | Bewertung: rateArateBrateBrateBrateB
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FUCHS-Report
FUCHS-Report "Die Goldblase"
Verblüffend einfach, vielseitig einsetzbar, hochspekulativ – auf diese Formal lassen sich die neuartigen Anlageinstrumente CFDs bringen. CFD ist die englische Abkürzung für "Contracts for Difference". Die Bezeichnung beschreibt die Wirkungsweise der CFDs bereits sehr treffend: Der Anleger wettet mit einem Kontrakt auf die Differenz eines Basiswerts. Das können z.B. der DAX, eine einzelne Aktie oder der Goldpreis sein. Es sind sowohl Spekulationen auf steigende als auch auf fallende Kurse möglich. Der Anleger geht „long" oder „short", wie es im Börsenjargon heißt.

Mit CFDs lassen sich enorme Summen bewegen und beliebige Investmentstrategien umsetzen. Diese Eigenschaften machen den Reiz dieser Terminmarkt-instrumente aus. Der Kapitaleinsatz ist vergleichsweise gering. Der CFD-Broker fordert lediglich die Hinterlegung einer Sicherheitsleistung, auch Margin genannt. Bei sehr liquiden Instrumenten wie den gängigen Aktienindizes oder dem Bund-Future kann dann häufig das Hundertfache des eingezahlten Kapitals bewegt werden. Zahlen Sie also eine Sicherheitsleistung von 1.000 € ein, bieten Ihnen CFDs bereits die Möglichkeit, mit 100.000 € long oder short zu gehen. Liegen Sie mit Ihrer Markteinschätzung jedoch schief, kann sich das hinterlegte Kapital blitzschnell in Luft auflösen. Operieren Sie tatsächlich mit dem hundertfachen Hebel wie im obigen Beispiel beschrieben, reicht eine Bewegung des Basisinstruments um 1% in die falsche Richtung aus, um das Margin-Konto zu leeren. Der Broker fordert in solchen Fällen einen Nachschuss – oder er stellt die Position selbst glatt. Sollten weitere Einbußen auflaufen, kann der Verlust die Sicherheits-Margin auch weit übersteigen. Im Prinzip handelt es sich also bei diesen Geschäften um eine Terminspekulation auf Kredit. Vertragspartner ist Ihr Broker. Reizen Sie die Hebelmöglichkeiten von CFDs vollumfänglich aus, ist der Nervenkitzel garantiert!

Terminkontrakte à la carte

Trotz dieser Risiken entwickelt sich der CFD-Handel immer mehr zum Massensport. Allein in Deutschland haben bisher mehr als 40.000 Börsianer einen CFD-Account eröffnet. Der Markt wächst mit jährlichen Raten von 50%. Nach unserer Einschätzung könnte die Zahl der CFD-Trader sogar bis auf 250.000 wachsen. In Großbritannien entfallen bereits 30% der Börsenumsätze auf Contracts for Difference.

Der Erfolg der CFDs ist auf ihre verblüffend einfache Struktur zurückzuführen. Anders als bei Optionsscheinen oder Zertifikaten muss der Anleger kein Mathematikstudium absolvieren, um den Preis seiner Option zu beurteilen. CFDs kennen keine Laufzeitbegrenzung, keine Knock-out-Schwelle, keinen schwankenden Hebel und kein Emittentenrisiko. Ein CFD läuft prinzipiell unendlich lange. Den Hebel seiner Spekulation reguliert der Anleger grundsätzlich selbst über den Kapitaleinsatz. Seinen Gewinn oder Verlust bestimmt er mit dem jeweiligen Einstiegs- bzw. Ausstiegszeitpunkt.

Dazu ein Beispiel: Sie rechnen vormittags mit einem fallenden DAX und gehen mit 60.000 € short. Hierzu benötigen Sie eine Sicherheitsleistung von i.d.R. 600 €. Diese sollte aber tatsächlich höher bemessen sein. Der DAX steht beim Einstieg bei 6.000 Punkten und fällt bis zum Abend auf 5.950. Sie stellen die Position glatt und erzielen einen Gewinn von 500 € (10 mal 50 Punkte in €, denn Sie haben 10 DAX-Kontrakte gehalten).

Von diesem Ertrag muss noch die Broker-Provision abgezogen werden. Hinzu kommen Zinskosten, falls der Kontrakt über Nacht oder länger gehalten wird. Diese sind bei Long-Positionen höher als bei Short-Positionen. Bei einem kurz- oder mittelfristigen Halten des Kontrakts können die Zinskosten jedoch vernachlässigt werden. Mehr ins Gewicht fällt die Handelsprovision, die zumeist über die Handelsspanne, den Spread, abgegolten wird. Beim DAX ist ein Spread von 1-2 Punkten üblich. Das oben beschriebene Geschäft würden somit 10 bis 20 € kosten. Das klingt auf den ersten Blick preiswert, kann beim häufigen Traden jedoch durchaus ins Geld gehen. Hinzu kommt, dass längst nicht jedes Geschäft mit Gewinn abgeschlossen wird. Wegen ihrer enormen Schwankungen eignen sich stark gehebelte CFDs daher nur für Hobbybörsianer, die viel Zeit vor dem Bildschirm zubringen möchten und über eine robuste Psyche verfügen.

CFDs zur Depotabsicherung

Mit CFDs lassen sich allerdings auch konservative Strategien umsetzen. So können bestehende Wertpapier-Positionen besonders preiswert absichert werden. Nehmen wir an, Sie haben 100.000 € breit gestreut in DAX-Titel investiert und rechnen bei 6.000 Indexpunkten mit einer Marktkorrektur. In diesem Fall bietet es sich an, das Depot mit einer Short-Position auf den deutschen Standardwerte-Index zu versichern. Wünschen Sie eine Vollabsicherung, „verkaufen" Sie 17 DAX-Kontrakte im Wert von jeweils 6.000 Punkten. Das Gesamtvolumen des Absicherungsgeschäfts beläuft sich somit auf 102.000 €. Fällt der Markt um 10% auf 5.400, liegt Ihr Aktiendepot mit ca. 10.000 € im Minus, während der CFD-Kontrakt 10.200 € gewonnen hat.

Wichtig ist es dann, die Short-Position rechtzeitig auch wieder zu schließen. Ihr Ziel ist es ja, vom Wiederanstieg des Marktes zu profitieren. Auch die hinterlegte Margin sollte hier eher bei 5.000 € als bei den theoretisch erforderlichen 1.020 € liegen. Denn ansonsten kann es vorkommen, dass Sie mit Ihrem Absicherungsgeschäft ausgestoppt werden, wenn der Markt erst noch ein wenig ansteigt und anschließend doch nach unten dreht.

Natürlich entwickelt sich Ihr Aktiendepot nicht genau wie der DAX. Die meisten CFD-Broker bieten daher die Möglichkeit, auch Einzelaktien zu shorten. Hierfür fallen allerdings höhere Handelsprovisionen an. Da Einzeltitel wesentlich stärker schwanken können, werden außerdem Hinterlegungsleistungen von 10% des Kontraktvolumens verlangt – in unserem Beispiel also 10.000 €. Auch die Spreads liegen höher, und es müssen mehrere Kontrakte abgeschlossen werden. Wir empfehlen daher, ganze Depots vorzugsweise über einen Index oder eine Kombination gängiger Indizes abzusichern.

Erfolgsfaktor Brokerwahl

Es bleibt die Frage, welchem CFD-Broker Sie Ihr Vertrauen schenken. Nach unseren Recherchen werben hierzulande inzwischen 26 Anbieter um neue Kunden. Das Service-Angebot und die Konditionen fallen recht unterschiedlich aus. Nicht alle Broker werden sich am Markt etablieren können. Außerdem bietet auch der CFD-Handel die theoretische Möglichkeit, versteckte Gebühren zu kassieren.

Wir halten diese Gefahr für überdurchschnittlich groß, wenn der Broker als so genannter Market Maker fungiert. In diesem Fall handelt der Anleger auf der Plattform seines CFD-Partners, aber nicht direkt am Markt. Die vom Broker gestellten Kurse können, müssen aber nicht sekundengenau mit der tatsächlichen Marktpreisen übereinstimmen. Schon geringe Kursdifferenzen können dazu führen, dass ein Geschäft zum Nachteil des Anlegers abgerechnet wird. Insbesondere bei Markteinbrüchen oder Kurssprüngen hat der Beobachter kaum eine Chance, solche Differenzen oder Zeitverzögerungen zu bemerken, da er i.d.R. einen Stoppkurs im System hinterlegt hat.

Um derartiges auszuschließen, bevorzugen wir Broker, die ihre Anleger direkt am Markt handeln lassen (Direkt Market Access). Die CFD-Geschäfte werden dann in jedem Fall zu den augenblicklich geltenden Börsenkursen abgerechnet. Darüber hinaus sollten Sie prüfen, welcher Einlagensicherung Ihr Geschäftspartner angeschlossen ist. Bei der Mehrzahl der CFD-Broker beschränkt sich die Haftung auf 50.000 € oder 48.000 GBP. Für das Tagesgeschäft geht das in Ordnung. Sechsstellige Beträge würden wir auf solchen Konten jedoch nicht liegen lassen.

Die Redaktion der FUCHSBRIEFE hat die CFD-Szene unter die Lupe genommen. In unserem Sonderheft „CFD-Handel: Chancen für Anleger" haben wir die hierzulande tätigen Broker auf die oben genannten und weitere Qualitätskriterien abgeklopft und übersichtlich verglichen. Wir nennen empfehlenswerte Häuser und erläutern weitere Strategien aus der variantenreichen Welt des CFD-Handels. Pflichtlektüre für Einsteiger! Mehr unter www.fuchsbriefe.de/..

Stefan Ziermann
Verlag Fuchsbriefe

 
 
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