Weiterbildung in Deutschland - Notstand oder Hoffnung?
Die Weiterbildung in Deutschland lahmt, die Dozentengehälter fallen ins bodenlose und die Motivation der Lehrkräfte gleich mit. Der Lehrberuf wird in Deutschland, für die erbrachte Leistung und die tägliche Stressbelastung unterbezahlt. So mancher Dozent muss, um überleben zu können schon eine sehr gute Auslastung haben.
Der deutsche Staat fördert diese Situation, hoffentlich unbewusst, da er nicht genügend Mittel zur Verfügung stellt bzw. an seinem Budgetdenken klebt. In der Weiterbildung werden jährlich Milliarden ausgegeben, dass ist richtig. Aber auch in die richtige Förderung? Oft wird Geld in Maßnahmen investiert, die zur Statistikbereinigung genutzt werden. Offiziell ist es natürlich die soziale Integration. Es werden Zertifizierungen ins Leben gerufen, die die Weiterbildung verbessern sollen. Diese Zertifizierungen lösen aber auch eine Kostenlawine gerade für kleinere Bildungsträger auf. Diese Kosten müssen natürlich in irgendeiner Form wieder verdient werden. Was passiert dabei? Die Kosten werden an den Löhnen, Gehältern und Honoraren abgezogen und dienen somit sicherlich nicht der Qualitätsverbesserung in der Bildung.
Deutschland, aber auch alle Institutionen in der Weiterbildung, im staatlichen Bildungswesen und an Hochschulen sollte wieder mehr Wert auf seine Lehrkräfte und deren Bedürfnisse legen, nicht nur in monetärer Hinsicht. Die Regierung, egal welche, sieht das Problem des Bildungsnotstandes, aber anscheinend ist das Problem noch nicht groß genug bzw. nicht Ihr eigenes Problem. Geredet wird viel, handeln wäre besser.
Der Lehrerberuf an einer staatlichen Schule ist kein Zuckerschlecken, sondern ein knallharter Job geworden. Gerade in sozialen Brennpunkten, die immer mehr zu scheinen werden, wollen die Menschen kein Lehrer mehr sein. Die Hauptaufgabe eines Lehrers ist heute nicht mehr die Wissensvermittlung, sondern das Disziplinieren der Klasse und das Lehren von Wertesystemen. Ist doch ganz klar, dass 50 % aller Schulabgänger, gerade von Haupt- und Realschulen nicht mehr fähig sind eine Berufsausbildung zu beginnen, geschweige den einen Abschluss zu machen oder zu arbeiten. Gleichzeitig steigt der Leistungsdruck an die Schüler an.
Eine gute Zukunftsperspektive wäre es den Leistungsdruck etwas herauszunehmen, wieder Spaß am Unterrichten und am Unterricht zu bekommen, die Burnout-Rate der Lehrer und Schüler zu verringern, die nötigen Geldmittel zur Verfügung zu stellen, wo sie gebraucht werden. Den Lehrer wieder als das wahrzunehmen was er ist, nämlich ein Grundpfeiler der Gesellschaft und nicht der Hampelmann der Nation.
Viele liebe Grüße an alle Menschen im Bildungswesen und in der zuständigen Politik!
Michael Büchler
Weblinks:
Jobbörsen und Stellenbörsen, auch für Lehrer und Dozenten
Weiterbildungsverzeichnis in Deutschland auf der Bewerberbibel