BMX-Fahrer bei einem Trick
BMX Fährräder sind bei Jugendlichen schon lange „in". Bekannt geworden durch den Film „E.T. – Der Außerirdische", in dem der junge Hauptdarsteller Henry Thomas mit seinem BMX durch die Luft fliegt, traten die kleinen Fahrräder einen Siegeszug durch die ganze Welt an.
BMX steht für „Bicycle MotoCross" (das X steht im amerikanischen Englisch häufig für das Wort „cross", weil es ein Kreuz symbolisiert). Die Bikes unterscheiden sich von gewöhnlichen Fahrrädern dadurch, dass sie über kleinere Räder (20 Zoll) und einen hohen Lenker verfügen. Ansonsten wurde auf alle nicht dringend benötigten Teile wie Licht, Gangschaltung, Schutzbleche, etc. verzichtet. Damit sind die Fahrräder zwar nicht verkehrstauglich, eignen sich aber hervorragend für Geländerennen oder anspruchsvolle Tricks.
Die Vorläufer der BMX-Räder, die „Bonanza-Räder", kamen in den 70er-Jahren nach Deutschland. In den 80er-Jahren wurde das Thema BMX dann zu einem regelrechten Boom auf der ganzen Welt, woran wie bereits angesprochen auch der Film „E.T." einen gewissen Anteil hatte. In den 90ern flaute der Hype dann etwas ab, obwohl stets eine BMX-Szene existierte. In den letzten Jahren ist aber ein starkes Wiederaufleben des Booms zu erkennen. Viele Großstädte verfügen heute über BMX-Anlagen (die sich die Biker meist mit Skatern teilen). Aber auch öffentliche Plätze werden oft von Gruppen von BMX-Fahren eingenommen. Beliebt sind Treppen, Geländer und Schrägen, an denen sich die Tricks trainieren lassen.
Auch im Profibereich gibt es eine aktive BMX-Szene. Berühmte Fahrer wie Mat Hoffman oder Chase Hawk werden von den Jugendlichen wie Helden verehrt, tauchen in Videospielen auf und vertreiben oft ihre eigenen Produktlinien an BMX-Zubehör und –Bekleidung. Häufig verfügen sie auch über eigene BMX Shops.
Weltweit gibt es zwei große Wettbewerbsserien: die X Games und die Dew Tour. Wer hier erfolgreich ist, darf mit Sponsorenverträgen und finanziellem Erfolg rechnen. In Deutschland existieren ebenfalls kleinere Wettbewerbe, wie zum Beispiel die BMX Masters. Insgesamt steht beim BMX jedoch nicht der kommerzielle Erfolg im Vordergrund, sondern die Zugehörigkeit zur Szene, der Sport und natürlich der Spaß, weshalb BMX oft auch den Funsportarten zugeordnet wird.
Wohin sich der BMX Markt entwickeln wird, ist schwer abzusehen. Je größer der potenzielle Markt wird, desto eher zieht er auch zahlreiche kommerzielle Anbieter an. Ein „Ausverkauf" wie andere Jugend- und Subkulturen ist jedoch in absehbarer Zeit nicht unbedingt zu befürchten. BMX bleibt wohl weiterhin in den Händen der Jungen und Junggebliebenen, für die BMX weit mehr als nur ein Hobby, nämlich eine Lebenseinstellung und ein Lebensmotto ist.
Tom Schmitz, Bildquelle © Nadine Klabunde @Fotolia.de