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Biete Geld - Suche Freundschaft!

Autor: Pe8r2lium | Erstellt am: 07.05.2009 | Gelesen: 1657
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Glück ist ansteckend, aber leider nicht unter Kollegen

Coach: Stefanie Demann, Foto: Nina Thilo
Coach: Stefanie Demann, Foto: Nina Thilo
Die Wirtschaftskrise kann wie ein gigantischer Prellbock wirken: Plötzlich geht es nicht mehr weiter. Und schon gar nicht so wie bisher. Viele Menschen halten plötzlich inne, um darüber nachzudenken, was ihnen wirklich wichtig ist. Sie haben sich schon lange unwohl gefühlt und nur weiter gemacht, weil alle es taten. Aktuelle Studien belegen, was Coaches täglich in der Praxis erleben: Die Wohlfühlfaktoren verändern sich. Geld gibt uns nicht mehr genug. Dagegen stehen persönliche Kontakte und Netzwerke hoch im Kurs.

Ich kam mir vor wie der letzte Idiot", schüttelt Sarah, 31 immer noch ungläu­big den Kopf, als sie im Coaching von „ihrem Schlüsselerlebnis" erzählt:
Donnerstag 20 Uhr. Die mit Spinat und Schafskäse gefüllten Blätterteig-Ecken sind fertig. Gleich müsste der Besuch ein­treffen: Zwei von drei eingeladenen Frau­en zum gemeinsamen Germany's Next Top Model gucken – und ablästern. Eine hat nachmittags angerufen, um zu sagen, dass sie krank ist. Sarah freut sich trotzdem wie eine Fünfjährige auf den Abend. Sie hatte schon ewig keinen Besuch mehr, kennt hier noch nicht so viele Leute.

Die Zeit vergeht. An der Haustür klingelt niemand, auch das Telefon schweigt. Die Blätterteigteilchen werden kalt, die Top Models wackeln über den Laufsteg, Sarah kämpft mit den Tränen. Später sieht sie in ihren E-Mails, dass die zweite kurz nach sieben abgesagt hat, es sei so ein langer Tag gewesen und so. Die dritte meldet sich gar nicht.

Schlecht für Gutverdiener: Freunde kann man nicht kaufen

Sarah geht es wie vielen, die für einen gut bezahlten Job in die Großstadt gezogen sind. „Wieso ist es plötzlich nur so kom­pliziert Freunde zu finden? Das war doch früher nicht so!" Früher, so geht es ihr auf, hat sie auch nicht darüber nachgedacht. Da waren einfach immer Leute, Freunde, Fa­milie, Bekannte, mit denen man seine Zeit verbringen konnte. Mit einem Mal wird ihr erst klar, wie sehr ihr das fehlt. „Ich bin einsam", stellt sie nüchtern fest.
Diese Sorge hatten sich wohl auch die 5.000 von Ernst & Young befragten Stu­denten gemacht, die als zentrale Anforde­rung an ihren zukünftigen Beruf angaben: genug Zeit für Freunde und Familie. Geld und Karriere spielen für sie eine deutlich geringere Rolle.

Studien wie diese und Berichte über das Cocooning, also den Wunsch nach Gebor­genheit, bestätigen, was ich im Coaching beobachte: Viele wollen nicht mehr so weiter machen wie bisher. Sie sehnen sich nach Nähe zu Vertrauten und Verbündeten, die oft genug über die Jahre auf der Stre­cke geblieben sind. Dabei ist Sarah mit ihren 31 Jahren noch jung. „Die meisten, die deswegen ins Coaching kommen, sind über 40."

Kollegen um uns herum haben, gibt uns noch keine Nähe

So wie der Manager, der sich von seiner Frau zu einem viermonatigen Sabbatical überreden ließ und mit Frau und Tochter am liebsten in Australien geblieben wäre. „Mit einem Mal wurde mir klar, was für ein schreckliches Leben ich wegen mei­ner Arbeit bisher geführt hatte." Ihm ist die Beziehung zu seiner „neu entdeckten" Tochter so wichtig geworden, dass er es in Kauf genommen hat, beruflich herab ge­stuft zu werden.

Wie vom Donner gerührt sind manche, wenn ihnen aufgeht, dass Arbeit und Geld nicht dasselbe sind wie Erfolg. Als erfolg­reich gelten nun diejenigen, die neben ih­rem Job noch Familie haben, die mit ihren Kindern zum Klettern in die Berge oder mit Freunden in ein gemeinsames Ferienhäus­chen fahren können. Wieviel die verdienen und was sie sich sonst leisten können, ist unwichtig geworden.

Dass unser Glück von der Gemeinschaft zu anderen Menschen abhängt, bestätigen nun auch zwei Wissenschaftler, die dafür die persönlichen Netzwerke von fast 5.000 Menschen erforscht haben (siehe Kasten). Familie, Freunde, Nachbarn, Bekannte – je mehr ein Mensch davon in der Nähe hat, desto höher ist sein Wohlbefinden. Erst recht, wenn es sich um glückliche Zeitge­nossen handelt.

Fazit der Studie: Glück ist ansteckend. Alarmierend für diejenigen, die den größ­ten Teil ihrer Zeit am Schreibtisch, im Büro oder auf Dienstreisen verbringen: Kollegen steigern unser Wohlbefinden kaum. Sarah hat sich von ihrem verpatzten Abend übrigens nicht entmutigen lassen. „Ich habe die eine angerufen, es tat ihr Leid, dass sie mich versetzt hat. Wir treffen uns nächste Woche. Ohne Blätterteigteilchen."

Glück ist ansteckend

Der Politikwissenschaftler James Fow­ler und der Sozialmediziner Nicholas Christakis haben das Befinden von knapp 5.000 Probanden über 20 Jahre beobachtet. Sie entdeckten, dass sich Wohlbefinden über persönliche Netz­werke verbreitet. So erhöht zum Beispiel ein glücklicher Partner die Wahrschein­lichkeit, selbst glücklich zu sein, um acht Prozent, gut gelaunte Geschwister in der Nähe heben die Stimmung um 14 Prozent, heitere Nachbarn sogar um 34 Prozent. „Alle diese Beziehungen zei­gen die Wichtigkeit physischer Nähe", schlussfolgern Fowler und Christakis im British Medical Journal. „Freunde, die in unmittelbarer Nähe wohnen, beeinflus­sen uns am stärksten. Mit zunehmen­der Entfernung nimmt der Effekt ab." Lesen Sie kostenlos Coaching heute unter www.coaching-heute.de

Stefanie Demann
www.demannplus.de
 
 
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