Unser Leitungswasser gilt als eines des saubersten und am besten kontrollierten Wasser in der Welt. Dies ist sicherlich wahr im Vergleich zu den Belastungen, die im Leitungswasser sein können. Oft hören wir davon, dass gerade in Urlaubsgebieten, Menschen durch das Trinken von Leitungswasser erkranken, was meistens auf hygienisch unreines Wasser zurückzuführen ist. Also keimbelastetes Wasser.
Hygienisch gesehen ist unser Leitungswasser also meistens unbedenklich. Dennoch haben wir alle schon in den Nachrichten oder im Radio davon gehört, dass in bestimmten Gebieten Warnungen herausgegeben werden, dass das Leitungswasser abgekocht werden soll. Neben der hygienischen Belastung sind im Leitungswasser aber meist noch andere Stoffe enthalten die längerfristig auch gesundheitsbeeinträchtigend sein können. Das wären z.B. Stoffe wie Blei, Kupfer, Uran, Nitrat, Nitrit, Asbest, Hormone, medizinische Rückstände, etc. um nur einige zu nennen.
Wie diese Stoffe ins Leitungswasser gelangen ist teils bekannt, teils auch nicht. So meldeten im Dezember 2008 gleichzeitig mehr als 80 Wasserwerke überhöhte Uranwerte im Leitungswasser und genauso plötzlich wie das Uran auftauchte war das Uran im Monat drauf angeblich nicht mehr im Leitungswasser. Wo es her kam bleibt ein Rätsel. Bei der hormonellen Belastung, besonders mit Östrogenen, ist es recht offensichtlich wo diese herkommt. Seit über 30 Jahren gibt es die Anti-Baby-Pille. Irgendwo bleibt eben alles. Asbest dagegen wird z.B. aus den Wänden der Wasserleitungen herausgelöst weil in den 70er Jahren gerne Asbestzement zum Bau der Röhren benutzt wurde.
Die Wasserwerke machen einen hervorragenden Job, denn sie stellen sicher, dass wir immer Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung haben. Es ist aber auch offensichtlich, dass diese nicht alle möglichen Belastungen (ca. 3000) herausfiltern können. Die Trinkwasserverordnung gibt für 36 mögliche Belastungen Grenzwerte vor, die nicht überschritten werden sollen. Dies ist wichtig zu verstehen, denn es handelt sich um eine Verordnung nicht um ein Gesetz. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt hingegen für viele Belastungen deutlich niedrigere Grenzwerte vor. Warum gäbe es sonst Babywasser zu kaufen mit der Aufschriften wie „Keimfrei und Nitrat und Nitrit reduziert"?
Fassen wir also nochmals zusammen: Unser Leitungswasser ist aus hygienischer Sicht meist gut. Die Wasserwerke machen einen tollen Job, dennoch kann nicht von reinem Trinkwasser gesprochen werden. Die Trinkwasserverordnung gibt für einige Stoffe Grenzwerte vor die nicht überschritten werden sollen. Die WHO meint viele dieser Werte müssten deutlich niedriger sein.
Aus diesem Umstand ist leicht abzuleiten, dass unser Leitungswasser, wenn es denn als Nahrungsmittel zum Verzehr benutzt werden soll, besser zuvor gefiltert werden sollte. Abkochen hilft meist nur bei Belastung durch Keime. Bei organischen Stoffen aber auch teilweise bei Schwermetallbelastung kann ein guter Aktivkohlefilter bereits sehr hilfreich sein. Bei medizinischen Rückständen und Hormonen, die mittlerweile sogar in unserem saubersten Gewässer, dem Bodensee in nicht unbedenklicher Konzentration nachgewiesen wurden, hilft jedoch nur die Reinigung mit einer
Osmoseanlage.
Thomas Wiedemann