Biedermeier Stuhl Kirschbaum
Der Biedermeier Stuhl erfreute sich um 1800 großer Beliebtheit. Die meist ungepolsterte, offene Rückenlehne der Stühle erforderte eine schmückende und zugleich eine stabilisierende Ausgestaltung. Hier kommen verschiedene Dekorelemente wie Vasen, beschnitzte Mittelzungen, Fächerstäbe oder auch Plastische Schnitzereien vor. Die Bequemlichkeit der Biedermeier Stühle stand damals nicht so im Fodergrund wichtiger war das Design. Der Dekor ist regional sehr unterschiedlich. Die Gesamtform des
Biedermeier Stuhl und die Proportionen wurden nach 1810 meist einfacher und leichter: Zugunsten einer klaren, schlichten Form trat das architektonische Formenrepertoire der Antike zurück.

Die übrigen Flächen wurden nach 1815 meist durch Leisten , Vertiefungen oder Rosetten akzentuiert.
Der gepolsterte Sitz ruht im frühen Biedermeier auf vier geraden Beinen, die meistens rund und häufig kanneliert sind. Nach 1820 sind die Beine meist vierkantig und hinten geschwungen. Die Bezüge der Stühle wurden aus hochwertigen Rosshaar angefertigt. Neben dem Armlehnstuhl als häufigste Form werden auch Bergèren hergestellt, die mit einer Vollpolsterung und geschlossenen Armlehnen ausgestattet sind.
Eine weitere Sonderform stellt der sogenannte Ohrenbackensessel dar. Der Ohrensessel wurde aus massivem Kirschbaum, Nussbaum oder Mahagoni hergestellt. Die Polsterung war meist mit Spiralfedern geschnürt und mit Seegrass aufgepolsert. Sitzmöbel des frühen Biedermeier sind oft durch feuervergoldete Bronzen verziert und mit geschnitzten Lehnen und Füßen versehen. Das Sofa oder Kanapee war an den Höfen des !9. Jahrhundert als das aufwendigste und am teuersten gepolsterte Sitzmöbel im Zeremoniell am höchsten bewertet.
Es stand nur dem Inhaber des Hauses sowie rang gleichen oder ranghöheren Gästen zu.
Herr Held
Crimmitschau,03.08.2011