CONCERTS IN THE BOX - monatliche Konzerte in Berlin Friedrichshain
Kino, Kunst, Kabarett: jeder weiß, dass Berlin in den Zwanzigern eine Weltstadt im Umbruch war. Dass die deutsche Hauptstadt auch im Begriff war, Wien und Paris als Mekka der musikalischen Avantgarde abzulösen, ist vielleicht etwas weniger bekannt. Die Mehrzahl der damals kühnsten und talentiertesten Komponisten Berlins, wie auch Dichter oder Maler, wollten nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs die Kunst für eine ganz andere Gesellschaft mobilisieren.
Als die Novemberrevolution 1918 zu Ende kam, versammelten sich Künstler, Architekten, Dichter und Musiker in zahlreichen Foren, Vereinen, Räten und Gruppierungen, um die neuen Künste einer neuen Gesellschaftsordnung näher zu bringen. Die wichtigste und prominenteste dieser Künstlergruppen in der Weimarer Zeit war die Novembergruppe, die im Jahr 1922 auch eine Musiksektion gründete. Jung, politisch und experimentierfreudig waren die Tonkünstler der Novembergruppe, deren heute noch bekannteste Mitglieder Hanns Eisler und Kurt Weill waren.
Neunzig Jahre nach der Entstehung der Novembergruppe stellt bei uns Matt Rubenstein einige weniger bekannte Tonkünstler dieser Künstlervereinigung vor: Heinz Tiessen, Wladimir Vogel und Philipp Jarnach. Neben den Revolutionären des letzten Jahrhunderts spielt Matt Rubenstein Stücke eines musikalisch ebenso revolutionären Berliner Vorgängers: die Klaviersonaten von Carl Philipp Emanuel Bach, einem frühen „Avantgardisten" der Tastenmusik.
Das Konzert beginnt um 20:00 Uhr. Nach dem Konzert gibt es die Möglichkeit, mit den Klavierspezialisten von ClavierCabinett und den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist wie immer frei - es wird aber um freiwillige Spenden von etwa 12,50 Euro für die Künstler gebeten.
Infos zur Veranstaltung:Clavier-Cabinett
Arvid Azzola-Köhler
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