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Bayerns Liilte Versailles... oder: das Mahnmal des Kapitalismus...

Autor: escortservicein | Erstellt am: 15.09.2010 | Gelesen: 418
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Wie König Ludwig II. von Bayern zum Mahnmal des untergehenden Kapitalismus wurde... ohne es zu wissen.

Schloss Herrenchiemsee KÑonig Ludwig II
Schloss Herrenchiemsee KÑonig Ludwig II
Lange lebe der König! Lebt der König lang? LEBTE er JEMALS lang? Ich meine nicht die Sorte Queen Elizabeth, puritanisch zurückhaltend, modern, klug, gütig und fast schon so etwas wie eine Hohepriesterin der New-Age Bewegung, wie stoisch und gelassen sie die für den europäischen Hochadel wohl eher unübliche blau- und rotblütige "Rassen"-vermischung der Öffentlichkeit zum Frass vorwirft. Wie zeigefreudig sie sich der LIEBE widmet und wie klar sie hinter den seelischen Bedürfnissen ihrer Liebsten steht......... Konsalik hätte es nicht besser erfinden können....... Und Rosamunde Pilcher es sich schon gar nicht gewagt zu inszenieren......... Die vielen, vielen romantischen Liebesehen, die ja fast schon trendsettend dem Volk zeigen sollen: seht her: Prunk und Geld sind vergänglich, auch Ruhm und Ehre sind keine ehernen Werte für die es sich lohnt zu kämpfen - wohl aber: DIE LIEBE....... Seufz..........

Welch Farce........ welch Hohn.......... dass eben gerade JENE Königshäuser die Zeit überstanden haben und sich einer Beliebtheit erfreuen wie wohl nur selten, die die Türen aufgemacht und offen gelassen haben........ Für das Volk.......... Damit meine ich nicht: Ihr Schloss ist jetzt ein Museeum und ihre Geschichte ein Bertelsmann Besteller und ihr Konterfei ein Postkartenmotiv - NEIN! Damit meine ich: sie haben ihre Türen offen gelassen für die LIEBE........ und das.... nur das macht sie SO liebenswert............

Farce? Nein, wie logisch!

Kürzlich war ich mit meinem Mann am Chiemsee. Da war ich schon lange nicht mehr. Genaugenommen das letzte Mal bei einem Schulasflug. Zur Herreninsel sollte es gehen beschlossen mein Mann und ich sofort. Wir hatten Glück. Die letzte Fähre und auch die letzte Führung durch das Schloss standen an diesem Tag dort gerade auf dem Programm... Was sich uns dort bot, das machte mich nachdenklich....... Sehr nachdenklich. Das war nicht das Bild des prunkvollen König Ludwig II. das ich in meiner Erinnerung trug, das war für mich jedenfalls, der traurige Anblick eines vom Grössenwahn zerfressenen einsamen Mannes.....

Ein halbfertiges Schloss. Ein PLAGIAT auch noch. Ein Plagiat durch und durch, dessen Fertigstellung nicht einmal im Entferntesten dieser stattliche und schön anzusehende Märchenkönig sich hatte leisten können......... LEISTEN können? Wovon eigentlich? Dachte ich so bei mir. Die Antwort war schnell gefunden: Von Steuergeldern kleiner unschuldiger Bürger, die im Gegensatz zu ihm eine Horde Kinder zu versorgen hatten und ihr Geld durch harte Arbeit anstatt "grosser" Entscheidungen verdienten..... Ich will nicht undankbar sein, natürlich nicht. Ich weiss sehr wohl, was wir Bayern diesem grossgewachsenen, eigenbrötlerischen Herrn zu verdanken haben....... ohne ihn (und dem Oktoberfest) wäre Bayern wohl genausowenig ein Touristenmagnet für zahlungskräftige Erholungssuchende wie so manche andere Orte, deren Namen ich jetzt nicht nenne um niemanden zu verletzen......

Nein, ich will WIRKLICH NICHT UNDANKBAR sein! Es geht mir, im Zusammenhang mit seinem unfertigen Schloss, den vielen Japanern und Amerikanern die seinetwegen hier sind, der zunehmenden Beliebtheit der dem Bürgertum gegenüber offenen Königshäuser UND der momentanen Wirtschaftskrise eher um eins......

König Ludwig der II. steht für den Kapitalismus. Nein, er IST der Kapitalismus. Sein Schloss Versailles small auf der Herrenchiemsee Insel im Chiemsee ist das Mekka und der Tempel des Kapitalismus, genauso wie seine beiden anderen Schlösser, nur keiner bemerkt das Mahnmal das sie in Wirklichkeit darstellen! Die Mahnung vor zu viel Gier nach Macht und Ruhm, die Mahnung vor Rücksichtslosem Aussaugen derjeniger die das System tragen und ohne die nichts geht ( das Volk) und die Mahnung vor der Einsamkeit, die diesem ganzen Tanz unweigerlich folgt......... Bildhafter und plakativer kann es kein Bildhauer darstellen, kein anderer Künstler und kein Philosoph....... Niemand, weder Psychologen, noch Wirtschaftsweise haben die Macht die Schattenseiten und die Würdelosigkeit des Kapitalismus bunter und farbenfroher darzustellen wie eben jenes Schloss Versailles II. erbaut durch König Ludwig II.

Kein Blut ist zu sehen. Keine Grausamkeit. Keine Armut und keine Verzweiflung. Nur Prunk. Gold. Samt. Brockat. Und eben jene schreckliche Einsamkeit, die überall zu spüren ist...... jener Hochmut, der letztendlich dieses grössenwahnsinnige Projekt hat zu Fall gebracht. Jener Schein, der den Kapitalismus seit jeher trägt. Und nichts ist am Ende als Schall und rauch. Ohne Wärme. Ohne Tiefe. Ohne Verbundenheit. Nur leer. Golden. Und einsam. Wie König Midas, dessen Hände alles zu Gold werden liesen.

König Ludwig II ist tot. Und mit ihm ist sein Geheimniss zu Gott gegangen, ob es jene Einsamkeit war die ihn in den Freitod zwangen oder ob es die Verzweiflung der Bayern war, die ihn in den Tod zwangen, oder ob es Gott selbst war, der mit diesem modernen Midas Erbarmen hatte und ihn von seiner Gier nach materiellem Besitztum befreite. Dieses Geheinmiss wird wohl niemals wirklich gelüftet werden. Nicht auf dieser Erde jedenfalls.

Nur ist und bleibt er der Menschheit in Erinnerung. Als die Ikone des Kapitalismus. Rücksichtslos, prunkvoll, schön, geheimnissvoll, leidend, einsam, ein ewiges Rätsel, gehasst und verehrt zugleich. Aber in allererster Linie eine Rolle. Nichts Echtes. Eine tragische, traurige Rolle. Die am Ende in ihr zerbrach. Aus Eitelkeit, Stolz und Hochmut.

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