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Berlin, Berlin, weine nicht!

Autor: alamimou111 | Erstellt am: 24.12.2016 | Gelesen: 557
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Berlin, bitte glaub mir, nicht alle Muslime sind so, wie du denkst; wir fühlen mit dir.

Prof. Dr. Mourad Alami
Prof. Dr. Mourad Alami
Unser Herz ist bestens gerüstet gegen euren Hass und Wahnsinn; niemals werdet ihr es schaffen, uns von unseren Schwestern und Brüdern, egal, wo deren Lebensmittelpunkt ist, zu trennen. Die Humanität und Vernunft werden immer die Oberhand behalten, das Irrationale den kürzeren ziehen, weil es mit dem menschlichen Leben nicht kompatibel ist. Wir wollen es uns schließlich gemütlich machen in dieser Welt; einen Mann oder eine Frau unserer Wahl heiraten, vielleicht Kinder, um uns zu verewigen, eine Ausbildung, einen Beruf, Freunde und Verwandte haben, andere Länder und Kulturen entdecken, manchen Traum verwirklichen. Der Wahnsinn kann niemals sinnstiftend, geschweige denn ein Lebensziel sein.

Berlin, wir trauern mit dir; du hast diesem Land, manches Mal der Welt, so viel gegeben: Walter Gropius, Gustav Stresemann, Kurt Tucholsky, Walter Benjamin, Marlene Dietrich, Konrad Zuse, Drafi Deutscher, Reinhard Mey, Jerome Boateng, Maybritt Illner etc.; und die Liste ließe sich ohne Weiteres fortsetzen. Was hast du uns, du verkrüppelte Fratze des Terrors, gebracht? Blut, Rotz und Trauer. Mehr nicht! Bringst du uns weiter? Nein, ganz bestimmt nicht; möchtest du uns in die vorislamische Zeit zurückbomben? Das wird dir niemals gelingen: solange du nicht zwischen Freund und Feind, zwischen Gut und Böse, zwischen Hölle und Paradies, zunächst auf Erden, danach sehen wir weiter, nicht unterscheiden kannst und ohne Sicherheitsgurt durch die Gegend tourt, ich meine weltweit, wird dein todbringendes Liebeswerben ohne Abnehmer bleiben. Ja, du kannst bestimmt Menschen, über alle Konfessionen, auch ohne, hinweg, umbringen, aber du kannst niemals unsere Hoffnung, unsere Träume töten. Weil sinnloses Morden und sinnloses Nonsens, potenziert also, keinen Sinn ergeben.

Sobald ich von einem terroristischen Anschlag draußen in der Welt höre, spüre ich einen dickleibigen Druck auf meinem Herzen, zähle die heftigen Pulsschläge, die jenseits von gut böse zu verorten sind, und sage mir von neuem: hoffentlich keiner von uns; ich meine einen Muslim. Aber ich werde immer wieder enttäuscht, denn die Realität ist häufig humorloser und ziemlich nah am Puls der Zeit als manche Prognosen und trügerischen Hoffnungen, die wir tagein tagaus zu hegen pflegen.

Berlin, bitte glaub mir, nicht alle Muslime sind so, wie du denkst; wir fühlen mit dir, gleichgültig wie tief deine geschlagenen Wunden sind, sie sind auch unsere. Und ein Kampf der Kulturen werden wir niemals in unseren Reihen dulden; aus dem einfachen Prinzip: diese Welt gehört uns allen. Denn sie ist keine urheberrechtlich geschützte Marke irgendeiner Firma, Partei oder Institution; meine Partei heißt jedenfalls: „die Welt". Wer Gräben gräbt, lesen wir nicht dessen Buch. Dies wäre die beste Antwort auf jene, die Menschen, wie Material, in bestimmte Schubladen hineinzwängen möchten. Groß, klein, schwarz, weiß, blassrosa, lavendel, tannengrün, terracotta etc. Identität ist niemals homogen, sondern stets heterogen; sie wird nur durch Konsens, bestimmte, ritualisierte Kulturtechniken und Verhaltensweisen einer Gesellschaft hergestellt und gewährleistet.

Berlin, die islamistischen Terroristen mögen nur im Blutrausch und im nivellierenden Tod, der keinerlei Rücksicht auf Alter, selbst Embryos im Mutterleib werden davon nicht verschont, oder Religion nimmt, ihre Bestimmung und ihre Daseinsberechtigung finden, unsere Antwort kann immer nur heißen: mehr Mitmenschlichkeit und Fürsorge, keinesfalls mit Naivität zu verwechseln. Wir bleiben wachsam! Gewalt, Terror oder Bomben, von oben oder von unten, haben niemals auch nur ein einziges Problem dieser Welt gelöst. Selbst nach Jahrhunderten der verbissenen Feindschaft, aber auch Konkurrenz, Nährboden für alle möglichen Konflikte, zwischen Deutschland und Frankreich so mussten die Vertreter beider Länder anerkennen, dass Feindschaft und Krieg niemals eine Lösung sein können. Berlin, bitte weine nicht; ein chinesisches Sprichwort sagt: „Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt". Und das soll unser Losungswort sein, in guten wie in schlechten Zeiten.

Prof. Dr. Mourad Alami
Hochschullehrer, Germanistik
Universität Hefei, China
 
 
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