Jeans aus Biobaumwolle mit Öko-Label
Die aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnene Baumwolle ist die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Naturfaser für Bekleidung und Heimtextilien. Während der Begriff "Naturfaser" lange Zeit darüber hinweg täuschte, wie umweltschädlich der konventionelle Anbau von Baumwolle eigentlich ist, haben Umweltorganisationen,
Grüne Mode Labels und die Medien das Bild in den letzten Jahren deutlich verändert. Denn "Naturfaser" hat mit "Naturschutz" in diesem Fall nichts zu tun, sondern im ganz im Gegenteil ist herkömmlich angebaute baumwolle eines der umweltschädlichsten Agrarprodukte überhaupt wie z.B. das Beispiel Indien zeigt.
Indien ist nicht nur das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde sondern auch der zweitgrößte Baumwollproduzent der Welt. Während der Anbau von Baumwolle in Indien zwar nur ein Fünftel der Agrarfläche beansprucht, werden auf den Baumwollfeldern gleichzeitig mehr als die Hälfte aller eingesetzten Pflanzenschutzmittel verwendet. Darüber Hinaus hat die konventionelle Baumwollproduktion auch nicht für eine Steigerung des Wohlstands sondern stattdessen eher für soziale Mißstände gesorgt. Hintergrund ist, dass die Bauern, die die Baumwolle anbauen, sich zuerst Geld für Samen, Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel leihen müssen. Fällt einmal ein Großteil oder die gesamte Ernte aus bedeutet dies oft auch das Aus für die einfachen Bauern.
Vor diesem Hintergrund ist es wenig verwunderlich, dass immer mehr Menschen die Augen nicht mehr vor den Mißständen der Textilwirtschaft verschließen. Auf der einen Seite erobern seit Jahren immer mehr nachhaltig wirtschaftende Labels den Markt, auf der anderen Seite steigt auch die Nachfrage stetig. Während zu Anfang vor allem
T-Shirts aus Biobaumwolle die grüne Mode aus der Öko-Nische holten, ist das Angebot heute breit gefächert: Von ökologisch korrekter Streetwear über Unterwäsche, Jeans und High Fashion bis zu Schuhen ist nahezu alles erhältlich. Selbst die wirklich Großen der Branche wie C&A oder H&M haben inzwischen Kleidungsstücke aus Biobaumwolle im Angebot.
Bekleidung aus ökologischem Anbau und fairer Produktion ist demnach nicht mehr nur für Gutmenschen und Umweltschützer interessant. Denn auch wenn die Zerstörung der Umwelt beim konventionellen Anbau in weit entfernten Entwicklungs- oder Schwellenländern stattfindet, findet das Gift in herkömmlich hergestellten Textilien doch seinen Weg bis zum Käufer. In den Kleidungsstücken befinden sich Reste der Pflanzenschutzmittel sowie der chemischen Mittel zum Färben oder der Motive und gelangen beim Tragen mit der Haut in Kontakt. Ökologisch produzierte Kleidung ist somit nicht nur für Umwelt und Gewissen sondern auch für die eigene Gesundheit von Vorteil.
Autor: Christopher Tan