Betrugsskandal bei Ki.Ka – das Urteil ist gefällt
Der Erfurter Fernsehsender Ki.Ka – was kurz ist für Kinder Kanal – bietet altersgerechte Unterhaltung für die Kleinsten und erfreut sich in dieser Rolle recht hoher Beliebtheit. Aber hinter den Kulissen brodelte schon eine Weile und was vor einiger Zeit da überkochte wurde zum wohl größten Betrugsskandal des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.
Marco K. war lange der Herstellungsleiter bei Kinder Kanal und diese Position wurde wenig von den Geldgebern – ARD und ZDF – überwacht. So gelang es den 44-Jährigen in seiner Zeit als Manager Millionen von Euro an Gebührengelder zu veruntreuen. Laut dem MDR kann man seit dem Jahr 2002 von einem Schaden von 8,2 Millionen Euro ausgehen. Allerdings ist die juristische Relevanz für einen Teil dieser Summe bereits verjährt und so waren lediglich 4,6 Millionen Euro Schaden zwischen 2005 und 2006 der Gegenstand der Anklage. Das gestand Marco K. schließlich auch, als die ganze Sache vor das Landgericht Erfurt ging, wo man ihn schließlich auch schuldig sprach.
Fünf Jahre und drei Monate Haft erwarten Marco K. nun für seine Tat und dabei kam der 44-Jährige noch recht glücklich davon. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und acht Monate Haftstrafe für ihn gefordert. Was seine Strafe am Ende abmilderte war die Sucht des Täters – er war
Glücksspiel süchtig. Das Geld, das er beim Ki.Ka in die eigenen Taschen schusterte, brachte er in das Casino Erfurt, wo er es alles verzockte. Die
Spielsucht war auch eines der Argumente, mit denen die Verteidiger des 44-Jährigen die Haftstrafe bis auf unter drei Jahre drücken wollten, aber der Richter Thomas Schneider blieb hart: „Die Taten haben Sie sich ausgedacht und über Jahre geschickt eingefädelt."
Nun muss beim Erfurter Fernsender der nächste Schritt in der Aufarbeitung dieses Themas gegangen werden. Denn wie die Verteidigerin des verurteilten während des Prozesses einräumte: „Es gab viele Stellen, die die Augen fest verschlossen hatten."
Franziska Steiner