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Bio-Ökonomie: Auf dem Weg zur bio-basierten Wirtschaft

Autor: KLARTEXT | Erstellt am: 21.11.2010 | Gelesen: 489
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Kabinett beschließt Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 / Deutschland übernimmt international Verantwortung für die Welternährung

Berlin/Bonn, 18. November 2010 - Man will biologische Ressourcen nutzen, die weltweite Ernährung sichern, die Agrarproduktion nachhaltig gestalten, gesunde und sichere Lebensmittel produzieren, nachwachsende Rohstoffe industriell nutzen und biobasierte Energieträger ausbauen. Kurz: Man will den Weg zu einer bio-basierten Wirtschaft beschreiten. Dafür hat das Kabinett vergangenen Mittwoch die „Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 – Unser Weg zu einer biobasierten Wirtschaft" beschlossen. Demnach sollen in den nächsten sechs Jahren mehr als zwei Milliarden Euro in die Forschung fließen.

Die Nationale Forschungsstrategie trage einer nachhaltigen bio-basierten Wirtschaft Rechnung, die sich am natürlichen Stoffkreislauf orientiert, eine ausreichende und vielseitige Ernährung sicherstellt und mit hochwertigen Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhe. Weltweit wurde bisher von keinem anderen Land ein derart ganzheitlicher Forschungsansatz für die nachhaltige Nutzung biologischer Ressourcen vorgelegt.

„Dieses Ziel ist mit großen Chancen für Wachstum und Beschäftigung verbunden. Zugleich übernehmen wir auch international Verantwortung für die Welternährung, die Rohstoff- und Energieversorgung aus Biomasse sowie für den Klima- und Umweltschutz", sagt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, in einer Presseerklärung. Man wolle mit Forschung und Innovation den Strukturwandel von einer erdöl- zu einer biobasierten Industrie ermöglichen.

Viele Unternehmen befinden sich bereits auf einem grünen Weg und nutzen biologische Ressourcen nachhaltig. Ein defektes Maschinenbauteil durch ein neues zu ersetzen, das weiß der Balinger Systemlöser Bizerba, ist beispielsweise nicht immer der Königsweg im Reparaturservice eines Unternehmens. Um die Ökobilanz zu optimieren, steht deshalb bei Bizerba der sogenannte Green-Service an der Tagesordnung. Defekte Maschinenteile werden dabei durch reparierte Bauteile ersetzt, die bereits im Einsatz waren, der Kunde erhält dafür  einen Preisnachlass. Technisch stünden die recycelten Bauteile Neuen in Nichts nach, so Robert Keller, Director Business Services bei Bizerba. An einem Beispiel verdeutlicht er die positive Ökobilanz: „Hat Bizerba beispielsweise einen bestimmten Waagentyp in einer Stückzahl von rund 100 000 in den 90er Jahren verkauft, errechnen sich etwa 180 000 verschiedene Komponenten, die wieder aufgearbeitet und weiter verwendet werden konnten. Hätte man diese Bauteile einfach gegen Neuteile ersetzt, hätte sich eine Kette von rund 40 Kilometern ergeben", so Keller.

Als erste Maßnahme kündigte Rachel eine Innovationsinitiative zur weißen Biotechnologie an, über die nächsten fünf bis zehn Jahre stellt das BMBF bis zu 100 Millionen zur Verfügung. Die weiße Biotechnologie ist ein wichtiger Impulsgeber für die BioÖkonomie. Dabei werden herkömmliche chemische Produktionsprozesse zunehmend durch den Einsatz von Mikroorganismen oder Enzymen ersetzt. Völlig neue Produkte können dabei entstehen: Biopolymere als Kunststoffersatz oder Lebensmittelergänzungsstoffe aus natürlichen Quellen.

Mit dem Bioeconomy Science Centre (BioSC) entsteht in Nordrhein-Westfalen ein Forschungszentrum, in dem rund 50 Einzelinstitute künftig unter einem Namen an der Bioökonomie der Zukunft arbeiten. „Wir sind die ersten in Europa, die sich dezidiert auf die Bioökonomie ausrichten", sagt Annette Stettien, Sprecherin des Forschungszentrums Jülich, das als einer der vier Partner am BioSC beteiligt ist. Jeder Partner bringt seine besonderen Stärken in das neue Zentrum mit ein: Das Forschungszentrum Jülich in der Pflanzenforschung und Biotechnologie, die genetische Sequenzierung in Düsseldorf, die Landwirtschaft in Bonn und die Verfahrenstechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen. Insgesamt sind 50 Institute beteiligt.

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