Bodypainting als neue Kunst Form
Seit Urzeiten schon bemalen sich Menschen zu den verschiedensten Anlässen; der Steinzeitmensch benutzte Erdfarben wie Ocker, Manganoxid und Holzkohle, verrührte das Pulver mit Wasser oder pflanzlichen Ölen und tierischen Fetten und trug diese Mischung mit Tierhaaren oder den Fingern auf seinen Körper auf, um sich zu tarnen oder um seinen Körper zu den verschiedensten Anlässen zu schmücken.
Besonders bei den Indianern war diese Art des Körperschmucks ein fester Bestandteil verschiedener Zeremonien, die
Bemalung des Körpers (
Bodypainting) gab Auskunft über die soziale Stellung und sollte Schutz bieten vor äußeren Einflüssen. Verschiedene Farben standen für Erfolg oder Niederlagen, die Bemalung zeigte gleich einem Orden die Verdienste bei der Jagd und im Krieg. Nicht zu unterschätzen war die Bemalung des Körpers zur Tarnung.
In fast allen Kulturen gab es
Kriegsbemalung, so färbten sich die Germanen beispielsweise die Gesichter blau, wenn sie in eine Schlacht zogen. Das Äußere sollte den Feind verunsichern und ihm Angst einjagen, gleichzeitig die Anonymität seines Gegners wahren. Man kennt das
Bodypainting aber auch aus Japan, besonders die Geishas beherrschten diese Kunstform bis ins Detail, bei ihnen stand der ästhetische Aspekt an erster Stelle. Auch hier konnte man an der Bemalung den Stand der jeweiligen Dame ablesen. Auch im Zirkus begegnet uns Bodypainting, was wäre ein Clown ohne Bemalung?
Bodypainting kann einige Stunden halten oder sogar mehrere Tage, anders als bei Tattoos lässt sich die Farbe leicht wieder entfernen. In den 60er Jahren begannen die Anfänge des Bodypaintings, so wie wir es heute kennen. Der Körper wurde als Kunstobjekt angesehen, durch die neue Freizügigkeit und die Liberalisierung zeigte man sich und verschönerte seinen Körper. Heute findet man Bodypainting hauptsächlich bei Fußballspielen und Rave-Veranstaltungen, aber auch aus der modernen Fotographie ist das Bemalen des Körpers nicht mehr wegzudenken. Seit 2001 gibt es eine Europäische
Bodypaintervereinigung, aufgrund der regen internationalen Beteiligung wurde diese Vereinigung 2004 umbenannt in Body Painting Association, jährlich findet eine Weltmeisterschaft der Körper- und Gesichtsbemalung in Österreich statt, auch Deutschland hat eine Meisterschaft.
Thomas Ewer