W.Kitza, Geschäftsführer von clickworker.com
Seit mehr als fünf Jahren besteht clickworker.com, bietet Mikrojobs für die unterschiedlichsten Personen und setzt so umfangreiche Projekte für Großkunden und mittelständische Unternehmen im Rekordtempo um.
1. Herr Kitza, Ihr Unternehmen clickworker.com ist seit mehr als fünf Jahren auf dem Markt und heute sehr erfolgreich. Wie schauen Sie auf diese Zeit zurück?Wolfgang Kitza: „In den letzten fünf Jahren hat sich viel entwickelt. Nach der Gründung des Unternehmens 2005 haben wir erst einmal an einem Prototypen für unser System gearbeitet. Dieser entsprach natürlich längst nicht dem Stand der Technik, auf dem wir heute sind. Mit der erfolgreichen Abwicklung erster Kundenaufträge haben wir das Programm kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Das System hat sich bis heute bewährt und wird auch weiterhin laufend optimiert.
Wir haben uns ein kompetentes Team in den Bereichen Management, Vertrieb und Entwicklung aufgebaut. So konnten wir 2009 unseren
Self Service Marktplatz online stellen, auf dem unsere Kunden kleinere Aufträge selbständig einstellen können. Anfang diesen Jahres gab es einen kompletten Relaunch des Marktplatzes mit vielen neuen Features für den Kunden sowie unsere Administration. Die Prozesse zwischen den Kunden und unseren Clickworkern laufen heute noch reibungsloser und die Aufgaben können schneller bearbeitet werden.
2. Eine schöne Erfolgsgeschichte. Aber was erwarten Sie für die nächsten Jahre?Wolfgang Kitza: „Dank der ständigen Optimierung unserer Services haben wir sehr viel erreicht. Aber ich sehe noch eine Menge Potenzial. Paid Crowdsourcing wird sich für Unternehmen zukünftig zu einem unersetzlichen Schritt in der Prozessoptimierung von Arbeitsvorgängen etablieren. Durch eine stärkere Verbreitung und Akzeptanz werden sich auch weitere Anwendungsgebiete ergeben. Bezüglich der Anzahl unserer Clickworker rechnen wir bereits in den nächsten 6-12 Monaten mit einer Verdoppelung. Bereits heute haben wir einen Zuwachs von 200-400 Clickworkern pro Tag, die aus der ganzen Welt kommen."
3. Einige Crowdsourcing-Unternehmen erfüllen Spam-Aufträge für Kunden, die sich mehr Klicks bei YouTube wünschen oder Werbe-Nachrichten über Facebook senden. Wie steht clickworker.com dazu?Wolfgang Kitza: „Solche Aktionen sind unseriös und sogar illegal. Wir wissen, dass einige unserer Mitbewerber solche Aufträge dennoch erfüllen. Ich finde es sehr schade, da durch diese Art der Nutzung von Crowdsourcing das ganze Prinzip einen negativen Ruf erhält. clickworker.com achtet sehr genau auf die Beschreibung der angefragten Aufträge. Spam-Aufträge, aber auch andere Arten von unseriösen Projekten, nehmen wir nicht an."
4. Das Prinzip Crowdsourcing ist heute in aller Munde. Aber warum sollten User sich als Clickworker anmelden?Wolfgang Kitza: „Beim Crowdsourcing wird auf die Intelligenz und Arbeitskraft einer Masse von Freizeitarbeitern gesetzt. Dieses Prinzip funktioniert ausschließlich online, da nur im Internet eine so große Menge an Aufträgen auf so viele Personen gleichzeitig verteilt werden kann. Einige Menschen denken, dass bei clickworker.com fast nur Studenten und Hausfrauen arbeiten, aber das ist schlichtweg falsch. Natürlich gibt es viele Studenten, die sich neben dem Studium Geld hinzuverdienen möchten, aber auch Frauen im Mutterschutz, Weltreisende, Zweitjobber oder Akademiker im Rentenalter tummeln sich bei uns. Die Clickworker können sich bei größtmöglicher zeitlicher und räumlicher Unabhängigkeit Geld dazu verdienen. Jeder Clickworker kann sich seine Jobs, entsprechend den eigenen Qualifikationen, frei aussuchen und auf selbständiger Basis bearbeiten. Die Jobs machen Spaß und nicht wenige davon sind recht anspruchsvoll und trainieren die eigenen Fähigkeiten.
5. Wie werde ich zum Clickworker?Wolfgang Kitza: „Clickworker werden ist ganz einfach. Man muss nur mindestens 18 Jahre alt sein und einen PC mit Internetanschluss haben. Dann kann es auch schon losgehen. Man registriert sich, wie bei anderen Unternehmen auch, auf unserer Internetseite, macht für die gewünschten Aufgabenbereiche jeweils eine kleine Qualifikation und kann sich dann unter den freigeschalteten Jobs einen nach dem anderen auswählen und bearbeiten. Die Bezahlung erfolgt auf Honorarbasis und wird über ein Konto oder via PayPal abgewickelt. Das Honorar ist pro Job festgelegt und für den Clickworker vor Auftragsannahme sichtbar. Es gibt auch keinen Vertrag, der dem Clickworker vorschreibt, in einer vorgegebenen Zeit ein bestimmtes Pensum schaffen zu müssen. Falls ein Clickworker merkt, dass er den Job in der vorgegebenen Zeit nicht bewältigen kann, kann er ihn ohne Konsequenzen wieder zurückgeben. Alle Daten der Clickworker werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt."
6. Das klingt für die Auftragnehmer reizvoll, aber welche Vorteile hat das für den Kunden?Wolfgang Kitza: „Der Vorteil für die Unternehmen ist, schlecht oder gar nicht automatisierbare Geschäftsprozesse, die sich oftmals nicht durch den Computer erledigen lassen, mit geringem administrativen Aufwand an unsere Clickworker weiterzugeben.Wir teilen große Projekte dann in kleine Mikrojobs auf und verteilen die einzelnen Aufgaben an unseren Pool von qualifizierten Clickworkern. So können z.B. auch bis zu 10.000 Texte in zwei Tagen erstellt oder 60.000 Adressen recherchiert werden. Und das Wichtigste: unsere Kunden sind zufrieden. Denn nur korrekte Ergebnisse werden in Rechnung gestellt und schließen das Projekt erfolgreich ab."
7. Und eine Frage, die mindestens genauso wichtig ist: Wie wird die Qualität der abgelieferten Aufträge gesichert?Wolfgang Kitza: „Die Qualitätskontrolle ist das A und O für den Erfolg bei allen Beteiligten. Mithilfe des 4-Augen-Prinzips, Audits und Stichproben halten wir die Qualität der Ergebnisse auf einem kontinuierlich hohen Niveau. Durch Trainings/Qualifikationen und einen Auswahlprozess filtern wir nur die Clickworker heraus, die sich für eine Aufgabe auch tatsächlich eignen. Wer sich also z.B. für eine Übersetzungsaufgabe meldet, muss auch beweisen, dass er die Sprache ausreichend beherrscht."
8. Angenommen ein Unternehmen zieht es in Erwägung, Projekte bei Ihnen in Auftrag zu geben. Welche Leistungen kann es überhaupt von clickworker.com erwarten?Wolfgang Kitza: „clickworker.com fungiert als Schnittstelle zwischen Auftraggeber und Auftragnehmern. Wir akquirieren Aufträge von großen und mittleren Unternehmen, die meist aus den Bereichen Medien, Internet, E-Commerce und Telekommunikation kommen. Unternehmen, die Ihre Projekte von uns und unseren Clickworkern effizient ausführen lassen möchten, können diese auf unserer Internetseite oder über direkten und persönlichen Kontakt mit uns in Auftrag geben. Dies sind meist Aufgaben, die der Computer nicht übernehmen kann, für die die Programmierung zu teuer ist oder das vorhandene Personal für eine schnelle Umsetzung nicht ausreicht. Unsere Clickworker erstellen Texte und Inhalte in vielen Sprachen und nach genauen Vorgaben des Kunden. Auch Textänderungen und Übersetzungen können bei uns in Auftrag gegeben werden. Weitere Services sind das sinnvolle Ordnen oder Strukturieren von Daten jeglicher Art. Der Kunde reicht Datensätze ein, die dann sinnvoll klassifiziert und kategorisiert werden. Ein ganz typischer Anwendungsbereich ist die Kategorisierung von Webinhalten als Grundlage zur Erstellung gut strukturierter Webseiten. Auch die Recherche von Daten oder gezielte Umfragen können von den Clickworkern erledigt werden. Darüber hinaus sind wir für jeden neuen Anwendungsbereich offen."
9. Sie engagieren sich im sozialen Bereich. Welche Projekte unterstützen Sie?Wolfgang Kitza: „Wir haben eine Partnerschaft mit der Amadeu Antonio Stiftung, die das Projekt "Netz gegen Nazis" betreibt. Unsere Clickworker haben für dieses Projekt bereits über 1550 rechtsextreme Internetseiten aufgespürt. Die Stiftung hat die Seiten je nach Schweregrad an andere Institutionen weitergeleitet, wie z. B. an jugendschutz.net, die eine evtl. Strafverfolgung oder eine Schließung der Seiten bewirken können. Das Material wird außerdem dazu genutzt, Leitfäden und Trainings für Kommunikationsstrategien gegen Rechts zu entwickeln.
Jetzt haben wir zudem noch zusammen mit steps for children ein Projekt gestartet, das Namibiern die Chance eröffnet, am Jobtrend „Crowdsourcing" teilzuhaben und online Geld zu verdienen.
Auch in Zukunft möchten wir weiterhin solche und ähnliche Projekte unterstützen."
www.clickworker.comEssen, März2011