Bluthochdruck sollte behandelt werden - Informieren Sie sich jetzt ausführlich über die Arterielle H
Arterielle Hypertonie betrifft immer mehr Menschen aller Altersgruppen unserer Generationen. Besonders Industrienationen sind von ansteigenden Zahlen der Erkrankten betroffen.
Definition Bluthochdruck
Um eine fundierte Meinung zu einem Thema aufbauen zu können, ist es notwendig, sich zuerst über das Thema gründlich zu informieren. Hier eine kleine Zusammenfassung der arteriellen Hypertonie:
Bluthochdruck oder fachsprachlich als Gefäßdruck bekannt, bezeichnet, wie der Name schon sagt, den Druck in den arteriellen, kapillaren und venösen Gefäßen.
Schwankungen des Blutdruckes sind nichts Außergewöhnliches. Bei Anstrengungen oder Schmerzen, steigt der Blutdruck an. Im Schlaf oder in körperlichen sowie psychischen Ruhephasen, sinkt dieser wieder ab. Im Idealfall liegen die Blutwerte bei 120/80 mmHg (Millimeter auf der Quecksilbersäule des Messgeräts).
Sobald die Werte konstant bei 140/90 liegen, spricht man von zu hohem Blutdruck. In den meisten Fällen wird dieser zufällig, z.B. bei Routineuntersuchungen entdeckt. Schätzungen zufolge, sind rund 20 Millionen Menschen von Bluthochdruck betroffen. Ein Drittel aller Erkrankten bemerken die Hypertonie erst später oder gar nicht. Die Hälfte der Betroffenen ist über 60 Jahre alt. Kinder und Jugendliche können jedoch auch betroffen sein.
Erneute Massenpanik oder ernstzunehmende Bedrohung?
In den vergangen Jahren wurden hin und wieder gesundheitliche Beschwerden wie beispielswiese die Mutationen der Grippeviren überspitzt dargestellt. Man erinnere sich an den H1N1-Virus (Schweinegrippe), der im Jahre 2009 von der WHO (World Health Organisation) als Pandemie Stufe 6 eingestuft wurde und eine Massenhysterie auslöste. Die Folge war eine gigantische Aufstockung von Impfstoffen, die den Menschen die Angst nehmen sollte. Die Angst wurde schon im Sommer 2010 genommen. Dafür mussten die Bundesländer nur 30 Millionen ungenutzte Impfdosen und ein Verlust in Millionenhöhe in Kauf nehmen.
Mit den Worten des berühmten Kabarettisten Volker Pispers, der die politische und wirtschaftliche Verhaltensweise sprachlich illustriert, lässt sich die hysterische Reaktion der massiven Impfkampagne gut darstellen:
„Ein Statistiker, der beobachtet Sie 2 Stunden. Da sieht er, oh, die Frau isst einen Teller Suppe, da geht er hin, rechnet er aus, wie viel Suppe Sie noch in Ihrem ganzen Leben essen werden. Das Sie, wenn er weggegangen ist, sagen: Bäh, Suppe ess ich nie wieder. Das kriegt er nicht mehr mit, der Statistiker. Das wär ja noch nicht schlimm, nur meine depperte Regierung hat dann schon mal die ganze Suppe bestellt, die Sie hinterher auslöffeln dürfen." (Beitrag zum Thema Globalisierung)
Doch wie sieht es mit Bluthochdruck aus? Ist das Krankheitsbild wirklich vergleichbar mit einem Virus der Stufe 6? Auch wenn die arterielle Hypertonie nicht zu den gefährlichsten Risikostufen gehört, ist sie mit ihrem schleichenden Charakter durchaus ernst zu nehmen. Wird Bluthochdruck jedoch frühzeitig diagnostiziert, so kann er problemlos mit beispielsweise Ramipril, Lisinopril, Amlodipin oder Bendroflumethiazid behandelt werden.
Ursachen bei Kindern und Erwachsenen
Bluthochdruck wird zwischen der primären und sekundären Hypertonie unterschieden. Die erste Version weist keine organischen Erkrankungen wie Aortenisthmusstenose (Angeborene Missbildungen der Hauptschlagader), Herz- oder Nierenerkrankungen, Hormonhaushaltstörungen und Tumore auf. Häufig sind genetischbedingte Aspekte auf eine primäre Hypertonie zurückzuführen. Bei der sekundären Hypertonie liegen, im Gegensatz zur primären Hypertonie, Organerkrankungen vor. Ein hoher Blutdruck kann durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden. Hier finden Sie die häufigsten:
- Der Mangel an sportlichen Aktivitäten unterfordert das Kreislaufsystem.
- Fettleibigkeit, vor allem im Bereich des Bauches.
- Falsche Ernährung (Fastfood)
- Kochsalz in zu hohen Mengen könnte das Risiko erhöhen.
- Ständige Schlaflosigkeit kann den Risikofaktor ebenfalls ansteigen lassen.
- Übermäßiges Rauchen und starker Alkoholkonsum führen zu Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
- Stress, in körperlicher sowie psychischer Form.
- Regelmäßiges Herzklopfen, Unruhezustände und Kurzatmigkeit erfordern möglicherweise eine ärztliche Konsultation
Kinder, die unter zehn Jahren an einem erhöhten Blutdruck leiden, weisen meist organische Ursachen auf. Auch genetische Gründe können ausschlaggebend sein. In diesem Fall hatten auch schon Verwandte eine arterielle Hypertonie. „Zu 50 Prozent wird der Blutdruck von den Genen bestimmt." Erklärt die Bluthochdruckspezialistin Eva Brand an der Uni-Klinik Münster.
Hinweise auf Bluthochdruck
Kopfschmerzen, Nasenbluten, Schwindel und Übelkeit sind häufige Anzeichen auf Bluthochdruck. Diese treten jedoch erst verspätet auf. Arterielle Hypertonie wird nicht umsonst als „stiller" Killer bezeichnet, denn die Erkrankung verursacht unbemerkt Schäden im Gefäßsystem. Dies führt zu Arteriosklerose, Bindegewebe-, Kalk- und Fettablagerungen. Mögliche Auswirkungen können unter anderen Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen sein. Selbst Netzhautgefäße in den Augen werden durch eine Hypertonie geschädigt.
Das gängigste Mittel zur Feststellung des Bluthochdruckes, ist ein Blutdruckmessgerät. Mit Hilfe einer körperlichen Untersuchung sowie Blut- und Urinproben können erhöhte Blutdruckwerte ebenfalls festgestellt werden. Zudem können ein EKG, Ultraschallaufnahmen im Bereich des Herzens und Bauches sowie das Röntgen des Brustkorbes als zusätzliche Diagnoseverfahren verwendet werden, um eine arterielle Hypertonie und Folgeerkrankungen ausfindig zu machen.
Behandlungsmöglichkeiten
Eine Veränderung des Lebensstiles, hilft das Risiko gering zu halten. Dazu sollten die weiter oben erwähnten Punkte (Ursachen) vermieden werden. Mögliche medikamentöse Behandlungsformen gegen Bluthochdruck sind Ramipril, Amlodipin, Lisinopril oder Bendroflumethiazid.
Medikamente im Vergleich
Unterschiedliche Studien zur Wirkung und Verträglichkeit existieren zu diversen Medikamenten zur Behandlung von hohem Blutdruck. Die ASCOT-Studie (Anglo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial) ist in Europa mit mehr als 19.000 Männern und Frauen, die aufwendigste Untersuchung zu Bluthochdruck. Die von Pfizer finanzierte Studie wurde 1998 begonnen und im Jahre 2006 beendet.
"Patienten, die der moderneren Strategie zur Blutdrucksenkung - Amlodipin plus oder minus Perindopril - zugeordnet worden waren, wiesen ein um 34 Prozent niedrigeres Risiko der Neuentwicklung eines Diabetes auf. Das ist ein wichtiges Ergebnis, denn Diabetes erhöht signifikant das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle." äußerte Dr. Ajay Gupta vom International Centre for Circulatory Health, Imperial College London, Großbritannien.
Das Ergebnis der fünf jährigen ASCOT-Studie zeigte, dass eine grundlegende Behandlung von Bluthochdruck geändert werden sollte. Betablocker sollten somit nicht mehr die erste Wahl sein. Insgesamt wiesen Patienten, die mit Amlodipin behandelt wurden, eine 23-prozentige Reduzierung der lebensgefährlichen und nicht lebensgefährlichen Schlaganfälle sowie eine 24-prozentige Senkung der Todesfälle bei kardiovaskulären Vorkommnissen im Vergleich zu Menschen, die mit Betablockern behandelt wurden auf.
Die HOPE-Studie (Heart Outcomes Preventions Study) zählt zu einer der größten Forschungen zur Prävention von Erkrankungen, die das Herz und Gefäßsystem betreffen (kardiovaskuläre Untersuchungen). Insgesamt nahmen 9.297 Patienten im Alter von mindestens 55 Jahren und mit einem hohen Risikofaktor an der Studie teil. Verglichen wurden der ACE-Hemmer Ramipril und Placebo. Die Teilnehmer nahmen jeweils 10 mg täglich ein. Nach 4,5 Jahren wurde die Studie jedoch vorzeitig abgebrochen, da Ramipril eine deutliche Überlegenheit aufwies. Auch in verschiedenen anderen Studien wie der ANBP2 (Australian National Blood Pressure Study), zeigten ACE-Hemmer eine gute Wirksamkeit.
In Kombination mit Arzneimitteln gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel wie Simvastatin, wäre eine Reduktion des Risikos auf einen Schlaganfall oder Herzinfarkt sogar um die Hälfte gesenkt.
Verfasst von Leonardo Sánchez am 09.11.2011