Ein Beobachterstatus setzt weiter voraus, dass man sich regelmässig vor Ort aufhält und somit in der Lage ist, sich mittels eigener Beobachtungen direkt ein Bild vom Geschehen zu machen. Relationen zwischen einzelnen Standortfaktoren können oft mehr aussagen als ihre absoluten Werte: es kommt auf das Denken in dynamisch vernetzten Zusammenhängen an.
Um eine möglichst realitätsnahe und vor allem systematisch und transparent nachvollziehbare Einordnung von solchen Facetten in ein in sich schlüssiges Gesamtsystem vornehmen können, wurden hierfür geeignet erscheinende Vorgehensweisen und Verfahren entwickelt (Vgl. umfangreiche Studien-Übersicht: www.beckinfo.de). Das wichtigste Kapital, das ein Standortbeobachter einbringen kann, ist seine absolute Unabhängigkeit. Er vergleicht auch keine Standorte und erstellt keine Rankings. Er gibt keine Bewertungen oder Handlungsempfehlungen ab. Interessenunabhängig heißt nicht meinungslos. Weiterführende Informationen u.a. im Rahmen von Standort-Publikationen, beispielsweise Becker, Jörg: Strategischer Potential-Check des Standortes – Ausloten von Standortperspektiven, ISBN 978 3 8370 4978 7.
Eigene Kompetenzen einbringen: Zunächst werden die zu einem Standort gemachten Beobachtungen in einem Informations- und Daten-Pool gesammelt. Ein Standortbeobachter sollte ein Generalist sein, der vor allem das Denken in Zusammenhängen gewohnt ist (Vgl. hierzu Autorenprofil, ebenfalls unter: www.beckinfo.de). Da ein Standortbeobachter als Unabhängiger keine eigenen Interessen verfolgt, gibt es auch keine Beschränkung der von ihm beobachteten Themen. Damit kristallisieren sich mit der Zeit aber gewisse Beobachtungsschwerpunkte und -themen heraus, wie beispielsweise:
Wohnungssituation (Bestand, Bedarf) | Vereinbarkeit Wohn- und Gewerbegebiete | Anpassungsfähigkeit der Siedlungsentwicklung |
Kultur-, Freizeiteinrichtungen und -angebote | Gesundheitsinfrastruktur Pflegeinfrastruktur | Betreuungseinrichtungen Wellnessangebote |
Bildungslandschaft (Schule, Aus-/Weiterbildung) Demographische Risiken | Wirtschaftsförderung Existenzgründungen Kompetenznetzwerke | Vereinbarkeit Beruf, Familie Integration Migrationshintergrund |
Leitbild des Standortes Friedrichsdorf: Seitens der Kommunalverwaltung wurde im Rahmen der Erarbeitung eines umfassenden Stadtentwicklungs-konzeptes eine Koordinierungsgrupppe eingesetzt, um von dieser als erstes Zwischenergebnis einen Entwurf für das „Leitbild Friedrichsdorf" erstellen zu lassen. Das Leitbild soll nach den Wünschen der Initiatoren eine Vision angeben, wie sich der Standort Friedrichsdorf in den nächsten 25 Jahren entwickeln soll. Für die Beteiligung der Friedrichsdorfer Bürger wurde ein begleitendes Kommunikations-Forum eingerichtet, um ihre Sicht der Dinge auch in den Entwicklungsprozess formulieren und einbringen zu können. Vgl. hierzu ergänzend auch Jörg Becker: Standortanalyse aus dem Indikatoren-Cockpit – Erkundung der Indikator-Landschaft, ISBN 978-3-8423-1858-8.
Jörg Becker
www.beckinfo.de