Papst Benedikt XVI. (2.v.l.) auf dem Flughafen Fiumicino. Benedikt reist für eine Woche in den Nahen
Erste Station der Reise ist die jordanische Hauptstadt Amman, wo der Pontifex gegen Mittag eintreffen sollte. Am kommenden Montag geht es weiter nach Israel.
Die Reise gilt als heikle Gratwanderung zwischen Religion und Politik. Sie erfolgt nur wenige Monate nach dem Krieg im Gazastreifen. Zudem gab es zum Jahresbeginn heftigen Streit um den Holocaust-Leugner Richard Williamson, dessen Pius-Bruderschaft der Papst den Weg zurück in die katholische Kirche ebnen wollte. Papst Benedikt will im Nahen Osten die Heiligen Stätten der Christenheit aufsuchen und auch der christlichen Minderheit in der Region Mut machen. «Ich kann es nicht erwarten, unter Euch zu sein und Eure Hoffnungen zu teilen», hatte sich der Papst noch am Mittwoch von Rom aus an Jordanier, Israelis und Palästinenser gewandt. Er bringe eine Botschaft des Friedens und der Einheit.
Zu den Höhepunkten der Nahost-Reise des deutschen Papstes gehören der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem am kommenden Montag, der Besuch der Klagemauer in Jerusalem am Dienstag sowie am Mittwoch eine Rede in einem der Flüchtlingslager der Palästinenser. Die Sicherheitsmaßnahmen sind enorm. Um Benedikt zu schützen, soll Israel rund 80 000 Sicherheitskräfte mobilisiert haben. Am kommenden Freitag wird das Kirchenoberhaupt in Italien zurückerwartet. Benedikt ist der dritte Papst der Neuzeit nach Paul VI. 1964 und Johannes Paul II. im Jahr 2000, der das Heilige Land besucht.