Viele Eltern machen sich Sorgen, ob mit ihrem Kind irgendetwas nicht stimmt, weil es im Alter von sechs oder sieben Jahren immer noch regelmäßig ins Bett macht. Diese Sorgen sind natürlich nicht unberechtigt und man sollte deren Ursachen auf den Grund gehen, indem man mit dem Kind zu einem Kinderarzt geht. Dieser kann feststellen, um welche Störung es sich genau handelt, denn Bettnässen ist nicht gleich Bettnässen, sondern unterscheidet sich in vielen Punkten. Am häufigsten kommt bei Kindern die Enuresis vor, unter der 25 Prozent alle vierjährigen Jungen und Mädchen leiden.
Bei der primären Enuresis ist die Entwicklung des Kindes gestört, so dass es die Signale einer gefüllten Blase nicht erkennen kann. Diese Störung geht meistens mit einem sehr tiefen Schlaf einher, aus dem das Kind nur sehr schwer geweckt werden kann. Neben der primären gibt es auch noch eine sekundäre Enuresis, die auftritt, nachdem ein Kind schon über mehrere Jahre trocken war. Dort sind die Ursachen meist psychischer Natur. Gab es große Veränderungen im Umfeld des Kindes wie einen Umzug, einem Familienstreit oder häuslicher Gewalt, kann das Kind wieder zum
Bettnässer werden.
Die Diagnose kann jedoch nur von einem Arzt vorgenommen und entsprechende Behandlungen verordnet werden, um das Bettnässen abzustellen. Im Fall der primären Enuresis können Klingelhosen dabei helfen, das Problem in den Griff zu bekommen. Diese Unterhosen sind mit einem Sensor versehen, der die Feuchtigkeit in der Hose misst und dies mit einem Piepton signalisiert, das den Patienten weckt. Durch diese Prozedur stellt sich ein Lerneffekt ein, der dabei hilft, die Signale einer gefüllten Blase zu erkennen und selbständig aufzustehen. Viele Patienten können schon nach wenigen Wochen auf dieses Hilfsmittel verzichten.
Andreas Mettler - presse@mettlerweb.de