Was wird nach vielen Jahren?
Nach jedem Bildungsabschluss verliert die Schule im Regelfall den Kontakt zu denen, die sie -zumindest als Gymnasium- über viele Jahre hinweg bildungsmäßig aufgepäppelt hat. Die Schule erstellt somit zahlreiche Produkte, weiß aber nie oder selten, was aus ihnen einmal wird. In der Prozesskette fehlt die Endkontrolle.
Wenn Abgänger ihre Schule verlassen haben, durchlaufen sie in ihrem weiteren Leben zahlreiche weitere Anreicherungs-, Transformations- und Umwandlungsprozesse hinsichtlich der im Rahmen der Schulzeiten einmal erlangten Wissensstände. Was als läge näher als nachzuforschen, was aus dem ursprünglichen von der Schule vermittelten Wissen im weiteren Verlauf geworden ist. Hat es neue Blüten und Zweige, weitere Ableger gebildet ? Kann man eine Wachstumsgeschwindigkeit orten und feststellen ? Oder sind gewisse Wissensbestandteile später wieder abgestorben und verkümmert ? Wenn welche und warum ? Fragen über Fragen, die von keiner noch so gescheiten Bildungskommission beantwortet werden könnten.
Vgl. Becker, Jörg: Es steht eine Schule im Hanauer Land – Hohe Landesschule ist sie seit alters genannt, 2010, ISBN 9783839199176.Es bleibt zu hoffen, dass niemand meine, wenn er denn Erfolg gehabt habe, so sei dies einzig und alleine sein Verdienst gewesen. Eine Schule dürfte nämlich daran auch ihren gehörigen Anteil gehabt haben. Doch wie groß könnte dieser denn wirklich sein ? Es könnte der Eindruck entstehen, dass dies niemanden wirklich interessieren würde. So als würde sich ein Pharmabetrieb, nachdem er seine Pillen hergestellt hat und diese geschluckt wurden, ab diesem Zeitpunkt nicht mehr dafür interessieren, was eigentlich dann und später noch geschieht. Will eigentlich niemand wissen, was Wissen wirklich wert ist, wie sich eine Wertentwicklung im Laufe der Jahre darstellt. Wo es Verbesserungspotentiale gibt, die man kalkulieren und greifen könnte ? Was ist eigentlich aus den öffentlichen Geldern geworden, mit denen eine Schule finanziert wird ? Endet der für eine Renditerechnung zugrunde liegende Zeitraum genau mit dem Schulabgang ? Wenn nicht, wann dann ? Welchen Wirtschaftlichkeitskriterien sollte man folgen?
Obwohl eine Schule keinen detaillierten Langzeit-Nachweis ihrer Bildungserfolge führen muss, wird sie vielleicht aber wegen der ihr seit allen Zeiten innewohnenden wissenschaftlichen Neugierde einmal genauer danach forschen mögen, wie groß genau der Schwund an von ihr erzeugtemWissen sein könnte oder aber, welche Wissenszuwächse auf der von ihr einst ausgebrachten Bildungssaat später erwachsen sind. Wie viel Prozent des im Laufe der Schulzeit vermittelten Wissens konnte im späteren Leben noch genauso genutzt werden ? Welcher Anteil wurde überhaupt in ein späteres Leben hinüber gerettet ? Und in welchem Umfang war das vermittelte die Wissen die Basis oder Voraussetzung dafür, dass damit überhaupt erst weiteres Wissen erlangt werden konnte ? Und überhaupt: welche Potentiale konnte mit Hilfe des erworbenen Wissens eröffnet werden ? Behaupte niemand, solche Fragen wären die aus dem Gestern. Im Gegenteil scheinen sie noch mehr aktuell für das Heute.
Vgl. Becker, Jörg: Es steht eine Schule im Hanauer Land – Hohe Landesschule ist sie seit alters genannt, 2010, ISBN 9783839199176.Jörg Becker
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