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Betriebliches Vorschlagwesen im Handwerk!

Autor: pkoehne | Erstellt am: 12.08.2009 | Gelesen: 1584
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Ist ein betriebliches Vorschlagwesen im Handwerk denkbar?

"Der Mitarbeiter ist unser höchstes und wichtigstes Gut!"

[gängiger Auszug aus den ersten Sätzen der Fimenpolitik]

"Unsere Mitarbeiter kennen unsere Prozesse!"

[berechtigter Standpunkt der Vorgesetzten]

"Leistung muss sich lohnen!"

[nachvollziehbare Forderung der Gewerkschaften]

"Und was haben wir davon?"

[geläufiger Demotivationsgedanken der Mitarbeiter]

à Mitarbeiter kennen ihre Arbeitsprozesse.

Sie kennen die Problempunkte an ihren Arbeitsplätzen

und in ihrer Arbeitsumgebung.


Sie können sie verbessern!

Aber warum sollten sie?

In der Industrie sind heute ausgearbeitete und durch das Management geförderte "Betriebliche Vorschlagwesen" gängige Praxis. Mitarbeiter formulieren einen Vorschlag zur Kosteneinsparung und werden an den dadurch erzielten Einsparungen beteiligt.

„Ein Mitarbeiter eines Holzfachhandels wunderte sich lange über die große Menge an anfallendem Holzabfall und dessen Verwertung. Die verschiedenen Holztypen konnten nicht sortiert werden und - laut Aussage seines Chefs - deshalb auch nicht gewinnbringend verkauft werden. Die Entsorgungskosten wurden als Fixkosten betrachtet. Der Mitarbeiter erarbeitete ein Konzept, nach dem die Holzabfälle zunächst geschreddert werden, mit einem brennbaren Leim zusammen wieder in eine Form gebracht und anschließend als Kaminanmachhölzer günstig an die Kunden verkauft werden konnten. Der zusätzliche Aufwand und die Produktionskosten machten ca. 50 % des Verkaufserlöses aus. Reingewinn pro Jahr: 18.000 Euro. Daran partizipierte der Fachhandel den Mitarbeiter mit einer Einmalzahlung von 2.000 Euro."

Solche Ideen sind keine Einzelfälle. Mitarbeiter-motivation muss heute Groß geschrieben werden, damit dem Wettbewerbsdruck etwas entgegengestellt wird. Ein eigener betrieblicher Ideenprozess bietet Unternehmern und Mitarbeitern des Klein- und Mittelstandes erhebliche Vorteile. Sie werden Vorschläge vorgelegt bekommen, an die Sie bisher nicht gedacht haben. Ihre Mitarbeiter werden an ihren Leistungen real beteiligt.

Als Verbesserungsvorschlag gilt jede Anregung, die eine Lösungsmöglichkeit zur Verbesserung eines Ist-Zustandes im Betrieb aufzeigt. Insbesondere sind es solche Anregungen, die

§ die Arbeitsverfahren erleichtern,
§ Einsparung von Material, Arbeitszeit, Energie oder auf Sonstige aufbringen,
§ die Lagerung, den Transport, den Einkauf und sonstige Arbeiten vereinfachen oder reduzieren,
§ die Qualität erhöhen, also Fehler und Ausschuss reduzieren,
§ die Produktion bzw. die Produktivität erhöhen,
§ die Arbeitssicherheit oder den Umweltschutz erhöhen oder betriebliche soziale Einrichtungen verbessern,
§ die Öffentlichkeitsarbeit und das Erscheinungsbild des Unternehmens nach außen verbessern können.

Der Verbesserungsvorschlag kann also beliebiger Natur sein: technisch oder nicht technisch, beispielsweise organisatorisch, rein kaufmännisch oder einfach nur sozial. Natürlich werden Beteiligungen an Einsparungen (Belohnungen) nur auf reale und nachweisbare Einsparungen/Umsatzerlöse erteilt.

Übrigens: Belohnungen müssen nicht unbedingt monetär sein, auch Sachprämien, Gutscheine oder Eventeinladungen können motivieren… oder vielleicht nur ein Monat der beste Parkplatz am Betrieb…

„Ein betrieblicher Ideenprozess muss eindeutig, klar und verständlich konzipiert sein. Die Mitarbeiter und Entscheider müssen die Regeln und Vorgaben kennen und befolgen. Für eine ordentliche Dokumentation werden Formulare benötigt."

Verschiedene Anbieter solcher Systeme sind mittlerweile auf den Mittelstand aufmerksam geworden. Betriebliche Vorschlagwesen, Verbesserungsmanagement, kontiniuerliche Verbesserungsprozesse, Innovations-management Ideenmanagment… zahlreiche Namen werden für ein und dasselbe System verwandt:

Natürlich können sich Mitarbeiter auch ohne "Belohnung" einbringen. Die Praxis zeigt jedoch, dass der Motivationsfaktor "Meine Idee wird realisiert" und die damit verbundene Beteiligung am Erfolg die wahren Anreize sind.

Endlich das Know-how der Mitarbeiter nutzen.

Die Industrie spart jedes Jahr Milliarden ein. Rechnerisch ergibt sich eine jährliche Ersparnis von rund 800 Euro pro Mitarbeiter. D. h. ein Betrieb mit 100 Mitarbeitern spart statistisch jährlich ca. 80.000 Euro durch die Anwendung eines Betrieblichen Vorschlagwesens in seinem unternehmen.

Warum sollte das nicht auch im Mittelstand und vor allem im Handwerk möglich sein? Schon Betriebe ab 5 Mitarbeitern könnten solche Systeme vorteilhaft und nachhaltig nutzen.

Dieser Frage wollen wir nun nachgehen und wöchentlich Stellung nehmen.

von Peter Köhne
 
 
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