Gut versichert (pixelio 489989)
Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung sucht, der fragt sich vor allem: Was kostet mich der Schutz? Noch viel wichtiger als ein preisgünstiges Angebot ist jedoch eine Police, die gute Versicherungsbedingungen anbietet und sich im Ernstfall nicht mit einem Hinweis auf das Kleingedruckte herausreden kann. Deshalb sollten Sie sich die folgenden Fragen auch beantworten (lassen)Wer braucht eigentlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Jeder sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, der von seinem Arbeitseinkommen lebt, denn die eigene Arbeitskraft ist ein vermögen wert. Bei 1.500 Euro Nettogehalt im Monat ist Ihre Arbeitskraft in 35 Jahren (ohne Gehaltssteigerungen) rund 630.000 Euro wert – und mal ganz ehrlich: Sie würden doch schon nicht mit einem 10.000 Euro-Auto unversichert durch die Gegend fahren - oder?
Wie hoch soll die Rente sein?
Natürlich richtet sich das auch nach dem Budget, das für die Berufsunfähigkeitsversicherung zur Verfügung steht. Zu knapp sollte die Rente aber nicht bemessen sein: Sie müssen von der Rente Ihren Lebensstandard halten können, wenn Sie kein Einkommen mehr haben. Als Anhaltspunkt sollten Sie davon ausgehen, dass Sie ca. 80 % Ihres aktuellen Nettoeinkommens brauchen, wenn Sie berufsunfähig werden. Fehlen gesetzliche oder andere Ansprüche (z. B. aus einer Betriebsrente), müssen diese 80 % mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert werden.
Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Abhängig ist die Höhe der Prämie vor allem von vier Faktoren: Dem Alter bei Vertragsbeginn, dem Beruf, der Höhe der Rente und der Laufzeit des Vertrages. Dabei gilt vor allem die Grundregel: Wer jung einsteigt, der zahlt weniger. Wer als heute 30-Jähriger eine Berufsunfähigkeitsversicherung über 1.000 Euro abschließt, die bis zu 65. Geburtstag läuft, der zahlt rund 36 Euro im Monat bei einem guten Anbieter. Wer 10 Jahre später einen Vertrag abschließt, startet beim gleichen Versicherer mit einem Monatsbeitrag von 48 Euro und zahlt damit für den Schutz fast genau so viel wie der 30-Jährige, der damit 10 volle Versicherungsjahre fast zum Nulltarif bekommt. Teurer wird der Schutz auch, wenn sich nicht wie im Beispielsfall ein kaufmännischer Angestellter, sondern ein Maurer versichern will. Der 40-Jährige zahlt dann satte 83 Euro im Monat und damit über 70 % mehr als der Kaufmann. Der Grund liegt auf der Hand: Wer als Maurer auf dem Bau hart körperlich arbeitet, wird deutlich schneller durch die Belastung krank werden als ein Büroarbeiter. Günstigeren Schutz gibt es oft, wenn ein abgespeckter Schutz gewählt wird. Wichtig ist es auch, auf die Laufzeit des Vertrages zu achten. Denn je früher der Vertrag zu Ende geht, desto billiger wird er. Zahlt der 30-jährige Kaufmann im Beispiel oben die 36 Euro, damit der Vertrag bis zum 65. Geburtstag läuft, sind es nur noch 24 Euro, wenn der Vertrag bereits zum 60. Geburtstag endet – immerhin ein Preisabschlag von mehr als 30 %. Allerdings entsteht dann eine Lücke von bis zu 7 Jahren, bis ein Berufsunfähiger endlich in Rente gehen kann – und während dieser Zeit fehlen natürlich entsprechende Einnahmen, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr zahlen muss.
Kann mich Berufsunfähigkeit überhaupt treffen?
Das ist eine Frage der Statistik. Jeder 4. Arbeitnehmer in Deutschland wird statistisch berufsunfähig. Bei Männern sind es nach Untersuchungen von
optimal-absichern.de zum Thema Berufsunfähigkeit psychische Erkrankungen in knapp 25 % der Fälle die Ursache für Berufsunfähigkeit, bei Frauen sind es mittlerweile sogar deutlich über 35 %. Weitere Hauptursachen für Berufsunfähigkeit: Erkrankungen von Skelett, Muskeln und Bindegewebe, Krebserkrankungen, Herz- und Kreislauferkrankungen. Und auch Nervenerkrankungen sind häufig eine Ursache für Berufsunfähigkeit.
Wann soll ich mich um eine Berufsunfähigkeitsversicherung kümmern?
Am besten so früh wie möglich, wenn Sie im Arbeitsleben angekommen sind. Denn je jünger Sie sind, umso einfacher ist es, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen, denn in „jungen Jahren" haben die meisten Antragsteller noch keine Vorerkrankungen, die den Abschluss verhindern oder die Prämie in die Höhe treiben.
Bis wann muss ich mich versichern?
Am besten so lange, bis Sie in Rente gehen. Denn nur so ist sichergestellt, dass Sie keine Versorgungslücke befürchten müssen. Läuft die Berufsunfähigkeitsversicherung nur bis zum 55. Geburtstag, müssen Sie im Falle eines Falles bis zu 12 Jahre überbrücken, bis die gesetzliche Rente zahlt: Das ist eine kaum zu stopfende Versorgungslücke, die in Altersarmut enden wird.
Berufsunfähigkeitsversicherung oder Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) abschließen?
Die Frage lässt sich nur mit Blick auf die Lebenssituation beantworten. Haben Sie niemanden finanziell zu versorgen, macht der Abschluss einer zusätzlichen Risikolebensversicherung in der BUZ keinen Sinn. Anders sieht es aus, wenn Sie ohnehin eine Risikolebensversicherung brauchen, um beispielsweise den Partner oder die Familie abzusichern: Bei der Kombination der Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Risikolebensversicherung sparen Sie oft bares Geld, denn der zusätzliche Preis für die Risikolebensversicherung fällt meist bei der Prämie für die Berufsunfähigkeitsversicherung kaum ins Gewicht – die Zusatzpolice gibt es meist für ein paar Euro zusätzlich – und deutlich günstiger, asll wenn Sie einen eigenen Vertrag abschließen.
Brauche ich eine Nachversicherungsgarantie?
Ja, wenn Sie die Rente für den Ernstfall während der Vertragslaufzeit nach oben anpassen wollen. Denn die Nachversicherungsgarantie gibt Ihnen die Möglichkeit, ohne erneute Gesundheitsprüfung die vereinbarte Rente zu erhöhen. In der Regel ist diese Option zur Erhöhung der Berufsunfähigkeitsversicherung an bestimmte Lebensumstände geknüpft, wie etwa Hochzeit, Nachwuchs oder Immobilienkauf. Achten Sie beim Abschluss darauf, dass diese Erhöhungs-Anlässe möglichst weit formuliert sind. Und klären Sie, bis zu welcher Höhe und in welchem Turbus Erhöhungen möglich und zulässig sind.
Worauf muss ich beim Thema Verweisung achten?
Das Verweisungsrecht der Berufsunfähigkeitsversicherungen ist eine der größten Stolperfallen in den Verträgen. Das gilt vor allem für die abstrakte Verweisung, denn mit ihr bekommt der Versicherer die Möglichkeit, die Verpflichtung zur Rentenzahlung schnell auszuhebeln. Er muss schon dann nicht mehr zahlen, wenn er Ihnen einen Beruf zeigt, in dem Sie theoretisch noch arbeiten könnten. Dieser Beruf muss lediglich mit der sozialen Wertschätzung Ihres bisherigen Berufes vergleichbar sein – ob Sie tatsächlich in dem Beruf arbeiten können oder überhaupt eine Stelle finden, spielt dabei keine Rolle. Schließen Sie also keinen Vertrag ab, der eine solche abstrakte Verweisung vorsieht. Unter
www.check-berufsunfaehigkeit.de finden Sie im Vergleichsrechner nur 5-Sterne-Tarife, die eine solche abstrakte Verweisung ausschließen. Besser ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die eine konkrete Verweisungsmöglichkeit vorsieht: Dann können Sie nur verwiesen werden, wenn Sie tatsächlich in einem Job arbeiten, der Ihrem vorherigen zumindest ebenbürtig ist.